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Der Boogieman auf Super 8

13. März 2015

Ich bin ja immer wieder auf der Suche nach guten Horror-Filmen. Und unter guten Horror-Filmen verstehe ich eher diejenigen, die wirklich auf Atmosphäre setzen. Die, bei denen ich Angst davor habe, was sich hinter der nächsten Tür oder hinter der Ecke am Ende des dunklen Flurs befindet. Ich brauche nicht unbedingt die übelsten Blood-&-Gore-Szenen. Klar, wenn’s vielleicht irgendwie passt, okay… aber lieber habe ich fieses Kopfkino. Aber man lebt ja in einer Zeit nach Filmen wie „Hostel“ oder „Frontiers“ – gerade unsere französischen Freunde haben ja Blood and Gore für sich patentieren lassen. Aber es gibt sie ja auch immer noch: die kleinen, aber feinen Horror-Filme, die ohne viel Schnickschnack auskommen und trotzdem (oder gerade deswegen???) bestens funktionieren.

Ich erinnere mich da ja nur zu gerne an „The Conjuring“ oder auch an „Insidious“ von Produzent Jason Blum. Und Jason Blum ist mal wieder das Stichwort… und wird wohl auf lange Zeit immer mal wieder eins bleiben, denn der Mann produziert sich ja wirklich die Finger wund. Ob nun „hochklassiges Zeug“ wie „Whiplash“ oder halt Horror-Kram wie „The Purge“ oder „Paranormal Activity“ – der Mann streut breit, riskiert auch mal Flops und erhol sich dann bei den großen Würfen. Ein, wie ich finde, richtig guter Wurf ist ihm zusammen mit Regisseur Scott Derrickson gelungen und zwar mit „Sinister“.

Darin findet Autor Ellison Oswalt auf dem Dachboden seines neuen Hauses eine Kiste mit alten Super-8-Filmen. Und jeder Mensch, der „The Ring“ gesehen hat, weiß, dass man mysteriöse Videos besser nicht gucken sollte. Doch Ellison macht genau das und ist mit Aufzeichnungen von furchtbaren Morden passieren – Familienmorde. Und ein Unglück passierte in dem Haus, in dem Ellison gerade mit seiner Familie eingezogen ist (was der Autor wußte, aber seiner Frau verschwiegen hat). Je mehr Ellison Nachforschungen anstellt, desto unschöner wird das Ganze aber auch bald.

Ich – beim Gucken von „Sinister“

 

Und auch „The Ring“ ist ein gutes Stichwort, denn angeblich soll Derricksons Co-Autor C. Robert Cargill nach dem Gucken von „The Ring“ einen Traum gehabt haben, in dem er Super-8-Filme auf dem Dachboden findet. Naja… ist auf jeden Fall ne coole Story, die einmal mehr zeigt: „Leute, schreibt eure merkwürdigen Träume auf, Hollywood könnte damit was anzufangen wissen.“

Aber kommen wir zurück zu „Sinister“. Ich gebe zu, am Anfang war ich eher unsicher, ob das was werden würde. Statt gleich mit der Keule auf einen loszugehen, geht der Film (abgesehen von einer kleinen, unschönen Erhängungsszene gleich zu Beginn) tatsächlich eher etwas ruhiger los. Gaaanz vorsichtig tasten wir uns mit Ellison heran… dabei gelingt es Derrickson auf klassische Art und Weise eine ziemlich unheimliche Atmosphäre zu erzeugen. Auf der einen Seite haben wir halt die üblichen verdächtigen Geräusche, Gesichter, die plötzlich auf den Videos auftauchen oder sich auf Fotos bewegen, auf der anderen Seite bleibt natürlich immer die Frage, was es mit den Morden auf sich hat. Wie hängt alles zusammen und schweben Ellison und seine Familie wirklich in Gefahr?

„Sinister“ wird mehr zu einer Art Detektiv-Spiel mit Horror-Elementen. Aber ich muss sagen, es hat mich bei Laune gehalten… und der Twist war ein unerwarteter. Dazu kommt ja auch die Neuinterpretation des Boogieman – die ist zugegebenermaßen ein kleines bisschen haarsträubend, aber immerhin taucht so dann auch der obligatorische Dämonen-Experte auf und sagt, was Sache ist. Aber darüber kann und sollte man hinwegschauen, denn „Sinister“ ist echt einfach nur krass. Wie gesagt, es fängt langsam an, aber je mehr man weiß, desto krasser wird das Ganze.

Dazu kommt, dass mir hier Ethan Hawke mal wieder richtig gut gefallen. Der Gute scheint sich ja jetzt neben Sachen wie „Boyhood“ durch kleinere, aber feinere Projekte wieder aufzubauen – man nehme zuletzt nur sein „Predestination“. Hawke macht sich gut in der Rolle als Autor, als Schnüffler…

Ein guter Ethan Hawke, eine spannende Story und gute Effekte – „Sinister“ lässt Euch aufschrecken und mit Spannung darauf warten, was es mit diesem Boogieman nun wirklich auf sich hat. Also mal wieder ein Erfolg im Jason-Blum-Produzier-Spiel!

Wertung: 9 von 10 Punkten (netter Twist zur ganzen Boogieman-Sache)

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5 Kommentare leave one →
  1. 13. März 2015 08:31

    Der hat mir auch sehr gefallen. Teilweise zwar etwas viele Klischees, aber sehr gute Atmosphäre und das Ende hätte ich tatsächlich nicht unbedingt erwartet.

    • donpozuelo permalink*
      16. März 2015 08:59

      Ja, es waren schon einige Klischees dabei, aber lieber Klischees gut verarbeitet, als neuer Kram mies umgesetzt. Von daher… der Film ist spannend und unvorhersehbar, hat mir echt gut gefallen.

  2. 13. März 2015 18:56

    Ja, der hat mich auch positiv überrascht, auch wenn ich nicht ganz so euphorisch war wie Du; aber gut isser 🙂

    • donpozuelo permalink*
      16. März 2015 09:00

      Die Euphorie kommt einfach daher, dass es endlich mal seit langem wieder ein guter Horror-Film war… das habe ich mal wieder gebraucht 😉

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  1. Zauber-Doktor Merkwürdig | Going To The Movies

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