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Nach der Affengrippe

15. August 2014

Die alten „Planet der Affen“-Filme sind einfach nur kultig… naja, gut wirklich gut gefallen haben mir immer nur der erste und der zweite, während mir der fünfte Teil nach wie vor fehlt. Dann kam ja irgendwann Tim Burton und sein Remake, zu dem ich nach wie vor ein gespaltenes Verhältnis habe: Die Affen waren bei Burton wirklich großartig!!! Und dann haben wir da noch das Reboot, das ja aber einen ganz anderen Weg einschlug und die Geschichte gleich von Beginn an erzählt. Erst wollte ich damals „Planet der Affen: Prevolution“ nicht gucken, hab’s dann aber aus Langeweile doch getan und war begeistert.

Dementsprechend habe ich mich auch sehr auf „Planet der Affen: Revolution“ gefreut, auch wenn weder James Franco noch Regisseur Rupert Wyatt mit dabei sind. Dafür stand für die Revolution nun Matt Reeves hinter der Kamera, der mir ja erst vor kurzem mit seinem Remake zu „Let Me In“ bewiesen hat, dass er was drauf hat 😉

„Planet der Revolution: Revolution“ spielt zehn Jahre nach dem Ausbruch der „Affengrippe“. Mittlerweile haben die Affen rund um Alpha-Tier Caesar (Andy Serkis) eine richtige Gemeinde gegründet und glauben die Menschen schon lange tot. Doch Irrtum: Ein paar von ihnen haben unter der Führung von Malcolm (Jason Clarke) und Dreyfus (Gary Oldman) eine kleine Kolonie gegründet… als Malcolm mit einer Truppe versuchen will, das E-Werk am Staudamm wieder in Betrieb zu nehmen, treffen Menschen und Affen erstmals wieder aufeinander. Und beide beäugen sich mit sehr viel Skepsis.

Wer sieht wem ähnlicher???

Ich gestehe, dass mich „Planet der Affen: Revolution“ mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat. Auf der einen Seite ist „Revolution“ einmal mehr ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie weit Motion-Capture mittlerweile schon gekommen ist. Die Affen sehen nach wie vor super aus, obwohl für mein Empfinden sich im Vergleich zum ersten Teil nicht so viel verändert hat. Trotzdem sind die Affen hier wirklich echte Persönlichkeiten… und Reeves zeichnet gerade zu Beginn ein sehr schönes Bild von dieser neu entstehenden Gesellschaft.

Hier allerdings dürfte dann auch schon mein erster und wohl größter Kritikpunkt an „Revolution“ angebracht sein: Der ganze Film konzentriert sich so sehr auf die Affen, dass die Menschen dabei fast vollkommen verschwinden. Während die Affen-Gesellschaft von vielen interessanten und auch hintertriebenen Charakteren geprägt ist, ist die der Menschen ziemlich simpel und die einzelnen Charaktere eher langweilig gezeichnet. Außer Jason Clarke kann sich hier keiner behaupten… Gary Oldman ist hier wie Perlen vor die Säue. Da hat man schon einen so großen und guten Schauspieler und verwurstet den gefühlt in fünf Minuten. Aber auch Kodi Smit-McPhee, der Clarkes Sohn spielt, oder Keri Russell fallen kaum auf. An den Menschen selbst scheint Reeves kaum Interesse zu haben.

Dadurch fehlte mir auch ein bisschen das wirkliche Konflikt-Potenzial. Bis auf den von Kirk Acevedo gespielten Carver gibt’s hier keinen, der so richtig gegen die Affen hetzt. Irgendwie hätte ich schon ein bisschen mehr auch von Seiten der Menschen erwartet… irgendwas in die Richtung, dass sie versuchen, sich den überlegenen Affen zu entledigen.

Ich will jetzt auch nicht falsch verstanden werden, „Revolution“ hat mich schon durchaus bei Laune halten können, doch so richtig interessiert hat mich der Verlauf allein schon deswegen nicht, weil er so vorhersehbar war. Wenn dieser Film statt Motion-Capture-Affen einfach nur normale Menschen hätte, dann würde das Ding keiner so abfeiern. Denn die Story hat meiner Meinung nach weniger zu bieten als die vom ersten Teil. Da hat auch dieser „Animal Farm“-Ansatz bei den Affen irgendwie nicht wirklich weitergeholfen, auch wenn manche der unterschwellig politischen Botschaften ziemlich passend waren. Denn immerhin werden uns die Affen in der Hinsicht dann wieder sehr ähnlich, dass sie sich – trotz all ihrer Regeln („ape not kill ape“) – irgendwann selber zum Feind werden. Aber selbst das fühlte sich nicht rund für mich… zu aufgesetzt und gewollt, damit die Geschichte voran kommt und man wieder ordentlich auf die Action gehen kann.

Was mich an „Planet der Affen: Revolution“ auch irgendwie gestört, oder vielleicht besser: verwundert hat: Wieso haben sich die Affen in den 10 Jahren nicht besonders weiterentwickelt? Das Reden fällt ihnen noch schwer und von der Superintelligenz ist auch noch nicht viel zu merken (warum sonst würden Affen, die gut klettern können, eine Übermacht von Menschen vom Boden aus angreifen???). Ich frage mich nach diesem Teil schon ein bisschen, wie sie diese Story weiterführen wollen…

Ich weiß nicht, insgesamt war ich einfach nicht so begeistert von „Planet der Affen: Revolution“ wie ich gehofft hatte: Der Schwerpunkt lag mir zu sehr auf den Affen, zu wenig auf den Menschen und zu wenig auf dem Konflikt zwischen Menschen und Affen.

Wertung: 6 von 10 Punkten (sorry, ihr Affen… da müsst ihr mich jetzt wohl einsperren)

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7 Kommentare leave one →
  1. 16. August 2014 12:09

    Während die Affen-Gesellschaft von vielen interessanten und auch hintertriebenen Charakteren geprägt ist, ist die der Menschen ziemlich simpel und die einzelnen Charaktere eher langweilig gezeichnet.

    Für mein Empfinden waren die ziemlich gespiegelt aufgebaut. Caesar-Malcolm, Koba-Carver, Kodi Schmidt-Blue Eyes und die Konflikte waren auch identisch, nur dass eben am Ende dann die Affen die Initiative ergriffen. Klar hätte man Oldman mehr nutzen können, fand ihn aber dennoch im Grunde am stärksten von allen Beteiligten (inkl. den Affen).

    Dass die Affen sich nicht weiterentwickelt haben, würde ich auch nicht sagen. Immerhin beherrschen alle nun die Zeichensprache und grundsätzlich auch das Vermögen zu sprechen, nur scheinen sie es oft einfach nicht zu wollen (siehe Koba/Blue Eyes). Man darf nicht vergessen, dass Caesar ja einen Vorsprung gegenüber ihnen hat, da er früh mit Zeichensprache aufgezogen wurde und unter Menschen gelebt hat. Ich habe jedenfalls jetzt keine Affen-Rhetoriker erwartet 🙂

    Punktetechnisch sind wir allerdings am Ende auf einer Linie.

    • donpozuelo permalink*
      16. August 2014 13:35

      Ich denke bei der Entwicklung der Affen halt immer an die alten Filme… und warte darauf, wann die Affen nun endlich mal anfangen, mehr wie Menschen zu werden. Aber gut, das wird dann wahrscheinlich alles im dritten Teil passieren… oder sie strecken das Ganze noch länger und der nächste Film zeigt uns erst mal den Krieg gegen die Menschen als Großes. Wer weiß…

  2. 16. August 2014 22:53

    Ich kann deine Kritik vollkommen nachvollziehen. Sehe es allerdings ähnlich wie Flo, dass die Figurenkonstellation innerhalb der Affengruppe im Grunde 1:1 auch auf die wenigen „interessanteren“ Menschen angewandt werden kann. So richtig viel erfährt man ja letztlich auch nicht über die Affen.
    Mich störte jedenfalls auch der richtige Antagonist unter den Menschen. Carver war da schon wieder zu stereotyp, die Rolle hat mich mehr wegen der Autoren dahinter gestört, als dessen Einstellung gegenüber der Affen. Dass der Aggressor letztlich auch aus der Affengesellschaft kommen musste, gefiel mir dann auch nicht so sehr. Da hätte man Oldman ruhig mehr einsetzen können, eine ambivalente Figur hat er ja durchaus aufblitzen lassen können in den wenigen Szenen, in denen er zu sehen ist…

    Die deutschen Verleiher müssen ja mittlerweile auch echt hoffen, dass nach dem dritten Teil Schluss ist, sonst wird es schwer fallen, die Betitelung gleichmäßig durchzuführen. Bei „Planet der Affen: Volution“ hört der Spaß nämlich wirklich auf! 😉

    • donpozuelo permalink*
      17. August 2014 17:41

      Ja, dass mit dem Titel könnte echt schwierig werden. Selbst für den dritten Teil dürfte das ja schon schwierig werden… wahrscheinlich heißt der dann einfach nur noch „Planet der Affen: Evolution“ und dann geht’s richtig rund. Und was danach kommt… wer weiß???

      Ich hatte auch von Anfang an gedacht, dass sie Oldman als den „bösen Menschen“ etablieren würden. Aber das da in die Richtung so gut wie gar nichts kam, fand ich ein bisschen schade. Ich verstehe zwar durchaus, warum sie diese „ape not kill ape“-Sache brechen wollten, um zu zeigen, dass die Affen gar nicht so verschieden von uns sind. Aber wie du schon sagst, ein richtiger Antagonist unter den Menschen wäre doch ein netter Zusatz gewesen.

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