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Familie ist alles!

13. Oktober 2014

Das Leben ist hart. Das Leben ist unfair… und wir sind ihm gnadenlos ausgesetzt und müssen irgendwie unseren Weg finden, um allem einen Sinn zu geben. Denn wenn wir diesen Sinn nicht finden, können wir uns eigentlich auch gleich vor den nächsten Bus schmeißen. Für Filme ist sowas natürlich immer ein guter Stoff, der sich dann damit rühmen kann, das wahre Leben einzufangen und etwas zu sein, dass ja nun wirklich jeden anspricht. Schließlich können wir der Suche nach dem Sinn in unserem Leben mehr abgewinnen als einem Superhelden, der gegen Superschurken kämpft.

Ein Experte für Sinn-Suche ist Zach Braff, der mit seinem Debüt „Garden State“ auf wundervolle Weise gezeigt hat, wie man so einen Film nach der Sinnsuche gestalten kann. Zehn Jahre nach „Garden State“ ist Zach Braff mit „Wish I Was Here“ wieder auf der Kinoleinwand… und erzählt die gleiche Geschichte eigentlich noch mal, nur dieses Mal leider weniger intensiv.

Aidan Bloom (Braff) hat es nicht einfach: Sein Vater (Mandy Patinkin) liegt im Sterben, seine eigene Karriere als Schauspieler kommt auch nicht voran, er muss seine Kinder Grace (Joey King) und Tucker (Pierce Gagnon) von der jüdischen Privatschule nehmen, weil er sie sich nicht mehr leisten kann. Also nutzt Aidan seine „freie“ Zeit, um seine Kinder selbst zu unterrichten, seinen Bruder Noah (Josh Gad) wieder mehr zum Vater hinzuführen… und allgemein sein Leben zu richten.

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Ich habe zwei „Probleme“ mit „Wish I Was Here“: Zum ersten hat man das Gefühl, Braff möchte viel zu sehr belehren. Braff packt den Film voll mit allen möglichen unmöglichen und möglichen Situationen, die einem das Leben in den Weg legen kann. Das wirkt leider nur sehr konstruiert… erst Arbeitslosigkeit, dann das Krebsleiden des Vaters, dann die Rebellion der Kinder, der entfremdete Bruder und die Tatsache, dass man im Leben einfach nicht darauf zählen darf, dass einem irgendwer hilft… in jeder nur möglichen Szene drückt uns Braff seine Lehre von der Familie auf. Und das ist ja auch nett, damit hat er schließlich auch Recht. Aber dennoch wirkt „Wish I Was Here“ in seiner Herführung dieser Braff’schen Lehre zu extrem. Der Film überreizt jede Unannehmlichkeit… und hier liegt dann auch ein bisschen mein zweites Problem mit „Wish I Was Here“:

Für jeden Lacher gibt es zwei, drei Szenen, die einem das Lachen im Hals stecken bleiben lassen. Der Film schwankt immer wieder zwischen wirklich lustigen Szenen und manchmal leider auch echtem Kitsch. Braff möchte seine Ansicht über den Sinn des Lebens (der für ihn ja nun offenkundig in der Familie liegt) immer wieder sehr stark unterstreichen und zieht die Stimmung deswegen in einigen Szenen zu sehr ins Dramatische. Und ganz ehrlich, mich hat dann auch immer wieder gestört, wie sehr er die religiöse Schiene bedient… immer wieder sucht Braffs Aidan seinen Rabbi auf, um Hilfe zu bekommen. Immerhin geht Braff nicht soweit, dass der Rabbi alle Antworten weiß… sonst hätte „Wish I Was Here“ eine wirklich zu religiöse Note abbekommen.

„Wish I Was Here“ wirkt vom Drehbuch her nicht so wirklich ausgereift… die einzelnen Episoden verlieren sich im großen Ganzen des Films. Jim Parsons Gastauftritt wirkt gezwungen – genauso wie der von Braffs „Scrubs“-Kumpel Donald Faison. Und gerade die Geschichte der beiden Brüder hätte Braff viel weiter ausbauen können.

Gerettet wird „Wish I Was Here“ hauptsächlich durch seine wirklich sympathischen Darsteller. Braff spielt seinen Sinn suchenden Aidan überzeugend, was sicherlich auch viel damit zu tun hat, dass Braff mit dem Drehbuch auch seine persönliche Geschichte erzählt. Auffällig ist in diesem Film allerdings Joey King: sie ist in diesem Film eine der interessantesten Charaktere und bietet der jungen King die Möglichkeit, alle anderen in diesem Film auszustechen. Nachdem ich sie schon in „White House Down“ mochte, denke ich mir mal, dass King noch eine steile Karriere vor sich… vorausgesetzt natürlich, sie kommt heil aus dieser Kinderstar-Phase heraus.

„Wish I Was Here“ ist nicht der große Wurf, der er hätte sein können. Aber das liegt halt auch einfach daran, dass Braff die gleiche Story schon einmal und sehr viel besser erzählt hat. Außerdem hätte er sich den Kitschfaktor und den erhobenen Zeigefinger sparen können. Manchmal ist zudem auch weniger mehr… und deswegen wirkt der Film halt mit all seiner Dramatik etwas zu überladen, zu unstrukturiert und zu gewollt.

Wertung: 6 von 10 Punkten (leider nur ein Aufguss von „Garden State“, hätte sicherlich mehr draus werden können)

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2 Kommentare leave one →
  1. 13. Oktober 2014 22:14

    Ich war von Garden State nicht so begeistert. Und wenn „Garden State“ bereits besser war, wird dieser Film mich wohl kaum begeistern können.
    Eher ein Film auf dessen Free TV Premiere ich warten werde.

    • donpozuelo permalink*
      14. Oktober 2014 07:19

      😀 Ja, dann reicht die Free-TV-Premiere wirklich vollkommen aus.

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