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See Ya Later!

1. Mai 2015

Es ist noch nicht so lange her, da hatten wir ja die wunderbare Blogparade (oder war’s ein Stöckchen – langsam komme ich mit den Bezeichnungen durcheinander) zum Thema „Die 11 besten Songs aus Filmen und Serien“. Gut, Serien hatte ich da unterschlagen, aber es gab ja auch genug Futter aus Filmen. Zig Songs, die perfekt die Stimmung des Films einfangen. Und sich da im Endeffekt nur auf 11 zu reduzieren, war schon ganz schön hart. Denn es gibt so viele gute Filmszenen, die durch die jeweiligen Songs noch besser werden. Und ständig kommt was Neues dazu, was in einer Folge-Liste definitiv vermerkt werden müsste. Sollte es je zu einer Folge-Liste kommen (also das erste Sequel zu einer Blogparade oder Stöckchen), dann hätte ich hier jetzt schon einen weiteren heißen Kandidaten: „The Skeleton Twins“ von Craig Johnson.

„See Ya Later“, das ist alles, was Milo (Bill Hader) in seinen Abschiedsbrief schreibt, bevor er sich die Pulsadern in der Badewanne aufschneidet. Doch der Versuch, sich umzubringen misslingt (weil er dabei zu laute Musik anhatte und Nachbarn sich beschwerten) und so überlebt Milo. Als einzige Kontaktperson wird seine Schwester Maggie (Kristen Wiig) gerufen, die ihren Bruder schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hat. Gerufen wird sie in dem Moment, als sie selber vorhat, eine Überdosis an Medikamenten zu schlucken. Um ihren Bruder nicht allein zu lassen, holt sie ihn zu sich nach New York, wo er nicht nur auf ihren Ehemann Lance (Luke Wilson) trifft, sondern auch auf seinen ehemaligen Lehrer und Liebhaber Rich (Ty Burrell).

We are too cool for… everything…

„The Skeleton Twins“ ist nicht nur ein Film mit einer tollen Szene, die musikalisch perfekt untermalt ist (auf die ich auch gleich zu sprechen kommen werde)! Nein, es ist auch der Film, der mir den Glauben an Kristen Wiig zurückgebracht hat. Oder beziehungsweise war da ja eigentlich nichts, was man hätte zurückbringen müssen. Ich kannte sie vorher ja nur aus „Brautalarm“ und ein bisschen von SNL, aber mehr auch nicht. Deswegen war ich auch erst eher skeptisch, als ich las, dass sie in so einem doch sehr ernsten Film die Hauptrolle spielen würde.

Aber man muss es wohl dem großartigen Drehbuch von Craig Johnson zugute schreiben, dass Wiig hier so hervorstechen kann. Bzw. sticht sich nicht hervor, sondern liefert sich mit Bill Hader einen ebenbürtigen „Darsteller-Kampf“. Denn der Film ist immer darauf bedacht, beide Charaktere genauestens unter die Lupe zu nehmen und so lernen wir die Welt des schwulen Milo und die Welt der überforderten Ehefrau Maggie kennen. Dabei konstruiert Johnson sehr glaubwürdige Szenarien, die durch die Natürlichkeit der Darstellungen von Hader und Wiig wirklich berühren. Denn die beiden durchleben halt alle Höhen und Tiefen…

Und eine dieser Höhen ist halt eine Szene, in der Milo versucht seine Schwester aufzubauen. Dafür legt er Starships „Nothing’s Gonna Stop Us Now“ auf und singt im Playback zu einer „ausgefeilten“ Choreografie mit, bis seine Schwester einsteigt. Das ist der Moment, in dem sich die beiden ungleichen Geschwister am nähesten sind, an dem alles wieder ist wie früher… ohne die schlechten Erfahrungen und Erlebnisse ihres bisherigen Lebens.

„The Skeleton Twins“ ist einer dieser kleinen, aber feinen Filme, der durch gestochene Dialoge und umwerfende Darsteller besticht und auch nicht mehr braucht. Mit seinem gerade mal zweiten Film erweist sich Craig Johnson als interessanter Regisseur, der es versteht, hinter die Oberfläche seiner Charaktere zu blicken, ohne typische Klischees auszuloten. Gerade bei dem homosexuellen Milo hätte man viel falsch machen können. Doch Bill Hader spielt ihn sehr zurückhaltend und ja, es ist wohl das Lieblingswort in diesem Text, glaubwürdig. Diese Charakteren fühlen sich halt einfach echt an.

Also… mal wieder eine dieser kleinen, aber feinen Indy-Perlen, die einem zum Lachen, zum Weinen und zum Nachdenken bringt.

Wertung: 9 von 10 Punkten (und „Nothing’s Gonna Stop Us Now“ hört man ab jetzt auch ganz anders)

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2 Kommentare leave one →
  1. 3. Mai 2015 19:33

    Klingt richtig gut, schon die Besetzung, aber eben auch die Story – wird vorgemerkt.

    • donpozuelo permalink*
      3. Mai 2015 22:44

      Freut mich, wenn ich neugierig machen konnte. Ist wirklich ein guter Film!

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