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Der coolste Luftballon der Welt

2. Februar 2015

So ein Disney-Charakter hat es nie wirklich leicht. Vor allem, die ja doch eigentlich so kinderfreundlich sein sollten. Aber schon von Anfang an leiden Disney-Charaktere darunter, dass sie Waisen sind. Mal wird uns erspart, wie es dazu kommt; manchmal müssen wir so richtig leiden, wenn eines der Elternteile stirbt… am heftigsten trifft mich ja nach wie vor der Tod von Mufasa in „Der König der Löwen“. Da möchte man wirklich nicht unbedingt ein Disney-Charakter sein. Irgendwie zu viel Leid, bevor die coolen Abenteuer losgehen.

Auch in Disneys erstem animierten Marvel-Film nach einem eher unbekannteren Marvel-Comic muss unser Held erst einmal ziemlich leiden – wie halt alle Helden! Und vor allem alle Disney-Helden. In „Baymax“ (oder im englischen Originaltitel „Big Hero 6“) lernen wir deas junge Genie Hiro Hamada kennen. Seine Eltern hat er schon verlieren, da verliert er auch noch seinen Bruder bei einem Brand. Das Einzige, was ihm bleibt, ist ein riesiger, aufblasbarer Gesundheitsroboter namens Baymax, den sein Bruder entwickelt hat. Doch statt in seiner Trauer über den Tod des Bruders zu versinken, sorgt ein merkwürdiger Typ mit Maske und gedankengesteuerten Micro-Bots, die Hiro entwickelt hat, für ordentlich Ärger. Also rüstet Hiro Baymax auf und macht sich gemeinsam mit den Freunden seines Bruders auf, den Maskenmann zu bekämpfen.

Haariges Baby… 😀

Sonst rege ich mich ja immer gerne auf, wenn aus englischen Titeln im Deutschen so merkwürdige Neuerfindungen werden. Und auch wenn ich das „Riesige Robowabohu“ noch nicht einmal aussprechen möchte (geschweige denn kann, ohne nicht über meine eigene Zunge zu stolpern), ist es doch irgendwie erstaunlich, dass der deutsche Titel „Baymax“ dieses Mal sogar treffender ist als das Original. Denn wie es uns schon alle Trailer und Spots zu diesem Film deutlich machen: Der eigentliche Held und die meiste Sympathie bekommt halt dieser knuddelig-knuffige Ballon-Superheld, der durch amüsante Slapstick-Momente glänzt und durch seine Einfachheit bewegt.

Baymax ist ein Superheld, der keiner sein will. Ihm geht es nur um das Wohlbefinden seines „Patienten“ und dafür würde er (fast) alles tun. Und mit „Baymax“ hat Disney sich einen Roboter auf die Leinwand gezaubert, den man einfach nur lieben muss. Ob er nun betrunken durch die Gegend torkelt, weil sein Akku so gut wie leer ist oder ob er sich schwer tut, den Fist Bump mit anschließender Explosion perfekt hinzubekommen… dieser gemütliche, weiße Gigant berührt. Weswegen er auch die erste Hälfte des Films klar dominiert. Hier gibt’s dann auch die meisten Lacher, weil so ein großer Luftballon-Mann hat’s nicht immer leicht im Leben.

Ein bisschen mehr Action liefert dann die zweite Hälfte. Hier rücken dann auch die anderen der „Big Hero 6“ etwas mehr in den Vordergrund. Die neuen Helden sind alle gerade deswegen interessant, weil sie jetzt keine Superkräfte in dem Sinne haben, sondern in Batman-Manier auf ihre Kostüme und Gadgets bauen müssen. Am amüsantesten unter ihnen ist der leicht durchgeknallte Comic-Nerd Fred, der ein witziges Geheimnis hat und auch für einen sehr kultigen Stan-Lee-Cameo sorgt.

„Baymax“ ist beste Unterhaltung – eine Superhelden-Comic-Verfilmung passend für Kinder gemacht. Das merkt man dann vor allem daran, dass einem die Story keine großen Überraschungen bringt. Als Mensch, der man so ein, zwei Filme in seinem Leben gesehen hat, durchschaut man das Ganze ziemlich schnell… aber das stört nicht, denn man darf ja nicht vergessen, dass „Baymax“ a) ein Film für Kinder ist und b) trotzdem oder gerade deswegen bestens unterhält. Wenn „Baymax“ allerdings nicht so einen kultigen Luftballon-Helden hätte, würde dieser Story das gewisse Etwas fehlen. So rettet Baymax letzten Endes nicht nur die Welt, sondern auch diesen Film davor, einfach nur so lala zu sein.

Wertung: 8 von 10 Punkten (wo bleibt jetzt mein persönlicher Baymax???)

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