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Ei oder Henne?

4. Februar 2015

Es ist ja die große Frage, die für stundenlange Diskussionen führen kann, wenn man sich denn darauf einlässt: Was war zuerst da? Das Ei oder die Henne? Wenn es das Ei ist, dann muss man sich doch fragen, woher es kommt. Eine Henne könnte es ja nicht gelegt haben. Und selbst wenn das Ei zuerst da war, würde damit ja nichts passieren. Es ist ja nur ein Ei. Und das gleiche Problem hat man dann irgendwie auch, wenn die Henne zuerst da war. Die könnte zwar ein Ei legen, aber das war’s dann auch. Eine verwirrende Fragestellung, bei der man sich immer weiter und weiter reinreden könnte. Wie ich jetzt auf die Ei-oder-Henne-Frage komme? Nun ja, weil Ethan Hawke in dem Zeitreise-Thriller namens „Predestination“ eine andere Antwort auf diese Frage hat. Für ihn war zuerst der Hahn da… genau…

Aber genau so sehr wie man sich von der Frage „Ei oder Henne“ nicht verwirren lassen darf, genau so muss man es auch mit „Predestination“ machen. Denn in ihrem Zeitreise-Abenteuer lassen die Spierig-Brüder alle uns bekannten „Regeln“ fürs Zeitreisen außer Acht. Deswegen würde der arme Doc Brown hier nur wild mit dem Kopf schütteln… aber so absurd und „unlogisch“ dieser Film auch sein mag, genauso unterhaltsam und fesselnd ist er auch.

Ethan Hawke spielt einen Zeitreise-Agenten, der in bester „Minority Report“-Manier Verbrechen verhindern soll, bevor sie überhaupt passieren. Doch im Fall des berüchtigten Fizzle-Bombers hinkt er immer etwas hinterher. Der tötet 1975 durch eine Explosion in New York fast 11.000 Menschen. Deswegen reist Hawke ins Jahr 1975 und tarnt sich dort als Barkeeper. So trifft er auf John, der ihm seine unglaubliche Geschichte erzählt: Denn geboren wurde John 1945 als Jane (Sarah Snook), eine Waise, die als Hochbegabte versucht, bei einem Raumfahrt-Programm mitzumachen, dann aber von einem Mann betrogen wird. Und der Barkeeper bietet ihr die Möglichkeit an, sich an diesem Mann zu rächen und nimmt sie mit zurück in der Zeit… der Beginn einer Zeitreise-Logik, die – wie schon gesagt – Doc Brown einen Herzinfarkt bescheren würde.

Ei oder Henne… who cares?

Das Problem, vor dem ich jetzt stehe, ist folgendes: Ich kann und darf euch wirklich nicht mehr über diesen Film sagen – außer halt dem, was ich schon häufiger angedeutet habe: „Predestination“ kümmert sich nicht um Zeitreise-Paradoxa. Und deswegen ist es ein Film, über den man nicht sonderlich groß nachdenken sollte. Denn hier werden Logiklöcher aufgetan, in denen man den Mount Everest versenken könnte und trotzdem noch genug Platz hätte. Dazu kommt eigentlich, dass man die höchst absurde Auflösung des ganzen Films eigentlich relativ schnell aufgeschlüsselt hat…

Doch so negativ wie sich riesige Logiklöcher und Vorhersehbarkeit auch anhören, im Fall von „Predestination“ ist das alles nicht negativ gemeint. Für ihr Drehbuch haben sich die Spierig-Brüder wohl einfach mal gedacht, wenn schon verwirrendes Zeitreisen, dann so richtig. Mit allen WTF-Momenten, die man nur haben kann. Dass Marty McFly kurz mit seiner eigenen Mutter anbändelt, ist im Vergleich zu dem, was wir in „Predestination“ geboten bekommen, Kindergarten. Hier wird so ein herrliches Netz gesponnen, die absurde Story wird geradezu zelebriert… und das wiederum hilft der Vorhersehbarkeit des Films. Denn auch wenn man sich seine Ideen zurechtsetzt, erwischt man sich dann doch dabei, wie man zu sich selbst sagt: „Nein, das können die nicht bringen! Das wäre doch irgendwie zu abgefahren und zu krass!“ Aber darauf pfeifen die Spierigs und konzentrieren sich lieber darauf, aus „Predestination“ einen wirklich spannenden und gut konzipierten Film zu machen. Man muss zwar immer am Ball bleiben, wird dafür aber auch reichlich entlohnt. Denn der Film macht einfach nur Spaß.

Dazu kommt ein gut aufgelegter Ethan Hawke (der ja schon in „Daybreakers“ für die Spierigs am Start war) und eine grandios gute, wenn auch noch eher unbekannte Sarah Snook, die als junger Mann ein bisschen aussieht wie ein junger Leonardo DiCaprio (zumindest war das mein erster Gedanke… 😉 )

„Predestination“ ist ein Film, der wirklich nur gut unterhalten will… und das gelingt auch wunderbar. Der Film macht Spaß und am Ende kann man sich dann wieder der Frage mit dem Ei, der Henne oder halt dem Hahn zuwenden… und sich fleißig in merkwürdig-absurden Diskussionen verlieren. Wie halt der Film selbst auch…

Wertung: 9 von 10 Punkten (es lebe die Zeitreise-Unlogik!!!)

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12 Kommentare leave one →
  1. 4. Februar 2015 21:08

    Hm, ist das ein direkt auf DVD Ding? Sagt mir nichts. Aber Zeitreise mag ich mit oder ohne Grizzly ;-D

  2. 4. Februar 2015 21:09

    Huch, jetzt mit Moderation?

    • donpozuelo permalink*
      4. Februar 2015 23:54

      Eigentlich nicht. Hast du ne andere Mail-Adresse als sonst verwendet? Das könnte es sein. Dann muss ich das immer erst „genehmigen“ 😉

      Und ja, das ist so ein Direct-to-DVD-Ding. Aber wirklich gut. Funktioniert auch ohne Grizzly und ist aber fast genauso herrlich absurd.

      • 5. Februar 2015 17:17

        Ich hatte die Email für Facebook geändert, das wird’s gewesen sein.

        • donpozuelo permalink*
          5. Februar 2015 23:44

          Siehste… dieses Kommentar war ja auch gleich ohne Moderation da 😉 Welcome back!

  3. 5. Februar 2015 20:28

    Jau, der war wirklich unterhaltsam ^^

    • donpozuelo permalink*
      5. Februar 2015 23:45

      Auf jeden Fall. Ich habe danach erstmal herzlich gelacht über diese herrliche Absurdität 😀

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