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Das Auge von Crom Cruach

22. August 2014

Crom Cruach ist in der keltischen Mythologie der Gott der Unterwelt und des Todes. Was dann vielleicht auch erklären dürfte, warum Arnold Schwarzenegger in „Conan, der Barbar“ immer wieder zu Crom betet. Denn so ein Barbar verbreitet nun mal oft den Tod und da gibt es wohl keinen besseren Weggefährten als den Tod. Zumindest für Conan. Doch mit „Das Auge von Crom Cruach“ ist jetzt keine Fortsetzung zu „Conan“ gemeint, sondern einer der schönsten Filme, der mir seit langem untergekommen ist: „The Secret of Kells“ oder wie er etwas umständlicher auf Deutsch heißt: „Brendan und das Geheimnis von Kells“.

Der junge Brendan wächst in der abgeschiedenen Abtei Kells auf, die sein Onkel, der Abt von Kells, von einer hohen Mauer eingrenzenlässt – in der Hoffnung, so vor den Angriffen der Wikinger geschützt zu sein. Dementsprechend verwundert es auch nicht, dass Brendan noch die Welt hinter der Mauer gesehen hat. Was sich aber mit der Ankunft des berühmten Buchmalers Aidan ändert. Der kann Brendan nicht nur für die Buchmalerei begeistern, sondern bringt ihn auch dazu, den Wald um Kells zu erforschen… und hier trifft Brendan auf den Waldgeist Aisling, die ihm dabei hilft, Beeren für die Tinte zu sammeln. Im Wald stößt Brendan dann auch auf die Höhle von Crom Cruach… die er bald auch betreten muss, denn nur mit dem Auge von Crom Cruach kann Brendan Aidan helfen, sein Buch zu vollenden… ein Buch, das Licht ins Dunkel bringen kann.

Einfach nur „WOW“!!!!

„The Secret of Kells“ ist einfach nur Wahnsinn! Und ich hasse mich jetzt schon dafür, diesen großartigen Film mit dem simplen Wort Wahnsinn bezeichnet zu haben, aber es fällt unglaublich schwer, überhaupt Worte für diesen Film zu finden. Ich sag’s mal so: Wenn „The Fall“ mein Beweisstück für grandioses Kino voller Bildgewalt und einer epischen Geschichte ist, dann ist „The Secret of Kells“ ab jetzt mein Beweisstück dafür, wie großartig und einzigartig Animationsfilme aussehen können.

Das muss man wirklich gesehen haben!!! „The Secret of Kells“ ist wie die alte Buchmalerei der Mönche. Der Film beruht auf dem real existierenden Buch von Kells bzw. möchte dessen Geschichte erzählen. Und dafür wählen die Regisseure Tomm Moore und Nora Twomey einen unglaublich beeindruckenden Stil. Jedes Bild sieht wirklich aus als wäre es als Buchmalerei der Mönche gedacht. Dadurch sind manche Bilder fast so, als würde man auf eine Buchseite schauen, aber die Wirkung ist einfach unglaublich. Dazu verweben die Macher sehr viel von der keltischen Mythologie und ihren Symbolen in die einzelnen Bilder und erzeugen so einen Bilderreigen, der einen verzaubert. Anders kann man es gar nicht nennen… hier gehen Bild und Musik und Geschichte so perfekt und harmonisch Hand in Hand, dass man sich wirklich wie in einem Traum fühlt.

Neben der wirklich sehr, sehr beeindruckenden visuellen Kraft erzählt „The Secret of Kells“ auch noch eine sehr spannende Geschichte, die sich ganz um Brendan dreht. Der Junge überwindet seine Angst, erforscht die Welt und lernt so viel mehr von seiner Umgebung kennen. Gerade wenn er auf Waldgeist Aisling trifft, musste ich ein bisschen an Myazakis „Prinzessin Mononoke“ denken. Aisling steht hier auch für die Natur und öffnet Brendan die Augen für die unglaubliche Schönheit des Lebens. „The Secret of Kells“ hat aber neben Brendan und Aisling auch noch andere sehr liebevolle Charaktere, die alle dafür sorgen, dass diese Geschichte einen wirklich mitnimmt.

Ich kann mich nur noch einmal wiederholen: „The Secret of Kells“ ist echt einzigartig und sieht einfach nur atemberaubend schön aus. Dazu wird eine faszinierende Geschichte erzählt, die euch ebenso in den Bann ziehen wird wie die Optik des Films. Einfach nur sagenhaft!!!

Wertung: 10 von 10 Punkten (diesen Film muss man wirklich gesehen haben!!!)

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12 Kommentare leave one →
  1. 22. August 2014 08:25

    Yup, für mich immer wieder eines der besten Beispiele über das versteckte Potential des Animationsfilms. Tolle Story und vorallem grossartige Bilder. Und vermutlich auch weniger ein Film für Kids, wobei ich den Film dafür noch einmal sehen müsste.

    Und umso mehr freue ich mich auf Song of the Sea, der sich erneut einer irischen Legende annimmt.

    • donpozuelo permalink*
      22. August 2014 08:36

      Ob der wirklich kindertauglich ist, wage ich wirklich zu bezweifeln. Gerade der Überfall der Wikinger ist – obwohl man nichts explizites sieht – ziemlich heftig. Aber ansonsten ist’s wirklich ein grandioser Film. Und „Song of the Sea“ wird sich mal gleich vorgemerkt, davon hatte ich noch nicht gehört.

      • 22. August 2014 09:21

        Witzig. Auf meinem iTunes hat es fast 7000 Titel – und als ich hier kommentiere läuft ausgerechnet das Stück aus dem Trailer zu Song of the Sea. Anyway, schau dir die Trailer unbedingt an. Auch wieder mit Brendan Gleeson.

        • donpozuelo permalink*
          22. August 2014 11:57

          Trailer hab ich jetzt schon gesehen, sieht verdammt gut aus. Der Film läuft ja dann laut Wikischmedia auch im September auf dem TIFF. Hoffentlich schafft er es danach dann auch schnell zu uns. Und ja, der Song gehört jetzt auch zu meiner Songliste 😉

  2. 22. August 2014 11:35

    Der liegt seit Ewigkeiten ungesehen hier. Nun muss ich da doch mal reingucken 🙂

    • donpozuelo permalink*
      22. August 2014 11:58

      Auf jeden Fall! Ist echt ein Erlebnis!!!

  3. 22. August 2014 17:17

    Schöner Film, schöne Kritik.

    Darf ich noch etwas altklug anmerken, daß „Aisling“ nicht nur ein Waldgeist, sondern eine traditionelle Repräsentation Irlands selbst ist?

    • donpozuelo permalink*
      22. August 2014 17:32

      Danke, danke… und du darfst gerne altklug anmerken. So lernt man wenigstens noch was, was den Film gleich noch einmal in einem anderen Licht erscheinen lässt 😉

  4. 22. August 2014 17:53

    Schön, dass du über diesen Film schreibst, der wirklich etwas ganz, ganz Besonderes ist. Da merkt man erst das Potenzial, das sich andere (Animations)Filme entgehen lassen. Ein leider immer noch viel zu unbekanntes Meisterwerk.

    • donpozuelo permalink*
      22. August 2014 23:45

      Och, im Animationsbereich gibt’s, glaube ich, noch viele andere tolle Beispiele, die Visuelles mit einer grandiosen Geschichte verbinden. Andere „normale“ Filme sollten sich da aber wirklich mal ein Beispiel dran nehmen!!!

      • 23. August 2014 11:18

        Wahrscheinlich, ich muss mich da mal mehr umsehen im Animationsbereich.

Trackbacks

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