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Six seasons and a movie!

3. Dezember 2014

Serien weichen nur ungern von ihren gesetzten Pfaden ab. Und wenn sie es tun, dann eigentlich immer nur dann, wenn sie sich sicher sein können, ihre Fans mit ein oder zwei „andersartigen“ Folgen nicht zu sehr zu überfordern. Dann bekommt man hier und da mal eine Musical-Folge („Scrubs“, „Buffy“, etc… die Liste toller Musical-Folgen ist lang) oder da macht man sich mal gekonnt über sich selbst lustig („Akte X“ hat das immer wunderbar hinbekommen). Aber es bleibt dann für gewöhnlich bei ein paar wenigen Folgen. Das sind dann die Ausnahmen, wo man einfach mal ein bisschen durchdreht, um danach aber wieder ordentlich weiterzumachen.

Doch es gibt ja Ausnahmen zu jeder Regel… und die zweite Staffel von „Community“ ist so eine Ausnahme. Denn statt einer Folge, die vielleicht ein bisschen aus dem Ruder gerät, gerät hier eigentlich alles aus dem Ruder, Chaos regiert und zurück bleibt ein Zuschauer, der entweder das Interesse verliert, weil es keine Ordnung mehr gibt, oder der gar nicht mehr aufhören will zu schauen, weil Staffel 2 einfach nur herrlich absurd ist.

Ich darf verkünden, ich gehöre zu letzteren. Das Leben der Lerngruppe von Jeff (Joel McHale), Britta (Gillian Jacobs), Annie (Alison Brie), Shirley (Yvette Nicole Brown), Troy (Donald Glover), Abed (Danny Pudi) und Pierce (Chevy Chase) geht normal weiter… naja, so normal wie es bei den sieben halt zu gehen kann. Nachdem der Spanischkurs vorbei isst, belegen sie im zweiten Jahr Anthropologie zusammen. Zumindest ist das so der grobe Vorwand, denn die Serienmacher nutzen, um… ja, um eigentlich zu machen, wonach ihnen gerade der Sinn steht.

Annie, Annie, Annie… 😉

Ich wurde ja schon in den Kommentaren zur ersten Staffel „vorgewarnt“, dass es in Staffel 2 alles noch ein bisschen abgedrehter zugeht. Aber ich hätte ehrlich gesagt, nie mit dem gerechnet, was ich da gesehen habe. Es ist skurril und wunderbar zugleich. Ich finde es nach wie vor bemerkenswert, dass die Macher diese Gruppe nur als grobes Grundgerüst nutzen, um alles mögliche einmal durchzuspielen. Es geht nur darum, ein Ort und Darsteller zu haben… die den grandiosen Ideen von Dan Harmon als Grundlage dienen.

Ich meine, nehmen wir mal nur die Weihnachtsfolge, die vollkommen unerwartet als Stop-Motion-Knetfiguren-Folge daher kommt und trotzdem perfekt Sinn ergibt. Oder die „Dungeons & Dragons“-Folge, die erst zur Hälfte der Episode deutlich macht, warum wir diesen Leuten dabei zu sehen, wie sie zum ersten Mal unter die Pen-and-Paper-Spieler gehen. Und das Geile an Staffel 2 ist, dass man diese Beispiele ewig weiterführen kann. Da wird Armageddon grandios veralbert oder Abed dreht einen religiösen Film, in dem die „Deleted Scenes“ möglicherweise der eigentliche Film ist, während der eigentliche Filme eigentlich zu den „Deleted Scenes“ gehört… WTF!!!

Es gibt eine grandiose Zombie-Folge, Verschwörungstheorien, da wird Theater gespielt und es werden Kinder geboren. Man kann eigentlich jede Folge der zweiten Staffel als Beispiel dafür nennen, dass Harmon und Co. einfach keine Grenzen kennen. Darauf wird gepfiffen. Die werden sich wahrscheinlich gesagt haben: „Okay, wer bis hierher gekommen ist, der ist auf unserer Seite.“ Und es stimmt. Dank der nach wie vor großartigen Darsteller bleiben selbst die irrsten Folgen ein absoluter Traum an Pop-Kultur-Referenzen, Eigen-Zitaten und allem, was man sich für die erweiterte „Meta-Ebene“ von „Community“ nur wünschen kann (ich meine allein die Folge, in der all diese Rückblenden stattfinden… und wo dann auch das berühmte „Six seasons and a movie“ ausgesprochen wird… GROSSARTIG!!!)

I’ll have the Royale with Cheese!!!

Dazu muss ich sagen, bin ich sehr froh, dass sowohl Ken Jeongs Rolle als auch die von Jim Rash als Dean Pelton ausgebaut wurden.

War die erste Staffel noch ein vorsichtiges Herantasten an das, was die Fans akzeptieren würden, ist Staffel 2 ein Kopfsprung rein in den Wahnsinn namens „Community“. Eigentlich könnte man nach dem Finale gleich wieder von vorne mit Staffel 2 anfangen (oder wenigstens mit diesem großartigen Western- / Star Wars-Paintball-Finale). Ihr seht schon, ich komme aus dem Schwärmen nicht mehr heraus… von daher höre ich jetzt auf, setze mich an die dritte Staffel und sehe zu, dass ich alle, die die Serie in meinem Freundeskreis noch nicht kennen, bekehren kann!!!!

Wertung: 10 von 10 Punkten (diese zweite Staffel ist der reinste Wirbelsturm an grandios-absurdem Humor und verrückten Ideen… bitte unbedingt mehr davon!!!)

P.S.: Hoffen wir mal, dass die Prophezeiung wahr wird!!! Six seasons and a movie, baby!!!!

8 Kommentare leave one →
  1. 3. Dezember 2014 13:52

    Six Seasons sind ja schon mal erreicht. Fehlt eigentlich nur noch der Film.

    Einige der genialsten Folgen stehen dir übrigens noch bevor. Staffel 3 geht da noch mal nen Schritt weiter, aber ich will nicht zu viel verraten.

    • donpozuelo permalink*
      3. Dezember 2014 14:44

      😀 Sehr gut. Ich bin weiterhin sehr gespannt…

  2. Illegitim permalink
    3. Dezember 2014 15:39

    Nichts hinzuzufügen.

  3. 7. Dezember 2014 23:45

    Ich beneide dich ein bisschen um dein erstes Mal. 😛

    Aber das ist bei jeder Serie, die ich ins Herz geschlossen habe so… Ich bin brutal gespannt, wie du die kommenden Seasons findest – da spalten sich ja dann die Meinungen.

    Übrigens auch zu empfehlen: Nachzulesen, was Dan Harmon und Chevy Chase für Douchebags sind. Mindert in meinem Fall die Freude an dieser Serie nicht, aber dennoch gut zu wissen. 😛

    • donpozuelo permalink*
      8. Dezember 2014 09:22

      Oha… okay… dann werde ich mir mal Harmon und Chase genauer anschauen 😀

      Und ich kann zumindest jetzt schon sagen, dass mir die dritte Staffel immer noch sehr gut gefällt. Aber die gespalteten Meinungen sind ja, wie ich gehört habe, wohl eher für vier und fünf, nicht wahr? 😉

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