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Der fliegende Alptraum

14. Januar 2015

Alaska… ich gestehe, ich weiß nicht wirklich viel über Alaska – außer vielleicht, dass es da ziemlich kalt sein kann und dass Dagobert Duck am Yukon River ein bisschen was von seinem Reichtum gefunden hat. Also alles wirklich wichtige Infos zum Thema Alaska. Zu diesen trivialen kommt jetzt eine weitere Info… die dann doch alles andere ein bisschen in den Schatten rückt: Denn Alaska hat einen unheimlichen Bewohner… einen gewissen Robert Hansen, der zwischen 1971 und 1983 mehr als 17 Frauen entführte, vergewaltigte und ermordete… und woher kenne ich dieses Arschloch? Nun, Regisseur Scott Walker erzählt in seinem Debütfilm „Frozen Ground“ die Geschichte von Hansen und seiner Überführung.

Die junge Prostituierte Cindy (Vanessa Hudgens) wird schreiend und in Handschellen gefesselt in einem Hotelzimmer gefunden. Sie beschuldigt Robert Hansen (John Cusack), sie vergewaltigt zu haben. Doch die Polizei kann nur wenig tun: Hansen ist verheiratet und gilt als aufrichtiges Mitglied der Gesellschaft… es scheint fast so, als wäre Hansen aus dem Schneider. Allerdings ist da noch Polizist Jack (Nicolas Cage), der durch den Fund einer Mädchenleiche auf Cindys Geschichte aufmerksam wird und eine ganze Reihe alter Fälle öffnet, die einem ähnlichen Motiv folgen….

Keine Sonne? Egal, die Brille ist trotzdem cool…

Ganz ehrlich, das „Beste“ an „Frozen Ground“ ist John Cusack in der Rolle des Serienmörders. Denn Cusack kennt man ja eigentlich fast ausschließlich aus „netten“ Rollen, wo er den Guten spielt… was irgendwie zu ihm passt, weil Cusack eben auch aussieht wie der freundliche Typ von nebenan, mit dem man mal ein Bierchen trinken könnte. Dieses Unscheinbare kann sich Cusack in „Frozen Ground“ spielerisch zunutze machen. Er sieht nicht aus wie ein Killer, doch wenn es aus ihm ausbricht, kriegt man es förmlich mit der Angst zu tun. John Cusack gibt diesem Monster eine Fassade, hinter die man nicht wirklich schauen kann. John Cusack gibt Hansen genau dieses „Er war doch sonst immer so nett“…

Während Cusack als Serienmörder Hansen einem wirklich verdammt unheimlich ist, wirken Nic Cage und Vanessa Hudgens ziemlich blass. Was vor allem für Cage ungewöhnlich ist, denn in „Frozen Ground“ spielt er mal halbwegs normal… vielleicht ein bisschen zu normal, denn seinem Jack fehlen schon ein paar Ecken und Kanten. Natürlich basiert der Film auf wahren Begebenheiten und deswegen sollte man den echten Jack nicht zu einer merkwürdigen Cage-Figur werden lassen. Doch in diesem Fall erscheint mir Cage fast als Fehlbesetzung… man hat die ganze Zeit das Gefühl, da fehlt irgendwas. Das Gleiche gilt auch für Vanessa Hudgens… die darf ein bisschen tanzen, ein bisschen Drogen nehmen, ein bisschen heulen und Zigarette rauchen. Bei ihr hatte ich das Gefühl, dass sie mit der Rolle am wenigstens anfangen konnte. Egal, was sie hier macht, sie wirkt nervig und überfordert mit der Rolle.

Aber vielleicht liegt das auch an Regisseur Scott Walker, der schon ein paar Schwierigkeiten hat, die Story so richtig ins Rollen zu bringen. Und ja, ich erinnere mich selber wieder gerne daran, dass hier alles auf wahren Begebenheiten beruht, aber trotzdem hätte ein bisschen mehr Spannung einem Thriller, einer Jagd nach einem Serienkiller schon gut getan. Man hat zwar schon das Gefühl, dass Nic Cages Jack nicht sonderlich viel macht außer seiner einzigen Zeugin Cindy hinterher zu jagen und dank ein paar dummer Zufälle auf die richtigen Fährten zu kommen. So mag die Realität vielleicht auch ausgesehen haben, doch für einen Film erwarte ich dann doch ein bisschen mehr.

„Frozen Ground“ hat natürlich den unheimlichen „Bonus“, dass alles wirklich wahr ist und wir einmal mehr vor Augen geführt bekommen, was für ein Monster der Mensch doch sein kann. Als Film selbst bleibt „Frozen Ground“ aber weniger unheimlich, sondern stellenweise einfach etwas langatmig und uninspiriert… was ich einmal mehr auch ein bisschen auf Hudgens zurückführe, die einfach überhaupt nicht funktioniert hat.

Wertung: 5 von 10 Punkten (Cusack ist unheimlich, Cage blass und Hudgens einfach nur mies)

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5 Kommentare leave one →
  1. 14. Januar 2015 11:55

    Cusack als Antagonist wäre ja sogar ne ganz interessante Sache, aber der Film leidet wohl mal wieder unter dem Post-Lord-Of-War-Cage-Syndrom.

    • donpozuelo permalink*
      14. Januar 2015 12:38

      Cusack könnte tatsächlich öfter mal solche Rollen spielen… das kann er eigentlich ziemlich gut. Und der Film leidet an so viel mehr als nur dem Post-Lord-of-War-Cage-Syndrom… 😉

  2. 14. Januar 2015 19:58

    So schlecht fand ich die Hudgens gar nicht und ab und an mal nen „blassen“ (ich täte eher: zurückgenommenen) Cage kann auch nicht schaden. Fand das Ende bzw. die finale halbe Stunde ziemlich enttäuschend, vom Setting und der Atmosphäre aber ganz nett.

    • donpozuelo permalink*
      15. Januar 2015 08:58

      Mit Cage hast du wohl Recht. Wahrscheinlich liegt’s einfach daran, dass man schon zu sehr gewohnt ist, ihn hier und da mal ausflippen zu sehen. 😉

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