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500 Dollar für eine Seele

13. April 2015

500 Dollar erscheinen mir ein bisschen wenig für eine menschliche Seele. Da muss man schon ziemlich verzweifelt sein, um für die lumpigen Scheine die eigene Seele aufs Spiel zu setzen. Aber genau so fängt „At the Devil’s Door“ an. Anschließend soll die arme Hannah (Ashley Rickards) an eine Kreuzung gehen, damit „er“ Bescheid weiß, wen er sich holen kann.

Damit klingt „At the Devil’s Door“ jetzt nicht unbedingt nach einem großartigen Wurf. Das Ganze fängt auch noch damit an, dass eine Kinderstimme uns was vom Zeichen des Teufels und seiner Zahl 666 erzählt… und irgendwie fühlt man sich dann ein bisschen wie in einem billigen Klischee, von dem man nicht erwarten würde, dass es einen länger als fünf Minuten begeistern könnte.

Aber das ist in diesem Fall ein Irrtum, denn ich muss doch gestehen, dass ich mich bei diesem Film ordentlich gegruselt habe. Es fällt mir ein bisschen schwer, dieses Eingeständnis zu machen, ist „At the Devil’s Door“ doch an und für sich nichts besonderes. Doch Regisseur und Drehbuchautor Nicholas McCarthy schafft es, aus dieser recht alten Story einiges mehr rauszuholen. Was wohl allein damit anfängt, dass wir in einem Film drei Geschichten erzählt bekommen. Denn Hannahs Geschichte erfahren wir nur durch Rückblenden, denn die junge Schülerin begeht Selbstmord und erscheint der jungen Maklerin Leigh (Catalina Sandino Moreno) ein paar Monate später in einem Haus, dass Leigh verkaufen soll. Doch nicht nur Leigh gerät dadurch in Gefahr, sondern auch ihre Schwester Vera (Naya Rivera).

Draußen regnet’s…

Man könnte McCarthy unterstellen, dass er seine Story unnötig verkompliziert, aber man könnte es auch so sehen, dass ihm das ganz gut in die Hände spielt. Zumindest hat’s bei mir gut funktioniert… zwar hat man die typischen Spielerein des Genres erkannt, aber mir war nicht sofort klar, in welche Richtung „At the Devil’s Door“ jetzt wirklich gehen würde. McCarthy lässt uns lange zappeln, manchmal fast ein bisschen zu lange. Zwischendurch habe ich einfach nur Stoßgebete an wen auch immer geschickt, dieser Film möge ein gutes Ende finden und mir das Gesehene irgendwie glaubhaft zusammenführen. Und meine Stoßgebete wurden von wem auch immer erhört.

Die Story macht am Ende wirklich Sinn und da merkt man dann auch, wie banal und ausgelutscht sie eigentlich ist. Aber McCarthy verpackt das Ganze halt einfach ziemlich gut. Dazu kommen ein paar (für mich zumindest) sehr nette Schreck-Momente… manchmal sind es einfach wirklich nur die klassischen jump scares, aber selbst die sind dann immer noch verdammt gut gemacht. Manchmal streckt McCarthy die Spannung aber auch sehr gut über mehrere Minuten. Da habe ich dann schon mit leichter Gänsehaut vorm Fernseher gehockt.

Immerhin spielt McCarthy nicht nur gekonnt mit seinen Gruselmomenten und liefert dabei eine gute Mischung aus jump scares und langen, atemlosen Szenen, sondern zeigt uns auch mal ein merkwürdiges Monster und mal einen merkwürdigen schwarzen Mann (was jetzt bitte nicht falsch zu verstehen ist). Unser gehörntes Monster bekommt dabei meistens die jump scares, aber teilweise dann wirklich nach der „jack-in-the-box“-Methode. Man guckt und guckt und guckt… und dann BAMM!!! Den schwarzen Mann sieht man schon oft genug schon vor den eigentlichen Protagonisten, aber selbst dann schleicht er noch eine ganze Weile irgendwo in den Schatten, bevor er dann mal richtig auftaucht.

„At the Devil’s Door“ liefert nichts Neues, aber hat mich trotzdem seit langem mal wieder so richtig schön erschrocken und gegruselt. Man muss ihm zwar ein bisschen Zeit gewähren, aber wird dafür dann doch entlohnt.

Wertung: 7 von 10 Punkten (unerwartet gut, auch wenn es ein bisschen dauert, bis der Film in Fahrt kommt)

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