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Ooga Chaka, Ooga Chaka

27. August 2014

Was wäre Marvel nur ohne Kevin Feige? Trifft der Mann auch mal eine falsche Entscheidung? Erst geht er das Risiko mit Robert Downey Jr. für „Iron Man“ ein, dann engagiert er einen Shakespeare-Regisseur für Donnergott „Thor“ und schließlich entscheidet er, dass man nach vielen Einführungsfilmen alle großen Helden in einen Film packt. Feige scheint gerne Risiken einzugehen… aber die Erfolge geben ihm Recht. Denn was immer es auch ist, Feige hat es. Seine Pläne für Marvel scheinen immer aufzugehen. Doch das größte Glücksspiel wagt Feige jetzt mit was ganz Neuem… dass eigentlich ja auch nicht so neu ist: Schließlich retteten die „Guardians of the Galaxy“ schon in den 70ern die Galaxy. Doch Feige wählte für Marvels zweite Phase das Reboot-Team… und was soll man sagen: Es hat einmal mehr funktioniert. Und dieses Mal so richtig!!!

Peter Quill (Chris Pratt) wird Ende der 80er Jahre als kleiner Junge von der Erde entführt. Jahre später verdingt er sich als Outlaw und Weltraum-Pirat und versucht, seinen selbstgewählten Namen „Starlord“ zu etablieren. Doch der Diebstahl einer geheimnisvollen Kugel bringt dem guten Starlord nichts Gutes. Denn auf einmal sind jede Menge Leute hinter ihm her… unter anderem auch Ronan (Lee Pace), der mit dieser Kugel nichts Gutes im Schilde führt. Um gegen Ronan anzugehen, verbündet sich Quill mit einem illustren Haufen: dem schießwütigen Waschbären Rocket (Bradley Cooper) und dessen Baumfreund Groot (Vin Diesel), Gamora (Zoe Saldana) und dem rachsüchtigen Drax (Dave Bautista).

Prepare for multiple nerdgasms…

Es ist schon richtig erfrischend, dass wir mit „Guardians of the Galaxy“ ein Team in einem einigen Film vorgestellt bekommen. Und noch viel erfrischender ist die Tatsache, dass Regisseur James Gunn fast komplett darauf verzichtet, uns mit den jeweiligen „Origin-Stories“ der jeweiligen Guardians zu langweilen. Nur für Peter Quill gibt es einen kurzen Prolog, in dem seine Vergangenheit kurz angerissen wird… was aber auch vollkommen ausreicht.

Es ist ebenfalls richtig erfrischend, dass „Guardians of the Galaxy“ wirklich das geworden ist, was ich mir vom allerersten Trailer erhofft hatte. Was vor allem daran liegt, dass James Gunn scheinbar wirklich keine Regeln von Marvel aufgebrummt bekommen hat und einfach machen konnte, was er wollte. Mit seinem Weltraum-Abenteurer Peter Quill bekommen wir ein Hybrid-Wesen aus Indiana Jones und Han Solo… und warum? Nun, vielleicht könnte es daran liegen, dass Peter Quill Ende der 80er ein kleiner Junge war und mit eben diesen Filmen aufgewachsen ist… und jetzt im All versucht, so zu sein wie seine Vorbilder. Und was soll ich sagen: Es gelingt ihm. Und das verdankt Peter Quill auch einem grandios guten Chris Pratt, der diese Mischung aus Haudegen und kleinem Jungen perfekt hinbekommt. Und es gelingt vor allem James Gunn, sich in „Guardians of the Galaxy“ würdevoll vor diesen alten Klassikern zu verneigen. Denn allein schon Quills Suche nach dieser geheimnisvollen Kugel ist die Anfangssequenz aus „Jäger des verlorenen Schatzes“… und damit nicht genug: „Guardians“ steckt voller kleiner, sympathischer Hinweise auf alte Klassiker… ob nun Film oder Musik.

Und von der Musik müssen wir ja gar nicht erst sprechen. Es ist großartig, dass Gunn selbst seinen Soundtrack vollpackt mit Songs der 70er und 80er Jahre und damit auch durchkommt. Für gewöhnlich wäre es sicherlich merkwürdig, diese Art von Musik in Verbindung mit Weltraum-Abenteuern zu hören, aber „Guardians of the Galaxy“ ist nichts gewöhnliches und deswegen passt es alles so gut zusammen.

„Guardians of the Galaxy“ liefert nicht nur einen coolen Weltraum-Piraten und geile Mukke. Auch der Rest stimmt. Von der Action brauchen wir nicht zu sprechen, die hat Marvel ja mittlerweile eh ziemlich gut drauf… aber was bestens funktioniert, ist dieses Team. Es geht halt wirklich auch ohne lange Vorgeschichten… man braucht nur starke Charaktere und ein bisschen Vertrauen. Dann funktionieren auch ein sprechender Waschbär und ein Baum. Dieses Team ist cooler als die „Avengers“, weil sie noch außergewöhnlicher sind, weil es noch unwahrscheinlicher erscheint, dass die alle miteinander funktionieren. Aber sie tun es… und somit schafft es Gunn, dass wir mit ihnen mitfiebern… was vielleicht auch genau daran liegen könnte, dass wir nicht so viel über sie wissen. Jeder der „Guardians“ ist ein kleines Mysterium für sich, das wir erst noch erforschen müssen. Gunn beweist, weniger ist halt doch manchmal mehr.

Doch bei all der Lobpreisung für „Guardians of the Galaxy“ habe ich doch einen kleinen Kritik-Punkt: Der Film zeigt nämlich auch einmal mehr, dass Marvel nach wie vor so seine Schwierigkeiten damit hat, vernünftige Filmschurken zu entwickeln. Ronan der Zerstörer kommt gar nicht so richtig zur Geltung… er ist nur da, damit die Guardians ein Ziel haben. Ansonsten interessiert Ronan wenig und erscheint auch nur recht selten und dann leider auch wenig bedrohlich. Der große Obermacker Thanos zeigt sich nur kurz… bleibt also zu hoffen, dass Marvel mit ihm später noch mal was ordentliches macht.

Aber trotz allem: „Guardians of the Galaxy“ ist ab jetzt mein persönlicher Lieblingsfilm von Marvel. Es ist „Star Wars“ vermischt mit „Indiana Jones“ vermischt mit guter Musik, noch besserer Action und einer ordentlichen Prise Humor… einfach nur grandios.

Wertung: 10 von 10 Punkten (ab jetzt bin ich mehr gespannt auf die Guardians als auf die Avengers!!!)

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37 Kommentare leave one →
  1. 27. August 2014 09:00

    Trifft der Mann auch mal eine falsche Entscheidung? (…) Seine Pläne für Marvel scheinen immer aufzugehen.

    Dazu sag ich mal besser nichts. Außer vielleicht *hust*Edgar Wright’s Ant-Man*hust*

    Die 10/10-Bewertung wundert mich nicht. Unterhaltsames Filmchen, mit dem ich aber durchaus meine Probleme hatte.

    • donpozuelo permalink*
      27. August 2014 09:07

      Klar ist die Ant-Man-Geschichte nicht schön, vor allem wenn man bedenkt, wie lange Wright schon an dem Projekt saß, aber noch haben wir Ant-Man nicht gesehen. Kann immer noch gut werden 😉

  2. Illegitim permalink
    27. August 2014 10:38

    Hach ja. Hab große Lust drauf, nur weigert sich mein örtliches CIneplex mal wieder, 2D-Vorstellungen anzubieten …

    • donpozuelo permalink*
      27. August 2014 15:36

      Mmh… ja, das ist doof. Das 3D ist zwar nett, aber man kann auch gut drauf verzichten. Worauf ich allerdings kann nicht verzichten mag, ist der Original-Ton. Pratts deutsche Synchronstimme geht irgendwie gar nicht…

  3. oldboyrap permalink
    27. August 2014 14:40

    Nachdem was ich hier gelesen hab, mach ich mal einen weeeeeiten Bogen drumrum.

    • donpozuelo permalink*
      27. August 2014 15:36

      Warum das denn???

      • oldboyrap permalink
        27. August 2014 20:28

        Weil ich alle Marvel-Filme, die ich bisher gesehen habe, scheiße fand. Da du hier schreibst, dass der Film genau das ist, was der Trailer verspricht, dann werde ich den Film scheiße finden.

        • donpozuelo permalink*
          27. August 2014 20:59

          😀 Na gut, damit ist ja alles gesagt und egal, was ich geschrieben hätte, du wärst eh nicht hingegangen. Was ja auch absolut legitim ist 😉

        • oldboyrap permalink
          27. August 2014 21:43

          Doch, wenn du geschrieben hättest „Der Film macht was anders als die anderen Marvel-Filme“ oder „Der Film hat nicht so viel Action“ oder sonstwas, dann hätt ich vielleicht geguckt, weil James Gunn Regisseur ist. Aber „The Avengers“ war ja auch Joss Whedon und trotzdem Müll.

        • donpozuelo permalink*
          27. August 2014 23:36

          Mmh… „Guardians“ ist aber wirklich kein „Avengers“ und „Guardians“ ist wirklich auch was, was man sich angucken kann. Es ist schon was anderes und doch irgendwie typisch Marvel. Das Team ist halt einfach so herrlich ungewöhnlich, dazu dieses ganze 80ies-Konzept… muss man einfach mal gesehen haben.

  4. 27. August 2014 16:09

    Ich hab nur 10 von 10 gelesen. Den Rest lese ich nachdem ich ihn morgen gesehen habe. Aber ich freu mich jetzt auf jeden Fall noch mehr drauf!

    • donpozuelo permalink*
      27. August 2014 16:29

      Ich denke mal, ich habe nicht zu viel versprochen. „Guardians“ ist wirklich sehr unterhaltsam!!!

      • 27. August 2014 17:05

        Ich vertrau deiner Bewertung eigentlich schon. Wir werden sehen. 🙂

        • donpozuelo permalink*
          27. August 2014 17:18

          Oh Mann, ich bin gespannt. Ich hoffe (für mich), dass ich nicht zu viel versprochen habe. Aber das geht eigentlich gar nicht.. Chris Pratt ist super, Humor ist super, Groot ist super, Musik ist super, Action ist super… alles super…

          bin trotzdem mal sehr gespannt 😉

        • 27. August 2014 17:26

          Ich hab ja eh nicht gelesen was du geschrieben hast und ich hab nicht nur bei dir diese Wertung gesehen … also ist es so, dass ich überall solche Zahlen lese und mir einfach nicht vorstellen kann dass der Film so gut sein kann. Daher kann er mich nur überraschen und du musst keine Angst haben. 🙂 Außerdem kenne ich Chris Pratt bisher nur aus „Everwood“ XD

  5. 27. August 2014 22:11

    Jetzt will ich ihn noch mehr sehen – dabei muss ich wohl noch über eine Woche warten XD Aber Vorfreude ist die schönste Freude oder wie war das?

    • donpozuelo permalink*
      27. August 2014 23:36

      Oh Mann, ne ganze Woche… du tust mir Leid!!! Aber erhalte dir die Vorfreude und ignoriere die Hater 😉

  6. 27. August 2014 22:17

    Eine Fortsetzung wird kommen, aber sicher nicht vor den Avengers! 😀
    Daher warte ich mal ab, wie es mit den Avengers weitergeht.

    • donpozuelo permalink*
      27. August 2014 23:38

      Klar werden wir länger auf die nächsten Guardians warten müssen, aber trotzdem freue ich mich jetzt ein bisschen mehr auf die Welt-All-Helden als auf die normalen Avengers… auf die ich trotzdem gespannt warte 😀

  7. 28. August 2014 12:43

    Wir gehen ja oft konform mit unseren Meinungen und so ein wenig Lust hast du mir jetzt tatsächlich auch auf die GUARDIANS gemacht, aber es bleibt eben doch ein Superheldenfilm, bei dem wohl auch James Gunn (den ich sehr schätze) nicht mehr sein Rebellentum aufleben lassen kann, auch wenn die Truppe ungewöhnlich erscheint. Marvel schreckt mich dann eben doch mehr ab als mich Gunn locken kann.

    • donpozuelo permalink*
      28. August 2014 13:17

      Oh, ich glaube, James Gunn hat da schon mehr von sich durchsetzen können als andere. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Marvel-Regisseuren kann er ja ein gutes Repertoire vorweisen und sich dadurch wahrscheinlich auch besser behaupten. Allein was Musik und Humor angeht, sticht dieser Film schon deutlich aus der Marvel-Masse hervor. Und dann schafft es Gunn auch sehr gut, die Guardians als Gruppe gut zu etablieren… ohne das jetzt einer benachteiligt wird. Vielleicht solltest du dieses eine Mal dem Gunn-Fan in dir nachgeben 😉

      • 28. August 2014 13:55

        Naja, ich finde da Kenneth Branaghs Repertoire schon beachtlicher als das von „Troma“-Mann Gunn. Dito Joe Johnston, dessen Filme über eine Milliarde einspielten. Ich denke, wer mit grundsätzlichen Dingen bei Marvel (so wie Action, Struktur, Antagonisten) seine Probleme hat, wird hier auch nicht glücklich – der Musik und dem Humor zum Trotz.
        Aber wer Gunn schätzt, kann ja schon allein deshalb schauen gehen, um zu sehen, wie viel Gunn tatsächlich drin ist, Jan 🙂

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