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Ripley Nr. 8

9. März 2015

Es erscheint ja einem Joss-Whedon-Fan schon fast absurd, wenn man etwas von Whedon schaut, dass nicht gut ist. Klar kennt der gute Mann und damit natürlich auch seine Fans herbe Niederlagen… aber normalerweise sind Beispiele wie „Dollhouse“ oder „Firefly“ ja eher so, dass das Gute von Whedon nicht gesehen wird. Doch jetzt habe ich tatsächlich einen Film geworden für den Whedon das Drehbuch geschrieben hat… und der einfach furchtbar. Allerdings ist das, wenn man ihm glauben möchte (und das möchte ich ganz doll), nicht Whedons Schuld, der selbst gesagt haben soll, dass der fertige Film nichts mit seinem Originaldrehbuch gemein hat und absolut „unschaubar“ sei!

Recht hat er, der gute Joss. Denn der vierte Teil der Alien-Saga ist wirklich nur schwer zu ertragen (und das Whedons Name als Drehbuchautor dabei steht, macht es nicht besser). Nachdem sie ja eigentlich im dritten Teil der Reihe gestorben ist, taucht Ellen Ripley (Sigeourney Weaver) im vierten einfach wieder auf. Dem Klonen sei Dank. Dadurch hat sie allerdings auch ein bisschen Alien-DNS abbekommen und ist für die Wissenschaftler fast genauso interessant wie die Alien-Königin und ihre Babys, die durch Ripleys Wiedergeburt ebenfalls neu erschaffen werden konnten. Doch natürlich geht irgendwie alles schief, die Aliens kommen frei und gemeinsam mit Ron Perlman und Winona Ryder und noch weiteren eher uninteressanten Nebencharakteren muss Ripley einmal mehr um ihr Leben kämpfen.

Mamas Liebling…

Das Schlimme an „Alien – Die Wiedergeburt“ ist, dass tatsächlich nicht mehr wirklich viel vom Alien-Charme überlebt hat. Klar, das fing schon irgendwie mit dem dritten Teil an, aber wenigstens hatte der noch so ein bisschen was Düsteres und Klaustrophobisches. In Teil 4 bekommen wir sofort Aliens und dazu eine Ripley, die schon fast eine Superheldin ist. Und vielleicht ist es das, was mich dann doch am meisten gestört hat…

Sigeourney Weaver war zwar immer im Vordergrund, schließlich war sie die Hauptdarstellerin (zumindest ab Teil 2), aber sie war immer subtil, verletzlich, ängstlich. Sie kannte zwar die Gefahr, aber sie war in den meisten Fällen auch eher machtlos, brauchte eine gewisse Zeit, um sich einen Plan gegen die Aliens auszudenken. Nichts davon findet sich in „Alien – Die Wiedergeburt“ wieder. Ripley wird hier dank Alien-DNS zur Überkriegerin! Aus der sympathischen Kämpferin wird so eine Art Über-Alien-Amazone, die schon fast in bester Arnie-Manier blöde Sprüche klopft.

Dazu bekommt sie halt ein paar unspannende Nebencharaktere, deren einzige Aufgabe es ist, wie die Fliegen wegzusterben. Dafür gibt’s mal wieder ein bisschen mehr Alien-Action, aber selbst die ist jetzt nicht besonders erwähnenswert. Irgendwie tragisch wird’s, wenn man am Ende – VORSICHT SPOILER – dieses merkwürdige Alien-Mensch-Hybrid zu Gesicht bekommt… da fragt man sich dann schon ein bisschen, was das Ganze soll.

„Alien 4“ hat der Reihe leider nichts Neues gebracht, sondern versucht einfach nur, altbekanntes neu aufzukochen. Das einzig wirklich Interessante an dem ganzen Film ist für mich die Tatsache, dass Regisseur Jean-Pierre Jeunet vier Jahre nach „Alien – Die Wiedergeburt“ mit einem Film in die Kinos kam, der unterschiedlicher nicht hätte sein können: „Die fabelhafte Welt der Amelie“. Dass Jeunet doch gute Geschichten erzählen kann, ist also nicht von der Hand zu weisen, weswegen man sich dann doch wieder fragen muss, was bei diesem vierten Teil der „Alien“-Reihe schief gelaufen ist… denn wenn man schon ein Drehbuch von Whedon hat, sollte doch vielleicht was besseres bei rauskommen als dieses recht langweilige Machwerk.

Wertung: 4 von 10 Punkten (außer den Aliens selbst erinnert nicht mehr wirklich viel an die gute alte Zeit der Xenomorphen)

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9 Kommentare leave one →
  1. 9. März 2015 13:44

    Ich scheine einer der wenigen zu sein, die „Alien: Resurrection“ trotz der offensichtlichen Fehler wirklich mögen. Und ich finde man erkennt auf jeden Fall immer noch Whedons Schreibe.

    • donpozuelo permalink*
      9. März 2015 16:17

      😀 Wahrscheinlich gehörst du da zu den wenigen… das mag stimmen. Komischerweise mochte ich ihn früher auch sehr viel mehr. Aber das wiederholte Schauen war mir dann doch sehr schwer gefallen… aber ja, man merkt schon ein bisschen den Whedon-Touch… aber auch nur ein bisschen.

  2. dexterward64 permalink
    9. März 2015 19:41

    Ich hasse diesen Film, besonders das Ende, geht gar nicht. 😀

    • donpozuelo permalink*
      10. März 2015 16:59

      Das Ende ist wirklich übel… 😉

  3. 10. März 2015 21:46

    Ich kann mich nur noch an Winona Ryder erinnern. 😉

  4. 11. März 2015 21:28

    Nach dem Film brauchte er wahrscheinlich ein bisschen was fröhliches, fabelhaftes XD

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