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Cocktails and Dreams

30. Juni 2014

Ich mag Tom Cruise. Das muss ich an dieser Stelle mal sagen… und ich finde es immer recht merkwürdig, wenn ich mir alte Filme von ihm anschaue. Da ist Cruise zwar auch schon irgendwie die ewige Strahlemann, aber er hat noch nicht so ganz die Aura, die er jetzt versprüht. Vielleicht liegt’s aber auch daran, dass Cruise in einigen seiner alten Filme noch nicht wirklich der Super-Duper-Action-Held ist, wie wir ihn jetzt zum Beispiel in „Edge of Tomorrow“ sehen.

Ich habe zum Beispiel erst sehr viel später feststellen müssen, dass das Tom Cruise ist, der da in einem meiner Lieblingsfilme mitspielt. In „Legende“ hätte ich ihn in einer Million Jahre nicht wiedererkannt. Aber dann gibt’s da ja auch noch andere Filme, die heute schon fast untypisch für Cruise wirken und dennoch verdammt cool sind.

Ein solcher Film ist wohl auch „Cocktail“… ein Film, den man von einem „großen“ Star wie Cruise irgendwie nicht erwarten würde. Aber wahrscheinlich brauchte er das Geld und außerdem war er ja auch noch jung. Obwohl das jetzt so klingt, als wäre „Cocktail“ ein miserabler Film. Doch auch wenn er nicht wirklich ein Meisterwerk ist, ist er trotzdem verdammt unterhaltsam.

„Cocktail“ ist die Art von Underdog-Story, die heutzutage kein Produzent mehr durchwinken würde: Brian Flanagan (Cruise) kommt nach New York und ist begierig darauf, das große Geld zu machen…. doch so ohne Studium ist das gar nicht so einfach. Und während Brian tagsüber studiert, sorgt er abends gemeinsam mit seinem Freund und Mentor Doug (Bryan Brown) als flotter Cocktail-Mixer für Furore.

Da stand extra „Nicht schütteln“ drauf, Tom…

Das ist auch eigentlich schon die ganze Geschichte. Natürlich gibt’s noch die obligatorische Liebesgeschichte, die durch merkwürdige Wetten und Liebschaften mit einer älteren, reichen Dame in Gefahr gerät… aber im Groben ist das „Cocktail“. Klingt merkwürdig, ist aber so. Dieser Film ist ein wunderbares Beispiel für einen Film, der wohl wirklich nur in den 80er Jahren hätte gedreht werden können. Tom Cruise tut eigentlich nichts anderes außer coole Moves mit seinem Cocktail-Mixer zu machen (und nein, das ist jetzt keine schmutzige Metapher für irgendwas anderes). Dazu gibt’s den obligatorisch kultigen Soundtrack… wo sonst könnte die Beach Boys besser passen, als in einem Film über einen Barchef auf Jamaika??? Tja, und das ist eigentlich auch schon „Cocktail“. Man kann wirklich nicht sehr viel mehr sagen.

„Cocktail“ ist ein Film, der Spaß macht, ohne das man richtig weiß, warum. Vielleicht liegt’s daran, dass man sich damals einfach nicht viele Gedanken gemacht hat, wie das Ganze spannender aussehen könnte. Wozu auch? Man lasse einen heranwachsenden Superstar einfach cool die Hüfte schwingen, ihn ein bisschen Spaß in der Karibik haben und am Ende bekommt er das Mädchen. Vorhersehbarer geht’s wirklich nicht und trotzdem stört es nicht.

Für einen entspannten Ausflug in die 80er ist „Cocktail“ einfach nur perfekt. Es ist so die typische Art von Tom-Cruise-Film… wenn man es sich genau überlegt, sind Filme wie „Top Gun“, „Tage des Donners“ oder „Cocktail“ immer wieder gleich: Nur dass es einmal Flugzeuge, einmal Autos und ein anderes Mal halt Cocktails sind. Für Tom Cruise nicht viel Aufwand, vor allem weil seine anfänglichen „schauspielerischen“ Talente hier noch sehr in den Kinderschuhen stecken. Und trotzdem, ich wiederhole mich da jetzt gerne noch einmal, sind es alles unterhaltsame Filme… ob es nun an Cruise, an dem 80er-Jahre-Feeling oder was auch immer liegt. Und deswegen guckt euch „Cocktail“ an… und man möchte schon fast die nächste Barschule aufsuchen, um ähnlich cool wie Cruise das letzte Bar-Gedicht aufzutragen, zu „Addicted To Love“ abfeiern und am Ende die Frau bekommen. Wäre das Leben doch nur so einfach…

Wertung: 8 von 10 Punkten (hohl und trotzdem verdammt witzig)

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