Skip to content

Der Sandmann hat gewählt

25. März 2015

UFOs und kleine, graue Männchen, die Experimente an Menschen durchführen, sind ein alter Hut und ziehen irgendwie nicht wirklich mehr. Aber so ein Jason Blum hat mit sowas ja nicht so große Probleme. Als Produzent sorgt Blum dafür, dass in jedem Jahr ordentlich viele Filme gemacht werden… in der Hoffnung, dass ab und zu mal was dabei ist, dass dann überraschenderweise doch ziemlich groß wird. Allein 2014 hatte Blum bei rund 14 Filmen die Hand mit im Spiel… der spielt halt Roulette, in dem er den ganzen Tisch belegt. Irgendeine Zahl wird so dann schon gewinnen 😉 Und gewonnen hat er ja mit Sachen wie „Paranormal Activity“, „Insidious“ oder „The Purge“… da kann man dann auch andere Sachen mal verschmerzen… wie zum Beispiel „Dark Skies“ – obwohl der jetzt auch nicht wirklich mies ist, aber sicherlich nicht zur Erfolgsgeschichte Jason Blum beitragen wird.

In „Dark Skies“ bekommt es mal wieder eine brave Vorstadtfamilie („The Purge“ und Co. lassen grüßen) mit unheimlichen Vorkommnissen zu tun. Familie Barrett hat es nicht so einfach: Vater Daniel (Josh Hamilton) ist verzweifelt auf der Suche nach einem Job und Mutter Lacy (Keri Russell) kämpft um den Unterhalt der Familie. Da kommt es irgendwie gar nicht gut, wenn plötzlich nachts ins Haus eingebrochen wird und alle Küchenutensilien zu merkwürdigen Türmen aufgebaut werden. Noch schlimmer wird’s nur, wenn der jüngste Sproß der Familie Sammy (Kadan Rockett) erzählt, nachts würde ihn der Sandmann besuchen. Als dann noch die Vögel der Nachbarschaft wie wild auf das Haus fliegen und sich umbringen, steht fest: Hier stimmt was nicht!!!

Du bist ja gar nicht klein und grün…

„Dark Skies“ ist nicht das Gelbe vom Ei, dafür ist die Story dann doch ein wenig zu uninspiriert. Gerade zu Beginn dachte ich, hoffte ich, dass der Film ein bisschen mehr mit der Poltergeist-Story spielen würde. Doch gleich beim zweiten Einbruch bekommen wir die für Alien-Filme typischen geometrischen Zeichnungen zu sehen. Da hilft selbst das Gerede vom Sandmann nicht, wenn die Kritzeleien von Sammy doch zu sehr an genre-typische Alien-Figuren erinnern. Ab da läuft der ganze Film dann auch in den schon lange bekannten Bahnen… es gibt ein paar jump scares und das war’s. Wenn ich ganz ehrlich sein soll, habe ich die ganze Zeit nur darauf gewartet, dass es an der Tür klingelt und es da heißt: „Mulder, Scully, F.B.I.“

Denn ganz ehrlich, „Dark Skies“ fühlt sich an wie eine der schlechteren „Akte X“-Folgen. Das ist es schon erstaunlich, dass es hier für einen ganzen Film gereicht hat. Hier werden halt einfach die üblichen Klischees aneinander gereiht und von unspektakulären Darstellern gespielt. Keri Russell, die zuletzt noch gegen Affen in „Planet der Affen: Revolution“ kämpfte, kann gerade noch so überzeugen, aber Josh Hamilton läuft die ganze Zeit ziemlich verplant durch diesen Film. Am meisten schockiert war ich dann aber doch über das Auftauchen von JK Simmons als UFO- und Alien-Experte. Statt seine Rolle auszubauen, dient Simmons eigentlich nur als Bestätigung für die ganzen Online-Artikel, die Mama Barrett gefunden hat. Statt seine Rolle ein bisschen weiter auszubauen (so im Sinne der Exorzisten in „Insidious“) und damit der ganzen Story ein bisschen mehr Pepp zu geben, verkommt der arme Simmons halt einfach nur zum Erklärbär des Films und das war’s… (aber gut, dass war ja auch alles vor dem „Whiplash„-Oscar 😉 )

Im großen Finale möchte „Dark Skies“ dann noch mal ein bisschen besonders sein – doch der Twist und das offene Ende wirken auch zu sehr hingebastelt, damit man am Schluss noch was zum Rätseln hat.

„Dark Skies“ ist nicht wirklich gut, aber auch nicht wirklich schlecht. Der Film weiß zu unterhalten, auch wenn man merkt, dass er fleißig bei den Blum-Ablegern kopiert.

Wertung: 6 von 10 Punkten (am Ende tut’s aber auch einfach eine gute alte Folge von „Akte X“)

Advertisements
4 Kommentare leave one →
  1. 25. März 2015 09:47

    Schade eigentlich, dass sich Keri Russell für sowas verheizt. Dabei kann sie in „The Americans“ wirklich zeigen, was sie kann.

    • donpozuelo permalink*
      25. März 2015 10:17

      Vielleicht waren die Dreharbeiten auch noch vor „The Americans“ 😀 – eine Serie, die ich übrigens dringend noch gucken muss.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: