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Fast schwerelose Freibeuter

29. August 2014

Ich gestehe, dass ich manchmal schon recht einfach zu begeistern bin. Egal was es ist, verkauf es mir einigermaßen interessant und ich bin erst einmal schwer interessiert. Doch letztens war ich selbst erstaunt, wie schnell ich mich von einem Film begeistern ließ, von dem ich nur den Titel kannte. Aber bitte, wer würde bei dem Titel „Space Pirate Captain Harlock“ nicht zumindest mal verdutzt stehen bleiben, noch einmal zurück gehen und sich das Ganze genauer anschauen? „Space Pirate Captain Harlock“… hat doch einen interessanten Klang, oder nicht? Und dann ist da dieser düstere Typ auf dem Cover – mit Umhang und Degen und dem merkwürdigsten Schwan-Dodo-Hybrid als Papagei-Ersatz auf seiner Schulter und im Hintergrund ein riesiges Raumschiff… count me in!

Und „Space Pirate Captain Harlock“ liefert genau das, was das Cover verspricht: Der Typ ist wirklich ein echter Pirat… sogar mit Augenklappe und dunklem Geheimnis (und habe ich es schon erwähnt: unsterblich ist er auch noch). Unterwegs ist er mit seinem riesigen Schiff, der Arcadia und er widersetzt sich den Regeln der Regierung namens „Gaia Sanction“. Der Captain lebt zu einer Zeit, in der es 500 Milliarden Menschen im Universum gibt, die alle nur zu gerne wieder auf die Erde würden, aber die wurde als heilig erklärt und niemand darf sie betreten. Um Harlock und seiner Mannschaft das Handwerk zu legen, wird ein Agent namens Yama in die Bande eingeschleust… denn Harlock platziert überall im Weltall Bomben und kein Mensch weiß, warum…

Don’t mess with the captain…

Der Captain und seine Crew sind ein Team, das schon lange unterwegs ist… und damit meine ich nicht die 100 Jahre, die er schon im Film durchs All schippert. „Captain Harlock“ existiert schon seit den 70er Jahren, erst als Manga-Reihe, dann als Anime-Serie mit ein paar Filmen… und jetzt versucht „Appleseed“-Regisseur Shinji Aramaki den Captain einer neuen Generation nahezubringen. Und es ist ihm ziemlich gut gelungen.

Natürlich muss man dem ganzen Konzept der Weltraum-Piraterie auch ein bisschen was abgewinnen können. Zwar wird hier nicht gesegelt, aber dafür tatsächlich im fast normalen Stil geentert… inklusive wilden Gefechten im All, Enterhaken und anschließenden Mann-gegen-Mann-Kämpfe. Alles in allem setzt „Space Pirate Captain Harlock“ Weltraum-Piraterie genau so um, wie ich mir das so vorstelle. Und dazu hat er mit der Arcadia auch noch das besteste Weltraum-Piraten-Schiff aller Zeiten… mit riesigem Totenkopf vorne.

Überhaupt macht „Space Pirate Captain Harlock“ optisch ordentlich was her. Der ganze Film wurde am Computer animiert und in einigen Szenen wirken gerade die Bewegungen und Gesichter (vor allem der Figuren im Hintergrund oder die, die gerade nicht so wichtig sind… also die Figuren im Hintergrund) eher wie aus schlechten Game-Animationen. Doch gerade, was die Hauptpersonen angeht, sieht das Ganze schon sehr ordentlich aus. So ein bisschen eine gelungene Mischung aus dem „Final Fantasy“-Film und „Appleseed“. Auch die restlichen Animationen können sich sehen lassen… gerade bei den Schlachten macht „Harlock“ ordentlich Eindruck.

Allerdings hat „Captain Harlock“ das gleiche Problem, wie viele dieser Animes, die versuchen, eine ganze Serie in einem Film zu packen: Er wird an einigen Stellen halb tot geredet. Da muss dann am Anfang erst einmal das Setting genauestens beschrieben werden, irgendwann muss Harlocks Plan breit ausdiskutiert werden. Später gibt’s natürlich auch sein dunkles Geheimnis und die Hintergrund-Geschichte von Maulwurf Yama. Dann gibt’s noch Lehrstunden in Kriegsführung und in Geschichte… blablabla… es wird zu viel zu ausführlich erklärt, der ganze Film streckt sich so sehr, dass sich die Laufzeit von 110 Minuten anfühlt wie drei Stunden.

Da merkt man, wie sehr sich „Harlock“ doch tatsächlich als Serie machen würde. Man hat eine interessante Crew und einen verwegenen Captain, die viele spannende Abenteuer im All erleben… fast ein bisschen wie „Firefly“, nur halt mehr als Mantel-und-Degen-Serie als mit Western-Flair. Doch auch wenn der Film hier und da echt Längen hat, war die Geschichte trotzdem recht spannend (nur halt zu ausführlich).

„Space Pirate Captain Harlock“ war auf jeden Fall keine Enttäuschung, sondern eigentlich fast genau das, was ich mir vom Cover und vom Titel erwartet hatte… manchmal müssen solche Zufallskäufe ja auch gut sein.

Wertung: 7 von 10 Punkten (optisch beeindruckendes Weltraum-Spektakel mit einem wirklich interessanten Hauptcharakter)

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