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Mein Nachbar, der Blutsauger

7. Juli 2014

Nachbarn sind schon eine komische Erfindung… manche sind echt in Ordnung und andere… naja… obwohl ich mich eigentlich kaum Beschweren kann… vielleicht bis auf die fröhlichen Kiffer unter mir, die jede Stunde ihre Rauchschwaden zu mir aufsteigen lassen und die verrückte komische Frau, an deren Tür ich immer sehr schnell vorbeilaufe. Ansonsten kann ich mich bei meinen Nachbar wirklich nicht beschweren.

Ganz anders sieht’s da schon bei Charlie Brewster (Anton Yelchin). Sein bester Freund Ed („Motherfucker“ Christopher Mintz-Plasse) ist felsenfest überzeugt, dass Charlies Nachbar Jerry (Colin Farrell) ein Vampir ist. Und zwar keiner von der melancholisch in der Sonne glitzernden Variante. Anfangs will Charlie das nicht glauben, doch dann verschwindet Ed… bei seinen eigenen Nachforschungen muss Charlie dann feststellen, dass Jerry wirklich ein gemeiner Blutsauger ist.

And it burns, burns, burns… the cross of fire…

„Fright Night“ ist das Remake des Films „Eine rabenschwarze Nacht – Fright Night“ aus den 80er Jahren. Der ist ein Kultfilm (den ich leider noch nicht gesehen habe) und deswegen verwundert es wohl auch nicht, dass dieses Remake 2011 in die Kinos kam. Oder vielleicht wollte Regisseur Craig Gillespie auch einfach nur mal wieder einen halbwegs vernünftigen Vampir im Kino sehen.

Auf jeden Fall werden hier brav alle Vampir-Legenden abgearbeitet: Man muss ihn erst einladen, bevor er ein Haus betreten darf. Sonne ist doof, Kreuze auch und Knoblauch kann auch nicht schaden. Vampir Jerry ist dabei NATÜRLICH bei den Ladies beliebt und weißt das auch zu nutzen. Und NATÜRLICH gibt es auch in „Fright Night“ eine Art Van Helsing, wenn auch David Tennants angeblicher Experte Peter Vincent eine ziemliche Lachnummer ist.

All das, all diese wunderbar ausgelutschten Klischees, wäre in jedem anderen Film Grund genug um zu meckern. Denn im Endeffekt muss man sich einfach sagen, dass hier wirklich nichts neu gemacht wird. Aber „Fright Night“ will das auch gar nicht, „Fright Night“ will einfach nur unterhalten. Deswegen nimmt sich der Film zum Glück auch nie so richtig ernst… was wiederum durch David Tennant als Vampir-Experte am besten rüber gebracht wird. Colin Farrell hat zwar sichtlich Spaß daran, mal einen fiesen Vampir zu spielen, doch hätte gerade das Zwischenspiel zwischen ihm und Anton Yelchin mehr Potenzial gehabt.

Dafür lässt das Drehbuch aber offensichtlich nicht genügend Freiraum. Was aber auch nicht wirklich weiter störend ist, denn „Fright Night“ liefert auch genügend durchaus spannende Momente… zum Beispiel, wenn Charlie eines von Jerrys Opfer versucht aus dessen Haus zu retten.

Insgesamt ist „Fright Night“ wirklich nicht das Gelbe vom Ei, aber trotzdem ein kurzweiliger und unterhaltsamer Spaß, der trotz vorhersehbarer und wenig durchdachter Story zu fesseln weiß. Wie schon erwähnt ist das vor allem Colin Farrell und später auch David Tennant zu zuschreiben. Die gute Toni Collette, die Charlies Mutter spielt, wird leider viel zu schnell abgeschoben. Über Yelchin, die Hauptrolle selbst, ist nicht viel zu sagen, der macht seine Sache souverän… doch am Ende sind es halt ein wirklich großartiger Colin Farrell und eine durchgeknallte Van-Helsing-Version, die diesen Film wirklich rocken.

Ich denke, ich werde mir auf jeden Fall irgendwann noch mal das Original anschauen, aber dieses Remake kann sich durchaus sehen lassen.

Wertung: 7 von 10 Punkten (Colin Farrell als Vampir ist auch mal was…)

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2 Kommentare leave one →
  1. 9. Juli 2014 22:37

    Als ich aus dem Kino kam war ich überhaupt nicht davon angetan, weil ich die Vorlage schon hundert Mal gesehen habe und mitsprechen kann, aber ich muss gestehen, dass er gewinnt so beim zweiten und dritten Mal 🙂

    • donpozuelo permalink*
      10. Juli 2014 10:02

      Glaub ich dir. Ich kenne das Original leider nicht. Und deswegen kam das Remake ganz gut weg 😉

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