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Hammer-Girl & Baseball-Bat-Man

1. August 2014

2012 hat man sich unter Action-Freunden viel gestritten, wenn irgend jemand den Vergleich zwischen „Dredd“ und „The Raid“ zog: Da hätte ja der eine vom anderen abgeguckt, schließlich spielen beide einfach nur in einem Hochhaus, in dem sich eine Person langsam von unten nach oben hoch arbeitet und dabei Massen von bösen Burschen entgegentritt. Klar klingt beides gleich, war aber dann doch auf erfrischende Weise sehr verschieden: Während Karl Urban als Dredd ohne mit der Wimper zu zucken (die man ja eh nie gesehen hätte wegen dem Helm) alles niederballerte, was ihm im Weg stand, begeisterte Iko Uwais durch sein Pencak Silat und prügelte sich ohne Unterlass. Und während ich (und auch einige andere) immer noch hoffen und beten, dass es zu „Dredd“ eine Fortsetzung gibt, hat „The Raid“ es tatsächlich auf Anhieb geschafft: Kritiker und Zuschauer waren begeistert, das Action-Martial-Arts-Kino war neu definiert und alle waren beeindruckt von diesem Regisseur Gareth Evans (den ich gerne mit Gareth Edwards verwechsle, nur tauchte „Godzilla“ noch nicht in „The Raid“ auf).

Mit „The Raid 2“ setzt Evans genau da an, wo der erste Teil aufgehört hat: Polizist Rama (Iko Uwais) wird gleich nach seiner Aktion in dem Hochhaus von Gangsterboss Tama auf die nächste Mission geschickt. Denn das Hochhaus war nur ein kleiner Fisch… jetzt soll Rama undercover in den Knast gehen, um sich da mit Uco (Arifin Putra) anzufreunden, Sohn von Gangsterboss Bangun (Tio Pakusadewo). Der wiederum befindet sich in einem wackeligen Frieden mit einer japanischen Organisation… und dieser Frieden wird umso wackeliger, als Möchtegern-Gangster Bejo (Alex Abbad) anfängt, beide Parteien gegeneinander auszuspielen. Und wer steht mal wieder mitten im Chaos? Rama!!!

Oldboy wäre so stolz…

Bei „The Raid 2“ kann man es einfach so direkt sagen: Jeder, der seinen Spaß mit dem ersten Teil hatte, der wird auch die Fortsetzung lieben. Denn das, worauf es in dieser mittlerweile als Trilogie angelegten Reihe geht, bekommt man auch hier in bester Manier serviert: Hier wird wieder gekämpft, was das Zeug hält. Und auch im zweiten Teil hat das Ganze etwas von einem Video-Spiel… während „The Raid“ was von diesem alten „Mario vs. Donkey Kong“ hatte, ist die Fortsetzung da etwas fortgeschrittener und präsentiert uns mehrere Adrenalin geladene Höhepunkte. Und dabei ist die Kamera immer direkt dabei.

Evans dreht die meisten Fights gekonnt mit Handkamera, aber nicht nach dem Schema wie das „Bourne“ oder zuletzt auch gerne mal Bond gemacht hat. Man fühlt sich zwar wirklich so, als wäre man mitten im Getümmel, aber man bekommt danach nie Kopfschmerzen wegen der Wackelkamera… Kopfschmerzen bereiten einem eher die Phantomschmerzen, wenn einmal mehr jemand auf üble Weise zugerichtet wird. Und wie es sich für eine Fortsetzung gehört, hat sich Evans dieses Mal ein paar grandiose Sequenzen einfallen lassen: Da prügelt sich Uwais in einem kleinen Klo mit Massen von Gefängnisinsassen oder auch mal in einem fahrenden Auto… jeder Fight ist ein Highlight und einfach nur grandios, egal ob Massenschlägerei oder Einzelkampf. Und dieses Mal gibt’s dann auch ein paar „Endgegner“, die es in sich haben… wie halt die für diesen Artikel titelgebenden Hammer-Girl und Baseball-Bat-Man. Die beiden sind genau so skurril wie tödlich.

Was die Fights und die Action angeht, ist „The Raid 2“ einfach nur ein Fest, dem man beigewohnt haben muss. Auf der anderen Seite versucht Evans dieses Mal aber auch ein bisschen mehr Story zu bieten… und wenn ich ehrlich sein soll, geht das ein bisschen in die Hose. Evans scheint mit seiner Fortsetzung ein richtiges Mafia-Epos aufbauen zu wollen – inklusive Intrigen, Verrat und Machtkämpfe. Hier darf man man keinem trauen… denn hier betrügt jeder jeden. Doch irgendwie hat mich diese Story nicht so sehr mit-, sondern eher immer wieder aus der Action rausgerissen. Bis auf den wirklich herrlich intriganten Alex Abbad als Bejo fand ich die anderen Darsteller wenig überzeugend. Die Story selbst steckte voller Klischees und war jetzt auch nicht so überraschend, wie man es vielleicht gerne gehabt hätte. An diesem Verhältnis Action-Story hätte man noch ein bisschen feilen können… aber gut… was soll’s??? Die Kampfszenen machen eh alles wieder wett, warum also meckern?

„The Raid 2“ hält, was er verspricht und schickt sich auch in diesem Jahr wieder an, König des Action-Kinos zu werden. Denn, wie schon gesagt, die Fights sind einfach nur grandios! Wenn jetzt doch nur „Dredd“ auch so ein wunderbares Sequel bekommen könnte…

Wertung: 9 von 10 Punkten (ein Glück für uns dreht Evans nicht für Hollywood… sonst würde das alles nie so aussehen, wie es hier aussieht)

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6 Kommentare leave one →
  1. 1. August 2014 08:55

    9 von 10 Punkten, 10 von 10 Punkten, 9 von 10 Punkten, 10 von 10 Punkten – hier auf dem Blog geht es ja zuletzt ab wie bei Ain’t It Cool News 😀

    • donpozuelo permalink*
      2. August 2014 11:07

      Tja… passiert 😉

      • 2. August 2014 20:01

        Vermutlich schreibst du zu all den Filmen, die dich nicht so begeistern einfach nur keine Reviews (vermute ich mal)

        • donpozuelo permalink*
          3. August 2014 18:01

          Da vermutest du falsch… ich schreibe über jeden Film, den ich gesehen habe – egal, ob nun schlecht oder gut. Nur hatte ich in letzter Zeit einfach das Glück, nur Filme gesehen zu haben, die mich wirklich begeistert haben… aber es gibt natürlich auch immer faule Eier (siehe zuletzt „Frozen“ oder „Transformers 4„)

  2. 11. August 2014 22:44

    Sehr stark, wirklich meine Meinung, nur dass er dir noch einen Punkt mehr wert war. Ich fand ihn für die 9 aber stellenweise wirklich zu lahm und die erzwungen großartige Story einfach nur zu mäßig. DER Actionkracher bleibt Teil 1, weil da im Endeffekt ständig durchgerackert wird. 😉

    • donpozuelo permalink*
      12. August 2014 10:09

      Ja, ich bin einfach nur einen Punkt hoch gegangen, weil die ganzen Fights und die Stunts schon wirklich wieder mal sehr beeindruckend sind. Teil 1 war anders, weil man da einfach nur ein grobes Story-Gerüst brauchte, was aber auch vollkommen für den Film ausgereicht hat. Teil 1 war halt wirklich einfach nur rasant, rasant, rasant. Ich find’s gut, dass sie versucht haben, Teil 2 ein bisschen mehr Story zu geben… hätte nur besser sein können. Oder weniger lang!

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