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Rest in Pieces

8. April 2015

Mir wurde gesagt, ich müsse mir „The Expandables 2“ angucken. Das wäre ein unheimlich Testosteron geladener Film, der in Sachen Männlichkeit männlicher Männer an „Predator“ heranreichen würde. Außerdem, so versicherte man mir, wäre er sehr viel cooler als der erste Senioren-Action-Kracher von Sylvester Stallone… immerhin würde endlich auch Chuck Norris mitspielen, Arnie hätte eine größere Rolle und überhaupt wäre der zweite Teil ein unglaublich männlicher Film. Und wie das so ist, wenn man mir was mit unglaublicher Vehemenz immer und immer wieder vorschlägt, lasse ich mich darauf ein… und so habe ich mir dann „The Expandables 2“ angeschaut.

Ich glaube, zum Inhalt muss man irgendwie nicht sonderlich viel sagen: Sylvester Stallone und seine „Expandables“ sollen für Bruce Willis einen Auftrag erledigen. Der geht schief, weil Jean-Claude van Damme dazwischen kommt und Liam Hemsworth umnietet. Daraufhin wird das Ganze natürlich persönlich und der Italian Stallion und seine Burschen werden so richtig wütend.

Chuck Norris ist nicht in diesem Bild, weil Chuck Norris das Bild ist…

Namen sind Schall und Rauch… und deswegen habe ich hier jetzt gar nicht erst versucht, welche zu nennen. Das Einzige, woran ich mich noch erinnern kann, ist die Tatsache, dass Jason Statham Christmas genanntn wird und einen ähnlichen dämlichen Christmas-Kack bekommt wie einst Denise Richards in „Die Welt ist nicht genug“. Brüller… Namen sind halt nicht wichtig, weil man in diesem Einheitsbrei aus Muskelmasse eh nur selten noch klar erkennen kann, wer eigentlich wer ist.

Die Story… welche Story? Okay, ich musste tatsächlich kurz lachen, als ich im Zusammenhang mit „The Expandables“ das Wort Story schrieb. Braucht man ja auch nicht, es geht ja schließlich wie bei einem Porno auch nur um das Eine. Dementsprechend gruselig sind die Dialoge, auch wenn manche selbstironischen Einzeiler schon hin und wieder zum Schmunzeln anregen. Aber ansonsten… soll, muss und darf man eigentlich nicht viel erwarten.

Interessant fand ich bei „The Expandables 2“ dann aber doch, dass mich das Ganze unheimlich oft an „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ erinnerte. Genau wie Indy und seine kleine Gang kommt Sly in ein kleines Dorf am Ende der Welt, wo er von aufgebrachten Frauen gebeten wird, ihre Männer wiederzuholen. Die müssen nämlich in einer Mine genau wie die Kinder bei Indy nach etwas suchen. Natürlich wird hier aber nicht nach mysteriösen Steinen gesucht, sondern nach Plutonium… also bricht Indy… äh Sylvester auf und befreit natürlich alle. Nur gibt’s leider keine coole Verfolgungsjagd auf Schienen… und das Herz wird auch niemandem herausgerissen.

Aber gut, wenn’s nicht die Herzen sind, dann dürfen es gerne auch Köpfe und irgendwie auch alle anderen Körperteile sein. Ganz nach dem Motto „Rest in Pieces“ wird hier von Anfang an alles kaputt und tot geballert, was nur geht. Da fliegen Köpfe, da spritzt das CGI-Blut höher und immer höher, während das Niveau fällt und fällt.

Aber gut, wer Niveau will und dann „The Expandables“ guckt, hat eindeutig was falsch gemacht. „The Expandables 2“ liefert schon das, was man erwartet, wenn man den zweiten Film gesehen hat. Es wird geballert, es werden Messer geworfen, es fliegen die Fäuste… und da rennen alternde Action-Stars durch die Gegend und erhoffen sich, noch einmal die Gefühle ihrer „Jugend“ wiederaufleben zu lassen. Das ist irgendwie manchmal fast schon ein bisschen traurig, manchmal auch ein bisschen lustig… aber insgesamt fand ich es auch einfach ziemlich langweilig.

Jetzt war ich ja schon kein großer Fan vom ersten Teil und so richtig männlich wie „Predator“ kam mir das jetzt hier auch nicht vor, weswegen „The Expandables 2“ für mich irgendwie eine ziemlich langatmige und langweilige Erfahrung wurde. Wenigstens tauchte Chuck Norris auf, der dann tatsächlich auch noch einen Chuck-Norris-Witz macht (über die Kobra, die ihn beißt und die dann endlich nach Tagen der Qual stirbt) und das war’s. Irgendwie war „The Expandables 2“ für mich nicht das versprochene Was-auch-immer… da bleibe ich dann doch lieber bei den männlichen Männer im Urwald, die gegen den Predator kämpfen. Da habe ich wenigstens nicht das Gefühl, ich sollte gleich noch den Krankenwagen rufen, falls sich die alten Männer was tun.

Wertung: 5 von 10 Punkten (man vergisst eigentlich schon während des Films, worum es wirklich ging… aber das ist ja dann wohl auch ganz im Sinne der alten Männer)

P.S.: Die einzige nennenswerte Gemeinsamkeit, die „Predator“ und „The Expandables 2“ tatsächlich haben, ist die für die Story eigentlich überflüssige Frau (sorry, Yu Nan), die nur dazu da ist, damit es ein bisschen Östrogen in diesem Testosteron-Rausch gibt

13 Kommentare leave one →
  1. 8. April 2015 20:27

    Naja, den hier mit nem 80er Action-Klassiker zu vergleichen, find ich ziemlich fies. Klar ist „Predator“ besser – aber das ist er im Vergleich zum Großteil aller Action-Filme die heutzutage rauskommen. Die „Expendables“-Filme sind ja eher das „Avengers“-Pendant für Leute, die in den 80ern groß wurden. Wo sich Iron Man, Hulk und Co. vereinen, sind es hier Sly, Arnie, JCVD, Norris. Das ist ja eher das Highlight. Und die Story, ja mei, was ist die geniale Story von „Predator“? Alien mit Tarnanzug legt sich mit Spezialeinheit an. Und das war’s. Ich fand den zweiten Teil ganz vergnüglich, besser als Teil 1 glaube ich. Und um Längen besser als #3. Kein großes Kino, klar. Aber für nen DVD-Abend geht das in Ordnung meiner Ansicht nach.

    • donpozuelo permalink*
      9. April 2015 14:11

      Der Vergleich mit „Predator“ rührt ja auch nur daher, dass man mir den Film empfohlen hat und mir das Ganze mit „Predator“ schmackhaft machen wollte. Nach dem Motto: „Magst du den Film, wirst du auch diesen hier mögen!“ Klar, hat „Predators“ keine geniale Story oder sonst irgendwas… und ja klar, wenn Vergleich, dann schon eher „Avengers“. Teil 3 werde ich mir aber auf keinen Fall anschauen 😀

  2. Hylia permalink
    9. April 2015 05:53

    Der männlichste männliche Männerfilm für Männer jaaaa es hat schon Gründe wieso ich mir sowas nicht anschau xD

    • donpozuelo permalink*
      9. April 2015 14:12

      Der männlichste männliche Männerfilm für Männer ist „Predator“ 😀

  3. 9. April 2015 12:18

    Ich habe nach diesem Teil aufgehört noch irgendetwas zu erwarten und bin ganz gut gefahren mit diesem Konzept 😛

    Übrigens: Es sind die Expendables (die Entbehrlichen) und nicht die Expandables (die Dehnbaren) – wobei das mit dem ganzen Botox vielleicht gar nicht so falsch ist. 😛

    • donpozuelo permalink*
      9. April 2015 14:13

      😀 😀 Oopsss… ist mir gar nicht aufgefallen. Aber ich lass es jetzt so und beziehe mich dabei auf dich… ist alles so gewollt 😀 😀 😀

  4. 9. April 2015 22:06

    xD Verdammt! Ich habe immer noch nicht den männlichsten Männerfilm aller Zeiten ge-rewatcht, das wollte ich doch schon seit deinem extremst männlichen Predator-Artikel!

    • donpozuelo permalink*
      10. April 2015 09:00

      Ja, mach das bitte endlich mal 😀

      • 10. April 2015 11:28

        Erinner mich in nem halben Jahr nochmal, ich glaube schneller schaff ich es bei meiner Filmschaufrequenz nicht. ^^“

        • donpozuelo permalink*
          11. April 2015 13:53

          Ich versuche dran zu denken. Sonst musst du mich erinnern, dass ich dich erinnern muss 😀

        • 11. April 2015 15:14

          Dieser Plan klappt sicher 100%-ig! XD

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