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Schwammtastischer Schwachsinn

2. März 2015

Jeder Serien-Macher muss sich, wenn er seine Serie ins Kino bringen will, wohl einer Sache ganz sicher sein: Wird dieser Film nur was für Fans der Serie oder soll der Film darüber hinaus auch noch Nicht-Fans ansprechen? Ein kleines Dilemma also… denn bei dem Versuch, auch für ein breiteres Publikum interessant zu sein, muss man vielleicht Abstriche machen, die bei den Fans für Verärgerung sorgen könnten. Da möchte man meinen, dass bei einer Serie wie „Spongebob Schwammkopf“ diese Fragestellung ziemlich einfach zu beantworten sein müsste: Die Serie läuft ja eh gefühlt den ganzen Tag auf irgendwelchen Kindersendern, egal in welchem Land man sich gerade aufhält. Auf der anderen Seite hat Spongebob jetzt auch nicht unbedingt eine groß übergeordnete Story. Solange der Schwammkopf Burger brät, Thaddäus Tentakel rum meckert, Mr. Krabs geizig ist und Plankton versucht, die Krabbenburger-Formel zu stehlen, ist alles soweit in Ordnung. Da finden sich dann auch Neueinsteiger gut zu Recht.

Nun, für den ersten Spongebob-Kinofilm hat das noch wirklich gut gepasst, doch wer bei „Spongebob Schwammkopf 3D“ nicht ein bisschen was davon weiß, wie verrückt die Serie manchmal sein kann, der wird sich vielleicht ein bisschen wundern. Oder vielleicht sogar sehr wundern.

„Spongebob Schwammkopf 3D“ ist eigentlich nichts anderes als eine etwas längere Folge der Serie. Was nichts schlimmes ist, sondern einfach nur zeigen soll… ja, was eigentlich? Dass man nicht zu viel erwarten soll? Dass die Macher einfach so weitermachen wie bisher? Nehmen wir das Letztere, das klingt besser: Die Krabbenburger-Formel wird entwendet, doch ist es dieses Mal erstaunlicherweise nicht Plankton, der Schuld hat. Wer es jedoch ist, wissen wir nicht. Natürlich bricht daraufhin unter Wasser die Apokalypse aus. In bester „Mad Max“-Manier wird hier ausgerastet, wirre Lederkostüme und Anarchie inbegriffen. Um alles wieder richtig zu stellen, muss Spongebob mit Plankton als Team zusammenarbeiten… und mit Hilfe einer Zeitmaschine versuchen die beiden nun den Diebstahl der Rezeptur zu verhindern.

Kinder, Finger weg von den Drogen!!!

Dieser Film ist wirklich schwammgelber Schwachsinn, den man mögen muss. Denn den Machern scheint in diesem Film wirklich einfach alles egal zu sein. Hier wird ein absurder Spongebob-Gag an den nächsten gereiht. Unterwasser-Blödsinn war nie gelber als in diesem Film. Das verlangt dem Zuschauer daher eine gewisse Affinität für so etwas an. Wer jetzt einen netten Familien-Animationsfilm erwartet, ist möglicherweise ein wenig fehl am Platze. Wieso? Naja… weil „Spongebob Schwammkopf 3D“ oftmals halt wirklich ein merkwürdiger Trip ist. Und die Betonung liegt dabei eindeutig auf dem Wort „Trip“.

Denn a) würde ich zu gerne wissen, was die Macher so alles inhaliert und geschluckt haben, um diesen Film zu drehen und b) wünsche ich niemandem, bekifft oder anderweitig verplant in diesen Film zu gehen. Das könnte wahrscheinlich sehr verwirrend und verstörend werden. Aber beginnen wir von vorne: Stellt Euch einfach mal die Drogentrip-Szenen aus „21 Jump Street“ und „22 Jump Street“ vor. Besonders die aus dem zweiten Teil mit Channing Tatum in einer Art merkwürdigem Schlaraffenland. Dann wisst ihr zumindest schon mal grob, was Plankton passiert, wenn er versucht, in Spongebobs Gedanken einzutauchen. Süß, aber auch sehr gruselig.

Richtig abgedreht werden dann die Zeitreisen. Hier müsst ihr euch diese Szene aus „2001 – Odyssee im Weltall“ von Kubrick vorstellen, in dem wir Richtung Jupiter reisen und diese langen Farbsequenzen bekommen. Dazu kommt noch ein echt schräger Song und diese Zeitreise-Szenen bringen euch wirklich in andere Sphären. Wenn ihr das dann überstanden habt, wundern euch auch sprechende Delfine in Illuminati-Pyramdien-Raumschiffen überhaupt nicht mehr. 😉

Ihr seht also, „Spongebob Schwammkopf 3D“ verlangt euch einiges ab, aber wie gesagt, wer darauf gefasst ist, wird gut unterhalten. Dazu muss ich noch erwähnen, dass diese ganzen 3D-Figuren, die im Trailer so häufig auftauchen, wirklich erst zum Ende des Films kommen. Ansonsten gibt’s halt klassischen Spongebob mit LSD-Zugabe.

Der erste Spongebob-Schwammkopf-Film war gradliniger und etwas abwechslungsreicher und noch nicht so ganz wirr wie dieser zweite Teil. Aber gerade das macht irgendwie auch den Charme des zweiten Films aus: Die Macher haben halt wirklich einfach ihr Ding durchgezogen… ohne Rücksicht auf Verluste (oder etwaige arme Kiffer-Köpfe im Kino)

Wertung: 7 von 10 Punkten (verrückt, verrückter, Spongebob 3D – ab jetzt wirklich nur noch was für Fans)

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6 Kommentare leave one →
  1. 2. März 2015 09:21

    Willst du mir etwa sagen, dass ich den Film doch noch sehen muss?

    • donpozuelo permalink*
      2. März 2015 10:28

      Wenn du schwammtastischen Schwachsinn sehen willst, dann solltest du dir den anschauen. Ich hatte auch erst kleinere Bedenken (gerade, weil diese 3D-Animationen im Trailer so Überhand hatten), aber es ist wirklich schön blöd und halt richtig durchgeknallt. 😉

      • 2. März 2015 10:30

        Joa, ich denke, dann muss ich den wohl noch sehen. Danke fürs Überzeugen.

        • donpozuelo permalink*
          2. März 2015 10:31

          😀 Immer gern. Ich hoffe, du wirst nicht enttäuscht werden.

  2. Frau Margarete permalink
    2. März 2015 19:38

    Ooohje, genau das was ich befürchtet hatte 😉 Ich bin nicht der größte Spongebob-Fan und gerade diese abgedrehten, LSD-artigen Momente der Serie mag ich gar nicht – den Film kann ich mir also ganz sicher sparen 😀

    • donpozuelo permalink*
      2. März 2015 19:50

      😀 😀 😀 Ja, dann kannst du dir das wirklich sparen. Hier bekommst du davon nämlich eine volle 90-Minuten-Dröhnung. Wäre gesundheitlich und psychisch vielleicht nicht unbedingt empfehlenswert für dich 😀 😀 😀

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