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Undercover-Studenten

8. August 2014

Filme zu Fernseh-Serien sind immer eine schwierige Angelegenheit… machst du sie nur für die Fans der Serie oder willst du damit auch neue Leute erreichen? Je nachdem für was du dich entscheidest, du wirst immer ein bisschen verlieren: Hardcore-Fans nörgeln, wenn plötzlich alles für die „Frischlinge“ umgeworfen wird und die Neulinge meckern, weil sie überhaupt nicht mit der Story klarkommen… und so oder so gehen dann viele Leute doch nicht ins Kino. Kinofilme zu Serien sind halt wirklich nicht einfach… und die einzig guten, die ich kenne, sind „Serenity“ zu „Firefly“ und der erste Akte-X-Film. Beide haben die Serie gut integriert, aber dennoch genug Luft gelassen für diejenigen, die die Serie nicht kannten (ich meine, ich bin überhaupt erst durch „Serenity“ zu „Firefly“ gekommen)!

Und jetzt wäre da noch „21 Jump Street“… obwohl ich da halt nicht beurteilen kann, inwieweit die Serie wirklich noch in dem Film vorkam. Da wurde eher der gute Name genutzt und das Konzept, aber letzten Endes haben Phil Lord und Chris Miller da ihre eigene Sache draus gemacht… eine witzige Buddy-Cop-Action-Komödie. Die lief dann so gut, dass jetzt der zweite Teil kommt: „22 Jump Street“ – ein Film, der genau so ist wie der erste Film. Wirklich… es gibt nur halt alles in ein bisschen größer, ein bisschen lauter und ein bisschen komischer:

Statt zur Schule gehen Jenko (Channing Tatum) und Schmidt (Jonah Hill) jetzt auf die Uni, suchen aber auch hier wieder nach den Vertreibern einer todbringenden Droge. Ach ja, und die einzige wirkliche Neuerung ist, dass Channing Tatum hier jetzt wieder der Coole und Jonah Hill der Nerd sein darf. Der Tausch dieser Rollen war ja noch die große „Überraschung“ im ersten Teil.

Spring Break, Spring Break… look at my shit!!!

Mittlerweile habe ich, wenn ich die Namen Chris Miller und Phil Lord höre/ lese, bestimmte Erwartungen: Von den Machern von „The LEGO Movie“ erwarte ich cleveren Stumpfsinn und Lacher am laufenden Band. Zum Glück wurde ich bei „22 Jump Street“ nicht enttäuscht. Der Film ist wirklich lustig… was wohl auch daran liegen könnte, dass man sich jetzt einfach ein bisschen mehr getraut hat. Beim ersten Teil wusste ja noch niemand, wie das so ankommen würde, doch jetzt in „22 Jump Street“ gibt’s Bromance pur… da würden selbst J.D. und Turk neidisch werden. Das grenzt hier teilweise schon mehr an Romance als an Bromance, aber gerade das macht dieses ungleiche Duo Tatum-Hill aus.

Dabei werden hier einmal mehr alle Klischees bedient… nur dieses Mal von den richtigen: Tatum spielt den attraktiven Sport-Star, der sich im Bruderschafts-Wettsaufen am besten behauptet, während Hill den Kunstliebhabenden, schüchternen und klammernden Nerd spielt. Es hätte nur einer von den beiden eine Frau sein müssen…. und „22 Jump Street“ würde eine ganz andere Richtung einschlagen… aber dann auch die ganzen doppeldeutigen Witze vermissen, die das Ganze so komisch machen.

Doppeldeutigkeit wird überhaupt im zweiten Teil groß geschrieben… schwingt doch überall die große Meta-Diskussion über Fortsetzungen mit. Das ist anfangs schon sehr lustig, lässt im Verlauf des Films aber auch ein bisschen nach. Immer und immer wieder der gleiche Gag wird einfach auch irgendwann langweilig. Wir haben dann schon verstanden, dass ihr euch selbst kritisch beäugt… blöd nur, dass ihr die gleichen Fehler macht, die ihr so ironisch kritisiert. Oder ist das vielleicht auch alles nur gewollt und eine weitere Meta-Ebene des Films?

Denn so sehr ich auch gelacht und gefeiert habe, so richtig warm wurde ich mit „22 Jump Street“ dann doch nicht. Der erste Teil war halt noch witzig, weil alles irgendwie so herrlich überdreht und vollkommen absurd war. Teil 2 hinkt dem so ein bisschen hinterher. Ja, man lacht viel, aber es war auch so irgendwie schon alles im ersten Teil. Ein klein bisschen was Neues hätte ich mir dann doch schon gewünscht. Zumal im zweiten Teil das Augenmerk wesentlich stärker auf Tatum und Hill liegt. Gab’s im ersten Teil wenigstens mit Dave Franco, Brie Larson und Rob Riggle noch gute Nebencharaktere, fallen die im zweiten Teil kaum noch ins Gewicht. Peter Stormare als Schurke hätte auch nicht da sein müssen… was schade ist.

Naja, immerhin führen Lord und Miller ihre Sequel-Spinnereien im Abspann auf so absurde und lustige Weise fort, dass für weitere Fortsetzungen genug Stoff da ist. Solange man dann ein bisschen auf den Meta-Kram verzichtet und Tatum und Hill nicht ganz so allein dastehen lässt.

Wertung: 8 von 10 (immer noch zum Brüllen komisch, aber mit leichtem Schwanken… und einmal mehr einem der besten Drogentrips aller Zeiten!!!)

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