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Das Woodley-Phänomen

23. März 2015

Es ist schon recht merkwürdig, in was für einer Art und Weise Shailene Woodley immer wieder mit ihren Filmpartnern zusammentrifft. Das erste Mal, in dem es auffällig witzig war, knutscht sie mit Ansel Elgort in „The Fault in our Stars“ rum, der noch in „Divergent“ ihren Bruder gespielt hat. Was ich bis jetzt noch nicht wusste, ist die Tatsache, dass ein weiterer „Divergent“-Gefährte ebenfalls in einem anderen Film schon mal auf Tuchfühlung mit der Guten gegangen ist. Denn auch „Whiplash“-Star Miles Teller taucht ja in „Divergent“ auf, hat da aber schon eine Vorgeschichte mit Ms. Woodley in einem Film, der sich da „The Spectacular Now“ nennt. Ob das alles Zufall sein kann? (Naja, wahrscheinlich schon… so viele neue junge Gesichter gibt’s ja im Moment auch nicht und die könnten ja hier alle so was wie ein Woodley-Pack bilden und sich immer wieder in Filmen begegnen).

„The Spectacular Now“ stellt uns den junge Sutter Keely (Miles Teller) vor – ein charmanter Nichtstuer, der dem Alkohol überhaupt nicht abgeneigt ist, gerne Parties feiert und sich des Lebens im Jetzt erfreut… ohne sich große Gedanken über die Zukunft zu machen. Als er nach der Trennung von seiner Freundin Cassidy (Brie Larson) am nächsten Morgen verkatert aufwacht, liegt er in einem fremden Garten und vor ihm steht Aimee Finecky (Shailene Woodley), ein Manga liebender, kleiner Nerd – nicht unbedingt das typische Beuteschema eines Sutter Keely. Doch die beiden freunden sich immer mehr an.

Ne PS4 konnte er sich nicht leisten…

Ich hatte ein bisschen Bedenken – nicht unbedingt, weil Woodley scheinbar sämtliche Co-Stars in irgendeiner Form recycelt. Nein, vielmehr hatte ich Angst davor, ich würde eine weitere öde Teenie-Liebesromanze vorgesetzt bekommen, die sich brav dem Young-Adult-Publikum anbiedert und einfach nichts zu bieten hat. Gleichzeitig bin ich ja jetzt auch kein großer Fan von „The Fault in our Stars“, in dem Woodley ja auch schon mitspielte, und irgendwie hatte ich Angst, dass hier könnte was ähnliches werden.

Aber alle Bedenken meinerseits haben sich zum Glück für mich nicht bestätigt. Nicht nur ist „The Spectacular Now“ ein wirklich interessanter Film, nein, ich finde ihn persönlich auch noch sehr viel besser als den so viel gelobten „The Fault in our Stars“. Denn anders als bei dem haben wir es hier jetzt schon mal nicht mit „schweren“ Schicksalen zu tun. Man kann sich wahrscheinlich viel besser in so einen „gewöhnlichen“ Stinknormalo reinversetzen als in jemanden, der an Krebs leidet und ständig eine Sauerstoffflasche mit sich herumwuchten muss.

Mir ging es zumindest so. Gerade Miles Teller gelingt es echt gut, diesen Sutter zwar wie einen coolen Typen wirken zu lassen, aber auch nicht zu cool. Er ist einfach glaubwürdig. Er könnte wirklich der Typ von nebenan sein. Sutter ist jetzt nicht der coole Angeber-Typ, er halt einfach ein gesundes Ego, ist jugendlich cocky, wie der Engländer sagen würde. Die Zukunft interessiert ihn nicht, wieso sollte sie ihn auch irgendwas kümmern? Wer interessiert sich in dem Alter schon dafür, wenn man doch in diesem spektakulären Jetzt leben kann? Ohne große Sorgen und Probleme…

Doch wie es sich für einen Teenie-Film gehört, ist natürlich nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, aber auch hier bleibt der Film auf dem Boden der Tatsachen und lässt Sutter ungelöste Vater-Probleme bewältigen. Der Film hält gut die Balance zwischen Drama und Komödie, ist dabei aber erfrischend ehrlich und macht aus diesen Teenager jetzt nicht unbedingt Idole. Es sind Normalos, ich wiederhole mich da gern noch einmal 😉

Miles Teller ist mir ja erst in „Whiplash“ so richtig bewusst geworden (an seinen Auftritt in „Divergent“ kann ich mich, ehrlich gesagt, schon gar nicht mehr erinnern), aber schon hier spielt er sehr überzeugend. Shailene Woodley spielt das unschuldige Mädchen von nebenan – und hier haben wir dann auch wieder das Problem, dass ein hübsches Mädchen als graues Mäuschen verkaufen möchte. Aber darüber kann man hinwegschauen, ist doch auch Woodley hier sympathisch und natürlich.

„The Spectacular Now“ ist halt genau das – sympathisch und natürlich. Hier wirkt jetzt nichts aufgesetzt oder künstlich dramatisiert. Es ist ein kleiner, feiner Film, der durchaus mehr Beachtung verdient, tanzt er doch angenehm aus der Reihe der üblichen Teenie-Filme.

Wertung: 9 von 10 Punkten (auf den guten Miles Teller muss man nun wirklich aufpassen – der könnte noch so richtig groß werden)

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5 Kommentare leave one →
  1. 24. März 2015 07:04

    Naja, diese ganze Teenie-Alkoholiker-Schose finde ich selbst schon künstlich dramatisiert – aber das liegt natürlich immer im Auge des Betrachters.

    • donpozuelo permalink*
      24. März 2015 09:04

      Ja, okay… das hätte jetzt vielleicht nicht so extrem sein müssen, aber es hat mich irgendwie auch nicht so gestört… zumal sie es ja auch ein bisschen in Verbindung bringen mit dem Alkohol süchtigen Vater. Muss also irgendwie in der Familie liegen 😀

  2. 24. März 2015 13:38

    Klingt interessant, da die beiden Hauptdarsteller mich in den genannten Filmen TFIOS und WHIPLASH beide sehr überzeugt haben. Insofern dürfte sich ein Blick für mich als Freund von Coming-of-Age-Dramödien durchaus lohnen.

    (Ich glaube übrigens nicht, dass es schwer fällt, sich mit Woodleys Figur in TFIOS zu identifizieren, könnte aber auch daran liegen, dass ich vorher das Buch gelesen habe und am Ende wie ein Schlosshund geheult habe…)

    • donpozuelo permalink*
      24. März 2015 15:17

      Du, zum Thema TFIOS: ich habe das Buch auch gelesen und am Ende (des Buches) auch geheult. Aber der Film hat mir irgendwie so gar nichts gebracht. Der hat mich kaum berührt… keine Ahnung… Da fand ich es hier in „Spectacular Now“ wesentlich bewegender. Bin ja mal gespannt, was du sagst, solltest du den Film mal gucken.

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  1. Two Wild Nights | Going To The Movies

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