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Rachepfad durch totes Land

20. April 2015

Wenn ich an Neuseeland denke (also natürlich rein von der Filmfreund-Seite), denke ich (leider) fast ausschließlich Peter Jackson. „Herr der Ringe“, „Hobbit“, „Bad Taste“… ich meine, wer weiß, vielleicht hätte ich nicht einmal gewusst, dass es Neuseeland überhaupt gibt, wenn Jackson nicht gewesen wäre… der einzige neuseeländische Film, den ich kenne, der nicht von Jackson stammt, ist „Whale Rider“ (und tatsächlich „Last Samurai“, der komplett in Neuseeland gedreht wurde, aber den lassen wir wegen dem Japan-Thema mal außen vor). Und „Whale Rider“ ist ein toller Film… aber um den soll es jetzt mal nicht gehen. Leider… Stattdessen geht’s um einen anderen neuseeländischen Film – „The Dead Lands“.

Darin geht es um den jungen Maori-Krieger Hongi (James Rolleston), dessen gesamter Klan vom feindlich gesinnten Wirepa (Te Kohe Tuhaka) niedergemetzelt wird. Hongi schwört daraufhin Rache und verfolgt Wirepa und seine Männer. Die allerdings wählen einen gefährlichen Pfad durch die Totenlande – ein Ort, verlassen von den Göttern, bewohnt von einem Monster. Doch Wirepa zeigt sich davon unbeeindruckt und so muss auch Hongi ihm folgen… und findet in dem Monster, das in Wirklichkeit ein namenloser Krieger (Lawrence Makoare) ist, einen Verbündeten.

Brüll leise…

„The Dead Lands“ ist eigentlich mehr oder weniger wie Mel Gibsons „Apocalypto“ – nur halt statt Maya jetzt mit Maori. Und wenn man sich den Film auch noch im Original mit Untertiteln anguckt, ist das Sehvergnügen fast identisch. Aber auch nur fast… denn während Gibson ein bisschen sehr plakativ, aber auch effektiv auf große Schauwerte und Klischees (sprich: Menschenopfer, etc.) setzt, nimmt sich „The Dead Lands“ da doch sehr viel mehr zurück. Aber gut, die Maori sind jetzt auch nicht unbedingt bekannt dafür, große Pyramiden gebaut und Menschen geopfert zu haben.

Stattdessen ist „The Dead Lands“ mehr so was wie eine Underdog-Story. Und irgendwie fast ein bisschen „Karate Kid“ – schließlich bekommt Hongi, ein kleiner schmächtiger Junge, seinen ganz eigenen Mr. Miyaki, die ihm kämpfen beibringt. Gut, dieser Miyaki ist ein Zottelmonster, das nur zu gern Menschen tötet, aber trotzdem… „Karate Kid“ in der Neuseeland-Fassung…. kann sich auf jeden Fall sehen lassen.

Da wären ja zum einen die tollen Landschaftsbilder. Natürlich kann Regisseur Toa Fraser nicht ganz an einen Peter Jackson heranreichen, aber das muss er ja auch nicht. Die Landschaften sehen trotzdem atemberaubend toll aus… auch wenn mal keine Hobbits, Elfen oder Zwerge an ihnen vorbeilaufen.

Zum anderen punktet „The Dead Lands“ durch eine lehrreiche Stunde im Kampfstil der Maori. So lernen wir, dass Zunge-Ausstrecken und mit den Händen wedeln ein wichtiger Teil des „Vorspiels“ im Kampf ist. Und auch die Beleidigung der Mutter des Gegners eignet sich gut, um den in Rage zu bringen. Denn ein wütender Feind denkt weniger nach. Und wenn der dann mal nicht nachdenkt, gibt’s in „The Dead Lands“ aufregend inszenierte Kämpfe mit Dingern, die aussehen wie Tischtenniskellen, aber wesentlich tödlicher sind.

Auf jeden Fall gibt’s in „The Dead Lands“ ordentlich was auf die Maori-Nase… aber leider auch nicht wirklich mehr als das. Was ein bisschen schade ist, hätte man doch die ganze Kultur der Maori ein bisschen mehr in den Vordergrund rücken können. Zwar wird ein bisschen auf Legenden und Götter eingegangen, aber das nur so am Rande. So streckt sich der Film bisweilen ein wenig, geht er doch zwischen den einzelnen Kampfszenen dramaturgisch ein bisschen in den Leerlauf.

Wer also nichts tiefgehendes und weltbewegend dramatisches erwartet, sondern einfach nur ordentlich Hau-Drauf-Action, der ist mit „The Dead Lands“ ganz gut bedient. Es ist am Ende halt doch fast so wie Mel Gibsons „Apocalypto“…

Wertung: 6 von 10 Punkten (blutiges Abenteuer, mehr leider nicht…)

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