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My home is my Panzer

9. Januar 2015

Ich sage ja nicht oft gute Dinge über Shia LaBeouf, aber ich sage auch nie wirklich schlechte Dinge über ihn. Was aber beides irgendwie daran liegen könnte, dass ich ihm filmisch gesehen nicht so oft über den Weg laufe. Außer in der Transformers-Trilogie und in „Lawless“ habe ich ihn kaum irgendwo mal gesehen. Aber immerhin hat er mir in „Lawless“ verdammt gut gefallen. Tja, und was den Kram angeht, den er so abseits der Filmsets so treibt… da sage ich mir immer: „Soll er nur machen! Wenn’s ihm in den Kram passt, kann er von mir aus auch gerne mit einer Papiertüte überm Kopf durch die Gegend laufen!“ Jeder halt so, wie er mag… Was ich wohl damit sagen will, ist, dass mir das Thema Shia LaBeouf mittlerweile echt ziemlich egal ist… aber ich hätte doch nicht gedacht, dass ich von Shia LaBeouf mal folgendes voller Überzeugung sagen würde:

„Das einzig Gute an diesem Film ist Shia LaBeouf!“

Bam… und welcher Film ist das, fragt ihr euch… nun, es handelt sich um David Ayers „Herz aus Stahl“. Darin spielt Brad Pitt eine Light-Version von Lieutenant Aldo Raine aus „Inglourious Basterds“. Als Don Collier ist er Anführer einer Panzerbesatzung in Deutschland im Zweiten Weltkrieg, die ihren Panzer nicht nur liebevoll als Zuhause bezeichnen, sondern ihm auch gleich noch den klingenden Namen „Fury“ gegeben haben. Dons Truppe gehört – neben „The Walking Dead“-Jon Bernthal und „End of Watch“-Michael Pena – auch Shia LaBeouf als „Bible“ an, ein merkwürdiger Typ, der die Bibel zitiert, sich bei Plünderungen brav zurückhält und den besten Porno-Bart der Besatzung hat. Dazu kommt später noch Logan Lerman als unerfahrener Bursche, der mit dem Krieg nicht wirklich klar kommt.

Sie sammeln dieses Mal keine Nazi-Skalps…

Tja… und in „Herz aus Stahl“ ist Shia LaBeouf wirklich das Beste. Denn im Gegensatz zu allen anderen habe ich ihm seine Figurenzeichnung irgendwie abgekauft. Vielleicht war was dran an seiner Method-Acting-Sache mit dem Sich-nicht-waschen und im Panzer schlafen. LaBeouf strahlt wenigstens noch was aus… ihm am nächsten kommt dann tatsächlich noch Jon Bernthal als leicht durchgeknallter Typ, der durch den Krieg schon sämtliche Bezüge zur Realität verloren zu haben scheint. Ansonsten ist die Besetzung von „Herz aus Stahl“ eher mau… Pitts Don soll Vater-Figur sein, bleibt aber zu jeder Zeit recht blass und kommt irgendwie nicht richtig aus dem Knick. Da hilft es auch nicht, wenn er sich Logan Lerman ein wenig zur Brust nimmt… denn dem kauft man nun wirklich gar nichts ab. Erst weint er, dann missbraucht er eine Deutsche, isst ein paar Eier und fühlt sich wie der King – bereit, die bösen Nazis zu killen. Sicherlich kein ungewöhnlicher „Werdegang“ für junge Soldaten im Krieg, nur hier wird’s sehr lapidar abgehandelt. Tja, und am Ende haben wir noch Michael Pena, der gefühlt nur da ist, um die Exoten-Quote aufrecht zu halten und hin und wieder mal ein bisschen auf Spanisch fluchen darf.

Und was die Darsteller durch ihre extrem Klischee behafteten Rollen nicht ruinieren, das macht Regisseur David Ayer dann zunichte. Denn letztendlich ist „Herz aus Stahl“ ein riesiger, ewig langer und leider vollkommen belangloser Kriegsfilm… ja, ein paar Panzerkampf-Sequenzen sind ihm ganz gut gelungen, aber es entsteht einfach keine Geschichte. Und dabei gelingt es ihm auch nicht durch die gefühlte Leere dem Irrsinn des Kriegs einen Spiegel vorzuhalten… wie es etwa Kathryn Bigelow in „The Hurt Locker“ grandios hinbekommt. Nein, „Herz aus Stahl“ ist wirklich einfach nur belanglos und langweilig… erst ein bisschen kämpfen, dann gibt es eine dröge und nichts sagende Szene mit Pitt, Lerman und zwei Frauen, in der man uns dann noch sowas wie Liebe vorgaukeln möchte. Amerikaner waren und sind im Krieg ja schließlich brave Jungs… und wenn Logan Lerman mit der jungen Emma schläft, dann natürlich nur aus Liebe… klar…

Irgendwann wird der Film dann kurzzeitig zu einer Art „300“ – nur ohne Spartaner oder Perser… und ist dann endlich auch vorbei. Zurückbleibt der Ärger darüber, sich diesen Kram im Kino angeschaut zu haben… denn überall behauptete Ayer, einen authentischen Panzerfilm machen zu wollen, aber dann hätte er doch bitte bei seinem Panzer anfangen sollen. Die Aufnahmen im Inneren lassen immer vermuten, dass der Panzer so an die dreißig Meter lang ist… bei der Kopf- und Beinfreiheit, die in dem Ding herrscht. Authentisch sieht dann doch ein bisschen anders aus… und selbst wenn, das gegeben gewesen wäre, hätte immer noch eine Story gefehlt, die einen irgendwie packt. Oder Charaktere, die einen emotional auch nur zwei Sekunden berühren… aber gut, immerhin schafft das der gute Shia LaBeouf ziemlich gut. Auch wenn er nur eine Mini-Rolle hat…

Diesen Film kann man sich dann doch echt sparen…

Wertung: 4 von 10 Punkten (in so ziemlich jeder Hinsicht belanglos…)

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12 Kommentare leave one →
  1. 9. Januar 2015 08:58

    Dachte ich mir schon. Mehr Stahl als Herz, der Film. Da kann ich mir das Kinogeld ja sparen. 🙂

    • donpozuelo permalink*
      9. Januar 2015 09:33

      Da ist weder Stahl noch Herz 😀 Den kann man sich wirklich sparen…

  2. 9. Januar 2015 09:17

    Mich haben von vorneherein die positiven Kritiken verwundert.

    Wenn du lieber einen anderen Panzer-Film sehen willst, musst du mal „Lebanon“ anschauen (wobei der auch keine Granate ist).

    • donpozuelo permalink*
      9. Januar 2015 09:34

      Okay, danke für den Tipp… werd ich mir mal merken.

  3. 9. Januar 2015 12:23

    oh. Den wollte ich beinahe angucken. Nun spar ich mir das. Danke?! 😉

    • donpozuelo permalink*
      9. Januar 2015 15:42

      Den kannst du dir wirklich sparen. Da bin ich mir eigentlich ziemlich sicher. Alle mit denen ich über den Film gesprochen habe (und die ihn natürlich auch gesehen haben), sagen eigentlich das Gleiche wie ich… von daher… vielleicht irgendwann mal im Heimkino??? 😉

  4. 11. Januar 2015 11:40

    Ich war schon die ganze Zeit über misstrauisch, als die eine oder andere amerikanische Filmwebseite sich fast vor Freude über den Film überschlagen hat. Als ich den Trailer gesehen habe, fand ich eigentlich nur Argumente den Film nicht zu gucken. Mir kam das vor wie ein ziemlich auswechselbarer Kriegsactioner, der den Amerikaner wieder als den Kriegshelden darstellt und alle Deutschen sind ja sowieso böse und irgendwie feiert das dann jeder ab … nee, hatte ich keine Lust drauf. Aber wo kommt die Euphorie her? Ist es vielleicht letztendlich doch vielschichtig und übt auch Kritik an den Amerikanern im Krieg? Scheint ja nicht so zu sein …. werde den jedenfalls jetzt erst recht nicht gucken. XD Danke nochmal für die Warnung.

    • donpozuelo permalink*
      11. Januar 2015 12:55

      Nein, Kritik an den Amerikaner wird in keinster Weise geübt. Wie gesagt, wenn die deutsche Frauen zum Sex mitnehmen, scheint das in diesem Film schon fast was Gutes zu sein. Und sie sind die Übergötter, die einfach nur eine Granate ins Blinde werfen und sofort fünf, sechs deutsche Soldaten niederstrecken. Dieser Film übt weder Kritik noch trägt er irgendeine Moral oder sonst was… das Einzige, was uns dieser Film sagt, ist wie geil und mutig und ehrenhaft die amerikanischen Soldaten für ihr Land gekämpft haben und dass sie wie die Spartaner in „300“ gegen alles kämpfen. Amerikanische Soldaten sind keine Egoisten, sie denken nicht an sich selbst, sie denken immer erst an das große Ganze… und stellen ihre eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund. Genau!!!!

      Die Warnung kommt gern…

      • 17. Januar 2015 12:40

        oh man … ich dachte solche Filme werden nicht mehr gemacht, weil die Amis das mitlerweile auch nicht mehr glauben. Aber naja — da hab ich mich wohl getäuscht.

        • donpozuelo permalink*
          19. Januar 2015 09:02

          Tja, hin und wieder wird’s noch einmal versucht… vielleicht brauchen die das im Moment auch gerade wieder ein bisschen mehr. In den USA läuft der Film ja, glaube ich, recht gut…

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