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Zombie-Arm-Prothese

28. November 2014

Tommy Wirkola hat mit „Dead Snow“ einen wunderbar trashigen Zombie-Film gedreht… mit vielen sympathischen Filmzitaten und Verweise und mit sehr viel Liebe für Splatter-Einlagen. Danach wurde Hollywood natürlich aufmerksam und Wirkola folgte dem Ruf der angeblichen Traumfabrik, wo er etwas produzierte, dass ihm nicht so wirklich entsprach. „Hänsel & Gretel: Hexenjäger“ war erstaunlich blutleer und auch langweilig (man stelle sich nur vor, wie der Film gewesen wäre, wenn Wirkola ihn in Norwegen gedreht hätte 😉 ). Und auch wenn daraus jetzt mehr werden soll, ging Wirkola wieder in seine alte Heimat zurück und bescherte uns etwas, dass nicht abgefahrener hätte sein können – die Fortsetzung zu „Dead Snow“: „Dead Snow – Red vs. Dead“.

Martin (Vegar Hoel) ist der einzige, der den Angriff der Nazi-Zombies unter der Führung von Standartenführer Herzog überlebt hat. Doch noch am Ende des ersten Teils muss der einarmige Martin (der Arm musste in bester „Evil Dead 2“-Manier abgeschnitten werden) gegen einen Herzog kämpfen, der sich an Martins Fluchtauto klammert. Zum Glück kann Martin Herzog abschütteln… baut aber einen Unfall und wacht anschließend im Krankenhaus wieder auf. Mit zwei Armen… denn Herzogs abgetrennter Arm wurde ihm als sein eigener von den Ärzten angenäht. Nun hat Martin also einen ziemlich bösen und unberechenbaren Zombie-Arm. Doch das ist nicht das einzige Problem: Herzog und seine Horden sind immer noch unterwegs. Und nur Martin kann sie aufhalten… naja, Martin, sein Zombie-Arm und recht unerwartete Hilfe.

Noch mehr Zombies??? Ist nicht euer Ernst???

Tommy Wirkola macht das, was jede Fortsetzung versucht: Er versucht den Vorgänger zu übertrumpfen. Und auf sehr, sehr merkwürdige und auch sehr, sehr lustige Art und Weise gelingt ihm das. Vielleicht lässt sich das Ganze am besten mit der „Alien“-Reihe vergleichen: War „Dead Snow“ noch wie Ridley Scotts „Alien“ – ein bisschen düster, mehr Grusel-Faktor – so ist „Dead Snow – Red vs. Dead“ James Camerons „Aliens“. Das heißt im Klartext, es gibt von allem ein bisschen mehr, mehr Viecher, mehr Action. Wirkola macht es genau so: Es gibt mehr Zombies und mehr mutige Menschen, die sich ihnen entgegen stellen – aus den USA tritt das „Zombie Squad“ an – ein skurriler Haufen Nerds, von denen eine Dame ständig nur „Star Wars“ zitiert!

Für seine Fortsetzung pfeift Wirkola dann auch auf die üblichen Genre-Grenzen, was Zombies angeht… und lässt dies sogar von einem der Nerds im Film so verlauten. „Dead Snow: Red vs. Dead“ bietet in Sachen Zombies ein paar nette Erneuerung, die Wirkola geschickt dafür ausnutzt, um einfach noch mehr Zombies auftauchen zu lassen. Das Ganze gipfelt dann – so viel darf ich verraten, ohne das es ein Spoiler wird – auf einem Fussballfeld in einem absurden Zombie-Kampf-Finale, bei dem man gar nicht mehr weiß, was man sich hier gerade anschaut. Vielleicht musste sich Wirkola einfach den PG-13-Frust von den „Hexenjägern“ von der Seele filmen… weswegen er im zweiten Teil seiner Nazi-Zombies vor wirklich gar nichts mehr halt – diese Nazi-Zombies nehmen auf nichts Rücksicht, fahren Panzer und werden dabei sogar sehr kreativ, wenn es darum geht, Benzin zu zapfen.

Wer den ersten Teil schon mochte, wird auch mit diesem Nazi-Zombie-Gekloppe seinen Spaß haben. Wirkola hatte ihn auf jeden Fall und ich auch.

Wertung: 8 von 10 Punkten (noch absurder und noch abgefahrener als der erste Teil)

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2 Kommentare leave one →
  1. 28. November 2014 19:02

    Ach ja, da denke ich mit Freude zurück. Ich liebe den Streifen einfach und ich habe mich großartig amüsiert. Ich dachte zwar, man kann da nichts mehr toppen, Wirkula konnte aber und wie gesagt: Total Eclipse of the Heard höre ich heute mit ganz anderen Ohren :))

    • donpozuelo permalink*
      29. November 2014 23:40

      😀 Oh Gott, ja… der Song ist nach diesem Film einfach nicht mehr der gleiche 😀

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