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Donde esta la biblioteca?

26. November 2014

Mit „The Breakfast Club“ hat John Hughes auf wunderbare Weise gezeigt, was passiert, wenn man fünf sehr unterschiedliche Schüler in einen Raum einsperrt. Das Ganze ist ja schon fast ein kleines Sozial-Experiment, bei dem wir zuschauen dürfen, wie der Nerd, die Prinzessin, die Außenseiterin, der Sportler und der Rebell erst gegeneinander antreten, um am Ende Gemeinsamkeiten zu finden, die sie mit einander verbinden. Also wenn ihr ihn noch nicht gesehen haben solltet, wird’s höchste Zeit.

Warum ich jetzt auf „Breakfast Club“ zu sprechen kommen? Nun ja, weil ich mich nach langer, langer Zeit des Wartens endlich mal der von so vielen Menschen geliebten Serie „Community“ gewidmet habe. Und da wird ja auch nicht zufällig gleich in der ersten Folge der ersten Staffel „The Breakfast Club“ zitiert… denn im Grunde ist „Community“ in der ersten Staffel genau das:

Jeff Winger (Joel McHale) hat ein Problem: Die Rechtsanwaltskanzlei bei der er arbeitet, hat ihn rausgeschmissen, weil sein Abschluss nicht von der Columbia University, sondern aus Columbia, dem Land, stammt und nichts wert ist. Also muss Jeff ans Community College Greendale, um irgendwie seinen Abschluss nachzuholen. Im Spanischunterricht von Senor Chang (Ken Jeong) wirft Jeff ein Auge auf Britta (Gillian Jacobs). Um ihr näher zu kommen, erfindet er eine Nachhilfe-Gruppe für Spanisch… in der neben ihm und Britta ganz schnell noch ein paar andere sitzen: Da hätten wir die leicht neurotische Annie (Alison Brie), die devote Christin und Single-Mom Shirley (Yvette Nicole Brown), den leicht dümmlichen Ex-Sportstar Troy (Donald Glover), Film-Student Abed (Danny Pudi) und den alten alten Pierce (Chevy Chase). Ein „Breakfast Club“ der Neuzeit also… und auch dieser Club wird durch seine gemeinsamen „Abenteuer“ zusammenwachsen.

Meine neuen „Friends“…

Puh… eine lange, aber nötige Auflistung aller wichtigen Charaktere (obwohl es natürlich auch noch so viele wunderbare Nebencharaktere am College gibt). „Community“ wird (oder besser: hat vermutlich – schließlich hinke ich ja ziemlich hinterher) wie „Friends“ Diskussionen auslösen, wer aus dieser Gruppe cooler ist. Klar, der offensichtliche Favorit ist sicherlich Danny Pudis Abed, der mit seinen Querverweisen und Pop-Kultur-Kommentaren selbst noch den Jungs aus „The Big Bang Theory“ den kalten Schweiß auf die Stirn treiben würde. Noch besser wird Abed nur im Doppelpack mit Troy, ein echter Sympathie-Träger – und Mitbegründer des besten spanischen Raps aller Zeiten (wer’s nicht kennt, googelt einfach mal die Überschrift dieser Review). Und auch wenn alle anderen – von Joel McHale über Gillian Jacobs und Alison Brie bis zu Yvette Nicole Brown – wirklich super sind. Mein heimlicher Star ist Chevy Chase… der Typ ist großartig, hat einen echt schrägen, oft sehr perversen und rassistischen Touch… denn der gute alte Mann aber selbst gar nicht als solchen wahrnimmt.

Doch es sind zum Glück nicht nur die Charaktere, die „Community“ in seiner ersten Staffel zu einer äußerst viel versprechenden Serie machen. Es ist eine äußerst interessante und vielseitige Art des Schreibens, die die Macher rund um Serien-Schöpfer Dan Harmon an den Tag legen. Was das angeht, entfernt sich „Community“ gekonnt vom üblichen Sitcom-Einheitsbrei… und ja, selbst die Meta-Ebene der Serie ist schon ein bisschen sehr viel cooler (weil auch manchmal etwas subtiler, manchmal aber auch mitten ins Gesicht) als bei „Big Bang Theory“. „Community“ spielt charmant mit den üblichen Klischees… so gibt’s auch hier reichlich romantische Anwandlungen, die aber nie ins Kitschige wandern (und die ganze erste Staffel mit einem sehr spannenden Cliffhanger beenden).

Aber „Community“ kreist halt immer sehr schön um sich selbst, da werden mal hier und mal da Grüppchen gebildet. Die Dynamik in dieser kleinen Gemeinschaft wird bis in die Vollen ausgeschöpft. Dazu kommen gerade zum Ende hin sehr skurrile Folgen… dazu gehört unter anderem eine etwas andere Version von „GoodFellas“ und eine Paintball-Folge, die so wunderbar aus dem Ruder läuft, das sie mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

„Community“ hat mich nach der ersten Staffel schon ordentlich angefixt… und ich freue mich jetzt schon auf mehr.

Wertung: 9 von 10 Punkten (an dieses College muss man einfach mal gehen)

28 Kommentare leave one →
  1. 26. November 2014 08:10

    Oh ja, die erste Staffel war wirklich großartig und mit einigen legendären Folgen! Leider kann die Serie das Niveau nicht ganz halten.

    • donpozuelo permalink*
      26. November 2014 09:52

      Echt nicht??? Kann ich ja gar nicht glauben… bis jetzt habe ich von allen nur gehört, dass es gerade in Staffel 2 und 3 richtig rund geht 😀

      • 26. November 2014 10:00

        Er lügt. Es geht auf und ab, aber wird nie schlecht. 🙂

        • donpozuelo permalink*
          26. November 2014 10:20

          Na, na… jeder darf seine Meinung frei äußern 😀 Aber gut, das, was du sagst, deckt sich eher mit dem, was ich bisher so gehört habe 😀

  2. 26. November 2014 09:19

    Cool. Coo, Coo, Cool… diese Serie.

  3. 26. November 2014 09:33

    Dazu habe ich nur drei Worte: Cool, cool, cool.

    • donpozuelo permalink*
      26. November 2014 09:52

      Scheint ein beliebtes Kredo für diese Serie zu sein 😀

  4. Illegitim permalink
    26. November 2014 11:06

    Jawoll. Zweite Staffel wird noch mal besser, danach geht es leicht abwärts, bleibt aber immer okay, selbst in Nicht-Dan-Harmon-Zeiten.

    • donpozuelo permalink*
      26. November 2014 11:07

      Sehr gut… das ist doch mal ne Aussage 😀 Ich bin gespannt…

  5. 26. November 2014 11:44

    Großartige Serie! Die zweite Staffel ist immer noch fantastisch, danach geht es ein wenig bergab. Ich freue mich schon auf die Komplettsichtung irgendwann. Ganz großes Kino! 🙂

  6. 26. November 2014 12:15

    Die Serie mit den sympathischsten Fans der Welt. Gefühlt nur Hardcorefans. Der Spanischrap hat mir übrigens zwei der drei Jahre Spanischunterricht gerettet. Haaach…

    • donpozuelo permalink*
      26. November 2014 22:11

      Echt? Hast du den da auch gebracht? 😀
      Das mit den Hardcore-Fans kann ich mir gut vorstellen… ich entwickle mich auch gerade in die Richtung 😀

      • 26. November 2014 22:14

        Ich hab den mit einem Freund eigentlich ununterbrochen gesungen. *lach*

        Normalerweise schneide ich sie für alle gleich aus, aber dir kann ich ihn nur auf elektronischem Weg übermitteln:

        Willkommen, mein Lieber!^^

        • donpozuelo permalink*
          27. November 2014 08:28

          Danke, danke… ich weiß zwar noch nicht genau, was es mit dem Bart auf sich hat, aber das wird sicherlich noch klären 😀

        • 27. November 2014 10:58

          Schneide den aus und sei gewappnet für die 3. Staffel.

        • donpozuelo permalink*
          27. November 2014 16:25

          That’s nice!!! Danke 😀

  7. 26. November 2014 14:09

    Ich fand Season 2 und 3 auch noch ne ecke besser. 4 war dann eher schwach, was eben daran lag, dass Dan Harmon weg war. Es kommt aber auch darauf an, was man erwartet. Staffel 2 und 3 gehen nämlich viel stärker in die Richtung, die die erste erst gegen Ende mit der GoodFellas Parodie oder der Actionfilm-Homage mit Paintball einschlägt. Davon gibt es in den nächsten Staffeln viel mehr und noch genialeren Kram. Wenn man diese Parodien mag, ist das ein absolutes Fest. Trotzdem schafft man es in diesem ganzen Gewusel von verrückten Ideen aber auch, die Charaktere nicht zu kurz kommen zu lassen. Eine perfekte Mischung also.

    • donpozuelo permalink*
      26. November 2014 22:12

      Okay, sehr schön… das freut mich zu hören. Die Paintball- und die GoodFellas-Folgen waren einfach nur umwerfend. Schön absurd… so mag ich das. Von daher bin ich guter Dinge 😀

      • 26. November 2014 22:50

        Dann wird dir der weitere Verlauf definitiv gefallen. Da wird ABSURD groß geschrieben teilweise.

        • donpozuelo permalink*
          27. November 2014 08:28

          Absurd ist immer gut!!! 😀

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