Zum Inhalt springen

Die letzte Party

27. Februar 2015

Was würdest du tun, wenn ein Meteorit auf der Erde einschlägt und du nur noch wenige Stunden hast, bis die Druckwelle dich erreicht und alles vernichtet? Es ist diese Frage, die sich Regisseur und Drehbuchautor Zak Hilditch in seinem Film „These Final Hours“ stellt. Und es ist eine interessante Frage, die wahrscheinlich jeder für sich individuell beantworten muss. Ich glaube, ich würde mich echt mit der Familie und geliebten Menschen zusammensetzen und einfach diese letzten finalen Stunden so gut wie es geht verbringen. Oder ich würde mich abschießen… auf einer der letzten Parties, die diese Erde gesehen hat… womit wir dann bei „These Finals Hours“ angekommen wären.

In „These Final Hours“ präsentiert uns Hilditch mit einer Reihe anderer, durchaus plausibler Möglichkeiten: Da bringen sich Menschen in ihrer Verzweiflung um, da drehen welche durch und rennen kreischend und bewaffnet durch die Straßen. Andere wiederum feiern einfach eine fette Party, die den Orgien der alten Römern in nichts nachsteht. Auf diese Party will auch James (Nathan Phillips). Doch auf dem Weg dahin rettet er die kleine Rose (Angourie Rice) aus den Fängen von zwei Entführern. Da sie ihren Vater nicht finden können, nimmt James Rose erst einmal mit zu seiner Party…

Vorsicht, hinter Tor 1 könnte auch der Zonk lauern…

„These Final Hours“ gehört in die Sparte der minimalistischen Endzeit-Filme und hat mich gerade zu Anfang immer ein bisschen an „Quiet Earth“ erinnert. Genau wie bei dem kommt „These Final Hours“ auch ohne große Effekte aus und vermittelt dennoch ein gutes Gefühl von Endzeit. Es reicht der zwischendurch immer wieder vorkommende Radiomoderator schon fast aus, der in so einer Mischung aus Predigt und Kommentar dem Zuschauer ein Bild davon vermittelt, was gerade passiert ist.

Ansonsten lebt „These Final Hours“ ähnlich wie „Quiet Earth“ von einfachen Mitteln: leere Straßen, stehengebliebene Autos und sonst nichts weiter. Gerade zu Beginn sehen wir dann auch in kurzen Szenen, wie die Menschen mit dem nahenden Ende umgehen. Einige haben Sex, andere haben sich umgebracht, wieder andere plündern (warum auch immer) und so weiter… selbst James muss sich ja die Frage stellen, was er in diesem Chaos machen will. Und die lustigste Lösung des Films hat James’ Mutter, die meint, sie hätte da noch ein Puzzle, was sie unbedingt fertig machen will.

Auf jeden Fall kommt endzeitliche Stimmung schon sehr gut auf in „These Final Hours“. Wenn James dann mit seinem Auto durch dieses in Sepia-Töne getränkte Australien fährt, erwartet man fast noch irgendwo Mel Gibson an der nächsten Ecke, der als „Mad Max“ auf einen Auftrag wartet. Was aber nicht passiert…

„These Final Hours“ lebt zum einen von der Atmosphäre, zum anderen aber auch sehr von Nathan Phillips. Phillips hat sich zuletzt erst durch die „Chernobyl Diaries“ gequält, aber das wollen wir ihm mal nicht vorhalten 😉 Denn in diesem Film gelingt es ihm ziemlich gut, den Film fast im Alleingang zu tragen. Ist ja immer das schwierige an Endzeitfilmen, die sich auf eine Person beziehen. Der Darsteller muss sitzen, muss der ganzen düsteren Atmosphäre ein menschliches Gesicht geben. Und Phillips durchwandert sehr schön die verschiedenen Stadien eines Mannes, der sich nicht so ganz sicher ist, was er eigentlich machen soll. Er ist missmutig, genervt, mit der ganzen Angelegenheit eigentlich überfordert. Und die Rettung der kleinen Rose bringt erst wieder so richtig Perspektive in seine letzten Stunden auf Erden. Durch sie findet er Struktur… und so etwas wie einen Sinn in dem, was er tut.

„These Final Hours“ geht selbst dabei sehr schnörkellos ans Werk. Hier wird jetzt nicht extrem auf die Tränendrüsen gedrückt oder sonst irgendwas. James ist ein Normalo-Typ in einer kleinen Welt, die so ein bisschen am Durchdrehen ist… er ist nachvollziehbar und sympathisch.

Insgesamt ist „These Final Hours“ ein spannender Film, der seinen Zuschauer selber so ein bisschen mit der Frage zurücklässt: Was würdest du tun? Es ist jetzt sicherlich kein Meisterwerk, aber einmal mehr ein guter Beweis dafür, dass man auch mit wenig viel erreichen kann.

Wertung: 8 von 10 Punkten (party on, wayne… party on, garth… was jetzt nix mit dem Film zu tun hat, mir aber einfiel zum Thema Party)

5 Kommentare leave one →
  1. 28. Februar 2015 07:48

    Klingt gut – hatte ihn leider auf dem letzten Fantasy Filmfest verpasst :/

    • donpozuelo permalink*
      28. Februar 2015 14:02

      Ist ja jetzt auf DVD raus. Kann man sich echt angucken.

  2. 28. Februar 2015 23:21

    Den mochte ich auch, hatte was sehr Authentisches und Nachdenkenswertes.

    • donpozuelo permalink*
      1. März 2015 12:01

      Jupp.. auf jeden Fall. Das hat mir auch so gefallen an dem Film.

Trackbacks

  1. Video-Botschaft aus dem Jenseits | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: