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Soja-Soße macht dich frei!

29. Oktober 2014

David Wongs Buch „John Dies At The End“ gehört zu den merkwürdigsten Sachen, die ich je gelesen habe. Anfangs fand ich das Buch sogar noch sehr unterhaltsam, aber irgendwann stapelte Wong absurde Ideen über noch merkwürdigere Handlungsstränge, vermischte Horror, Science-Fiction und Komödie zu einem sehr merkwürdigen Genre-Mix, verlor sich in kleinen und großen Nebenerzählungen, um mich dann kurz vor dem Ende komplett zu verlieren. Das Buch hat zwar ein paar sehr coole Ideen und man muss Wongs Einfallsreichtum schon loben, aber so richtig rund war das alles nicht.

Von daher dürfte es wohl auch nicht verwundern, dass die Verfilmung von Wongs Buch genau den gleichen Makeln unterliegt. Und wie gesagt: Verrückte Ideen wären genug da gewesen, um da wirklich was merkwürdiges / gutes draus zu machen: „John Dies At The End“ erzählt die Geschichte der beiden Freunde David (Chase Williamson) und John (Rob Mayes). John kommt über einen Drogendealer in Kontakt mit einer neuen Substanz namens „soy sauce“… und das Zeug haut ordentlich rein. Doch als auch David damit in Kontakt kommt, wird schnell klar, dass die Soja-Soße definitiv nicht von dieser Welt ist. Nicht nur geschehen komische Dinge in der Stadt, nein, sie passieren auch direkt mit David und John.

Ein letzter Ausflug vor dem Tod???

„John Dies At The End“ ist – wie schon seine Vorlage – ein Sammelsurium an wilden Ideen… da wächst Fleisch und Wurst zu einem merkwürdigen Wurst-Mann zusammen, da kann Dave plötzlich per Hot Dog mit John kommunzieren, da stehen die Toten wieder auf… dieser Film ist wie ein Besuch im Spielzeugladen: Egal, wo man hinschaut, gibt es irgendwas zu erleben, man rennt kopflos hier hin und da hin, will alles anfassen und alles mitnehmen und am Ende kommt jemand und sagt dir, du darfst heute nichts aussuchen. „John Dies At The End“ bietet leider genau diese erschütterne Erfahrung. Das ganze Ding will einfach irgendwie nicht rund werden… ständig springt man hier hin und her, man bekommt gar keinen Moment Ruhe, was aber daran liegt, dass der Film verzweifelt versucht, uns das Gefühl zu geben, wir wären auch auf „soy sauce“.

Es ist ja alles ganz nett und voller spannender und witziger und abartiger Ideen, aber so richtig wird einfach kein Film draus. Vielleicht müsste man wirklich auf Droge sein, um „John Dies At The End“ mehr abzugewinnen… aber man erleidet hier (wie auch beim Buch) einen Ideen-Overkill. Weniger ist mehr, heißt es so schön… und das hätte dem Film definitiv gut getan (und das obwohl schon sehr viel aus dem Buch weggelassen wurde). Statt verrückter Ansammlung von Kram hätte eine etwas stringentere Story doch vielleicht ein bisschen mehr Sinn gemacht. Dem Film fehlt irgendwie der Zusammenhang, was aber letztendlich auch ein Problem des Buches ist…

Immerhin hat „John Dies At The End“ mit Chase Williamson und Rob Mayes zwei sehr sympathische Hauptdarsteller. Williamson streift als David immer leicht verpeilt durch diesen Film, was wiederum von Mayes aufgefangen wird, dessen John ja vollkommen schmerzfrei ist… aber immerhin ist er ja auch derjenige, der die Soja-Soße zuerst kostet und stirbt und durch ein Hot Dog kommuniziert. Wenn die beiden diesem Film gewordenen Irrsinn nicht so überzeugend die Stirn bieten würden… dann würde „John Dies At The End“ ein wenig weniger sehenswert sein.

So muss man wohl ehrlich sagen, dass der Film zwar allein wegen seiner zahlreichen Ideen und seiner beiden Darsteller einen Blick wert ist, aber mehr leider auch nicht. Da hätte man wirklich mehr draus machen können.

Wertung: 5 von 10 Punkten (nicht schlecht, aber auch nicht gut… guter Trash mit Effekten, die auch genau danach aussehen)

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4 Kommentare leave one →
  1. 29. Oktober 2014 20:20

    Ich mochte den Film sehr, aber ich mag Trash ala Coscarelli auch und mein Humorzentrum trifft er, aber ich kann mich erinnern, dass er damals bei vielen nicht besonders angekommen ist.

    • donpozuelo permalink*
      30. Oktober 2014 15:04

      Ich glaube, bei mir lag’s daran, dass ich das Buch vorher gelesen hatte… und ich mochte das Buch irgendwann schon nicht mehr so richtig, weil das teilweise noch wirrer ist… es ist aber schon ein unterhaltsamer Film…

  2. 31. Oktober 2014 19:58

    Steht auch noch auf meiner Watchliste – der Titel des Films ist auch reine Provokation. Muss … wissen …. ob John am Ende stirbt!!! Gngrjh … (aber nicht verraten! 😉 )

    • donpozuelo permalink*
      2. November 2014 15:10

      Ich verrate nichts… wieso auch… steht doch eh schon alles im Titel 😀

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