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John Locke ist der Teufel (?)

27. Oktober 2014

Terry O’Quinn, der sympathische Mann mit der Glatze und diesem gütigen Altherren-Lächeln, ist John Locke aus „LOST“. Das war er, das ist er und das wird er auch immer bleiben. Und wie ich das ja schon zu „FlashForward“ beschrieben habe: Man hält ja immer Ausschau, wenn es nicht gerade ein Ersatz für „LOST“ ist, dann ein Zeichen davon, dass es den „LOST“-Lieblingsschauspielern irgendwie noch gut geht. Es kann ja nicht sein, dass so viele talentierte Menschen nur eine wirklich gute Sache gemacht haben.

Deswegen war es mal an der Zeit, sich einen Terry O’Quinn abseits des John Locke anzuschauen. Und da fiel meine Wahl erst einmal auf „666 Park Avenue“. Darin spielt O’Quinn Gavin Doran, Besitzer des renommierten Drake, ein alter Apartmentkomplex mitten in New York. Doch das Drake ist kein gewöhnliches Haus, und Gavin Doran und seine Frau Olivia (Vanessa Williams) sind auch keine gewöhnlichen Hausbesitzer. Das müssen die frisch eingezogenen Jane Van Veen (Rachael Taylor) und ihr Freund Henry Martin (Dave Annable) sehr schnell feststellen. Denn die Dorans haben ein Auge auf Henry und seine Freundin getroffen… und unterstützen die beiden, wo sie nur können. Doch besonders Jane muss bald erkennen, dass im Drake merkwürdige und unheimliche Dinge vor sich gehen.

We have to go back, John!!!

Was mich ursprünglich (und neben Terry O’Quinn) an „666 Park Avenue“ gereizt hatte, war diese Mischung aus Horror und Drama. Erste Trailer sahen vielversprechend aus, doch dann wurde die Serie nach nur 13 Folgen wieder abgesetzt. Und da fragte ich mich dann einmal mehr: „Zu recht?“ Die traurige und ehrliche Antwort lautet allerdings „Ja, zu recht!“.

„666 Park Avenue“ gibt sich Mühe, ein bisschen „Rosemary’s Baby“, „Im Auftrag des Teufels“ und „Das Omen“ zu sein. Man möchte altmodischen Grusel mit neumodischem Drama verbinden. Eine gute Idee, sofern man sie denn auch umsetzen kann. Leider scheitert die Serie katastrophal daran, wirklich die passende Stimmung aufkommen zu lassen. Die Gruseleffekte (und auch die Effekte) im Allgemeinen erzeugen bei einer Serie, die 2012 entstanden ist, doch nur müdes Gähnen und Ungläubigkeit: Wenn da Menschen, die ihre Seite des Deals mit dem Teufel nicht einhalten können, von Wesen / anderen Seelen / was auch immer in die Wand oder in den Boden gezogen werden, schreit man eher wegen der schlechten CGI-Effekte. Musste das sein? Guter Grusel entsteht doch gerade dann, wenn man auf sowas verzichten kann. Kopfkino, Leute!!! Mehr davon, und „666 Park Avenue“ hätte vielleicht etwas spannender sein können.

Spannung ist auch irgendwie das richtige Stichwort, denn die will auch nicht wirklich aufkommen. Dass Gavin Doran der Teufel oder irgendwas ähnliches ist, wird nicht einmal groß verschwiegen, sondern ist in den ersten fünf Minuten klar. Somit ruiniert man sich einen schönen Plottwist und ein bisschen vom Mysterium, wer für all die merkwürdigen Geschehnisse im Haus nun wirklich verantwortlich ist. Dazu kommt, dass Jane nur in kleinen Schritten hinter das Geheimnis des Drakes kommt… und als die Serienmacher dann den Riegel vorgeschoben bekamen, geht auf einmal alles sehr schnell:

Immerhin ist das nämlich vorher bekannt gewesen, weswegen die Macher ein „vernünftiges“ Ende schreiben konnte, das nicht zu viele Fragen offenlässt. Meine Frage wäre aber eher, wie man sich das Ganze vorgestellt hat, wenn tatsächlich mehrere Staffeln zusammengekommen wären. Denn im Endeffekt ist „666 Park Avenue“ nur eine Soap Opera. Hübsche Menschen, Sex und Intrigen – mehr ist es leider nicht. Der Sex ist nur spärlich, die hübschen Menschen können meist nur bedingt gut schauspielern und die Intrigen sind weniger intrigant, weil man eh weiß, wer hinter allem steht.

Wenigstens schafft es Terry O’Quinn dann doch noch, der Serie ein bisschen Charme zu verleihen. Denn gerade sein gütiges Altherren-Lächeln passt perfekt zu der Rolle. Er ist der Gute und der Böse… fast schon wie in „LOST“ (upps, Spoiler). Gemeinsam mit einer wirklich guten Vanessa Williams ist das Ehepaar Doran noch am spannendsten anzuschauen.

Nur das war’s leider auch schon. Die 13 Folgen reichen wirklich komplett aus. Mehr hätte ich nicht gebraucht/ gewollt/ ertragen können. „666 Park Avenue“ hätte gut werden können, wenn man mehr auf Grusel und Geheimnistuerei gesetzt hätte als auf schlechte Effekte und hübsche Menschen.

Wertung: 4 von 10 Punkten (Terry O’Quinn hat was Besseres verdient!!!)

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7 Kommentare leave one →
  1. 27. Oktober 2014 10:37

    Nun gut bei mir klingeln schon bei Vanessa Williams alle Alarmglocken. Die Frau ist so ziemlich talentfrei und steht bei mir für mäßige Produktionen.
    So wie es aussieht, habe ich die Serie zu Recht wie der Teufel das Weihwasser gemieden 😀

    • donpozuelo permalink*
      27. Oktober 2014 11:03

      Schönes und vor allem passendes Wortspiel 😉 Und ist bei der Serie tatsächlich auch angebracht…

  2. Illegitim permalink
    27. Oktober 2014 11:05

    Dachte ich mir so in etwa, nachdem ich die Prämisse zum ersten Mal gehört hatte, und habe die Serie entsprechend auch gemieden wie, höh, der Teufel das Weihwasser.

    • Illegitim permalink
      27. Oktober 2014 11:08

      (Oh, vielleicht erst die anderen Kommentare lesen, bevor man die schlechten Wortspiele auspackt. :p)

      • donpozuelo permalink*
        27. Oktober 2014 11:49

        😀 Warum ist mir dieses Wortspiel nur für den Text nicht eingefallen??? Verdammt!!! Es passt ja wirklich perfekt… obwohl der Teufel hier ja schon in die Kirche gehen darf!

  3. 27. Oktober 2014 22:57

    Schade um die Serie und schade um Terry O’Quinn. Als ich von der Serie das erste Mal gelesen habe, malte ich mir das ziemlich cool aus. Aber die Serie ist echt auf so einem Telenovela-Niveau. Die schlechten Effekte habe ich auch total verdrängt XD

    • donpozuelo permalink*
      28. Oktober 2014 10:03

      😀 Verdrängung ist hier wahrscheinlich auch am besten… oder eine gute Dosis „LOST“, damit man sich dran erinnert, dass Terry auch was Gutes machen kann 😉 Telenovela trifft’s auch echt gut 😀 Vielleicht sollte man das einem spanischen Sender mal schicken… wenn die davon ein Remake machen, funktioniert das vielleicht sogar richtig gut 😀

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