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Der Rächer aus der letzten Reihe

22. April 2015

Ich bin schon ein Marvel-Fanboy. Und das hat jetzt nicht nur was mit den Marvel-Filmen selbst zu tun. Man muss nur einen vorsichtigen Blick auf meine Comic-Sammlung werfen, um das zu erkennen… bei DC steht da eigentlich nur „Batman“ rum, während sich bei Marvel alles versammelt, was Rang und Namen hat. Aber selbst als Marvel-Fanboy kommt man manchmal ein bisschen ins Grübeln. Ausgelöst wurde das durch ein Gespräch, das ich letztens mit einem Freund hatte: Da unterhielten wir uns darüber, ob es nun gut ist, was Marvel und Disney mit den Filmen machen. Denn man merkt doch mit jedem Film mehr und mehr, wie „Einsteigerunfreundlich“ Marvel wird. Das ist jetzt vielleicht ein hartes Wort, aber irgendwie stimmt es schon – es wird ein bisschen wie bei „LOST“: einfach so mitten drin braucht man gar nicht erst anfangen. Entweder von Anfang an oder gar nicht… denn die Filme sind mittlerweile weit davon entfernt, einfach nur Filme zu sein. Es ist wirklich eine Serie geworden… in die Marvel mehr und mehr Nebenwissen voraussetzt als noch bislang. Klar, es kommen immer mal wieder neue Helden hinzu („Guardians“ und „Ant-Man“ lassen grüßen), aber selbst da wird’s kompliziert, gehören sie doch auch alle zum Großen und Ganzen…

Und das man Marvel einfach nicht mehr ohne das ganze Vorwissen genießen kann, beweist Joss Whedon im großen Rächer-Spektakel „Avengers: Age of Ultron“. Denn wer hier schon nicht weiß, was dieses merkwürdige Zepter zu bedeuten hat, hinter dem die Superhelden her sind, braucht gar nicht erst anfangen. Natürlich geht es auch darum, dass Tony Stark (Robert Downey Jr.) und Dr. Bruce Banner (Mark Ruffalo) eine künstliche Intelligenz namens Ultron (James Spader) erschaffen. Die soll eigentlich für Frieden sorgen, erkennt aber für sich, dass die Menschen die Ursache für alles Übel sind und will alles Leben auslöschen. Klar, ein Job für die Avengers.

Everybody: JUMP!!!!

Diese Story kann man sicherlich auch noch irgendwie als Neueinsteiger genießen, aber die zahlreichen Verweise auf die Infinity Stones, das zerstörte S.H.I.E.L.D. und die unzähligen Gastauftritte der Sidekicks der einzelnen Rächer dürften einen Marvel-Neuling mehr als nur verwirren. Für mich (und für jeden Marvel-Fan) natürlich ein wahres Fest, aber ich möchte nicht jemandem sitzen, der sich hier nicht auskennt…

Aber auf der anderen Seite finde ich es auch irgendwie geil. Marvel erschafft sich halt sein Universum, in dem alles miteinander zusammenhängt und wie schon im ersten „Avengers“ beweist sich Joss Whedon einmal mehr als Meister darin, den unterschiedlichen Helden genügend Platz einzuräumen. Hier kann Whedon jetzt ja mittlerweile auf genügend Grundlagen aufbauen, und hat nicht viel Arbeit damit, den Helden gerecht zu werden. Wir alle kennen unseren Thor (Chris Hemsworth), Captain America (Chris Evans) und Iron Man… und das weiß auch ein Joss Whedon, weswegen er in „Age of Ultron“ einen neuen Weg einschlägt und den Rächern der zweiten Reihe mehr Platz einräumt…

Ganz vorn mit dabei ist dieses Mal wirklich Hawkeye! Jeremy Renner darf sich als vollwertiger Rächer beweisen und vergibt diese Chance auch nicht. Ich will nicht zu viel verraten, aber nach diesem Film werdet ihr euch einen Hawkeye-Solo-Film wünschen (also ich tue es 😉 ). Aber auch Scarlett Johanssons Black Widow und unser grüner Freund Hulk werden in ein besseres Licht gerückt als noch im ersten Avengers.

Aber man darf bei dem ganzen Gerede über die Rächer mal nicht unterschlagen, dass es Marvel endlich mal gelungen ist, einen krassen Bösewicht zu erschaffen. James Spaders Ultron ist ein harter Brocken, der unsere Rächerfreunde wirklich an den Rand der Verzweiflung treibt… und genau das hat das Marvel-Kino-Universum wirklich mal gebraucht. Alle anderen Schurken waren gut, aber Ultron setzt dem Ganzen gekonnt die Krone auf… zumal James Spader Ultron wirklich eine unheimliche Präsenz gibt – auch wenn er ihm quasi nur seine Stimme leiht.

Dank Duracel läuft und läuft und läuft er…

„Avengers: Age of Ultron“ schlägt mit Ultron auch eher in die Schneise von „Captain America – The Winter Soldier“. Ja, der Humor ist auch noch vorhanden, aber es wird doch sehr viel düsterer und diese Helden-Gruppe wirkt nicht mehr ganz so unbesiegbar wie noch im ersten. Das hat auch viel mit den Neuzugängen Quicksilver (Aaron Taylor-Johnson) und Scarlett Witch (Elizabeth Olsen) zu tun… und vielmehr noch mit Scarlett Witch, die den Rächern und uns zeigt, wovor Superhelden Angst haben. Wir dürfen also auch mal ein bisschen tiefer in die Psyche der Rächer eintauchen… ihre Zweifel und Ängste spüren.

Und so ist „Avengers: Age of Ultron“ zwischendurch auch sehr viel mehr Drama… und das tut dem Film gut. Es fängt zwar actionlastig an, kehrt dann aber an die Wurzeln zurück, um dann natürlich in einem krassen Finale zu enden. Whedon gelingt eine, wie ich finde, bessere Mischung aus Charakterstudie der Helden und Action-Spektakel als noch im ersten Teil.

Der Marvel-Fanboy in mir hat geweint, gelacht und mitgefiebert – „Age of Ultron“ ist ein grandioser Avengers-Film aber auch einfach nur ein echter Whedon: der Mann weiß einfach, wie er mit diesen verschiedenen Charakteren umgeht und wann es mal Zeit wird, den kleinen Mann ein bisschen mehr ins Rampenlicht zu holen. Gekonnt balanciert er hier Drama und Action und würzt das Ganze mit jeder Menge Marvel-Zitaten und Witz. Besser geht nun wirklich nicht…

Wertung: 10 von 10 Punkten (für jeden Marvel-Fan ein Muss und ein Fest)

P.S.: Und bevor ich ihn vergesse: Paul Bettany als The Vision… ein Traum!!!! 😀

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15 Kommentare leave one →
  1. 25. April 2015 13:14

    Puh, ich kann dir schon irgendwie recht geben, aber nicht zu 100%. Der Film war gut, keine Frage und dazu ein würdiger Genrevertreter. Doch insgesamt war das doch nur ein Zwischenspiel. Ultron war der dafür notwendige Schurke und für mich eher austauschbar, vor allem aber seine Schergen. Ich persönlich fand Teil 1 besser, mochte aber in diesem Film vor allem auch Scarlet Witch sehr gerne.

    • donpozuelo permalink*
      27. April 2015 00:07

      Was meinst du genau mit „nur ein Zwischenspiel“?

      Ich fand den hier wirklich besser als den ersten. Hier konnten sie halt mal wirklich allen Rächern gerecht werden. Da man die großen ja schon kennt, waren mal die kleinen dran. Das mochte ich sehr. Hat dem eine schöne Abwechslung gebracht… denn Iron Man und Co. hat man ja auch sonst schon in ihren Solo-Filmen.

      Naja… 😉

      • 28. April 2015 22:28

        Naja, Zwischenspiel eben als Zwischenstation gedacht, kein wirklicher Fortschritt, eher Hinführung zum wahren Highlight, das evtl. 2018 dann kommt.

        • donpozuelo permalink*
          28. April 2015 23:07

          Okay, ja… das ist wohl auch wahr, aber mittlerweile sind sie das doch alle – mehr oder weniger…

  2. 25. April 2015 19:12

    Da freue ich mich schon! Obwohl ich ja ein Riesenfan bin, habe ich es noch nicht geschafft.
    Bald! 😀

    • donpozuelo permalink*
      27. April 2015 00:07

      Schnell, schnell, schnell 😀

  3. 28. April 2015 09:02

    Ich fand ihn klasse, wenn auch more of the same. Hoffe, die kommenden Filme können sich so von der Masse abheben, wie GOTG 🙂

    • donpozuelo permalink*
      28. April 2015 10:52

      Ja, GOTG war ein gutes Beispiel, aber ich denke, sowas geht halt letztendlich nur mit neuen Charakteren und Story-Lines. Sachen, die halt noch komplett unverbraucht sind, wo man noch was machen kann. Durch die ganzen Solo-Filme sind die Avengers ja schon recht vorgefertigt… Abwechslung bekommen sie da dann hoffentlich auch durch neue Charaktere und aufregende Stories… ich denke, wir dürfen noch sehr gespannt sein 😀

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