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Die lieben Silberstreifen

16. Juni 2014

Ich hinke ja gerne auch mal ein bisschen hinterher, was so einige Filme angeht. Meistens sind’s die Filme, bei denen ich mir nie so wirklich sicher bin, ob sie wirklich was für mich sind. „Crazy Stupid Love“ war so ein Film. Oder auch „Kick-Ass“. Und so gehen solche Filme eher unbeachtet an mir vorbei… es sei denn, Freunde und Kollegen unterhalten sich darüber, wobei ich dann immer mit dem Geständnis schocken kann: „Hab ich noch nicht gesehen!“ Die Reaktionen, die dann kommen, entscheiden dann meist darüber, ob ich das jemals machen werden. Denn jetzt geht das „große Verkaufen“ los… oder auch nicht. Und Filme, bei denen sich die Leute untereinander uneinig sind, machen mich dann schon wieder neugierig.

Und ja, auch zu Daivd O. Russells „Silver Linings“ kenne ich positive und negative Meinungen. Interessiert hat mich der Film damals nicht, weil er mir so sehr vorhersehbar vorkam. Bradley Cooper spielt jemanden, der leicht verrückt ist, Jennifer Lawrence macht das Gleiche und natürlich kommen die beiden irgendwie zusammen. Einige meiner Freunde lobten den Film, anderen nicht so sehr. Also habe ich gewartet… worauf? Vielleicht darauf, dass der Film letzens für nicht einmal sechs Euro in irgendeinem Krabbeltisch rumlag.

I could kill you with my bow… you just wait and see…

So… und jetzt habe ich also auch „Silver Linings“ gesehen. Und kann jetzt selber mitsprechen, wenn es darum geht, ob a) der Film wirklich so gut ist, wie viele behaupten und b) ob J-Law ihren Oscar für die Rolle der Tiffany wirklich verdient hat. Aber wenn ich ehrlich sein soll, gehören für mich (nachdem ich den Film jetzt gesehen habe), noch zwei viel wichtigere Fragen dazu: c) warum wurde Jacki Weaver überhaupt als beste Nebendarstellerin nominiert, wenn sie doch nicht wirklich viel tut und d) warum hat ein Robert De Niro die Auszeichnung nicht bekommen?

Ganz ehrlich, ich könnte viel über Cooper und Lawrence schreiben, aber das, was mich an „Silver Linings“ wirklich begeistert hat, war Robert De Niro als Coopers Vater. Ich glaube, es ist verdammt lange her, dass ich einen De Niro so gut gesehen habe. Ob er nun da sitzt und sein Taschentuch als Glücksbringer reibt, während die Eagles spielen oder ob er sich endlich durchringt und für seinen Sohn gerade steht – in „Silver Linings“ ist De Niro endlich mal wieder auf seinem Niveau (und keine merkwürdige Lachnummer). Es zeigt sich halt doch, dass ein De Niro eben auch ein gutes Drehbuch und einen guten Regisseur braucht.

Und damit dürfte ja wohl auch klar sein, dass ich Punkt A damit beantworte, dass mir „Silver Linings“ echt verdammt gut gefallen hat. Es gab bestimmt in der Filmgeschichte auch schon mal Liebespärchen, die nicht alle Tassen im Schrank hatten, aber mit Cooper und Lawrence gibt’s definitiv eins der sympathischsten. Und natürlich ist J-Law der reinste Zucker, doch – um hier jetzt mal Punkt B zu klären – ich hätte ihr dafür jetzt nicht unbedingt den Oscar gegeben. Oder vielleicht doch… schwer zu sagen. Sie ist groß, ohne Frage. Aber wer ihn eher verdient hätte, wäre meiner Meinung nach dann doch Bradley Cooper gewesen. Denn während mir Lawrence mit ihren merkwürdigen Ticks doch manchmal etwas zu aufgesetzt war, fand ich Coopers Stimmungsschwankungen einfach nur groß. Und ganz ehrlich, so einige Bücher, die ich gelesen habe, würde ich genau so wie er gerne einfach mal aus dem Fenster feuern. Aber ich weiche vom Thema ab…

„Silver Linings“ gehört für mich ab jetzt definitiv in die Kategorie von Liebesfilmen, in die ich auch „Crazy Stupid Love“ packen würde. Tut mir Leid, dass ich immer wieder zu dem Film zurückkehre, aber der hat mich genau so überrascht wie „Silver Linings“. Ein Film, der zwar einerseits vorhersehbar, aber es dennoch immer wieder schafft, andere Wege zu gehen. Es ist ein ruhiger und ein lauter Film zum Lachen und zum Weinen. Dank wirklich großartiger Schauspieler (obwohl Jacki Weaver da nun wirklich nicht sonderlich auffällt – ich sag’s ja nur) wird „Silver Linings“ zu einem wirklich tollen Film, der mir zumindest echt ziemlich nah ging.

Wertung: 9 von 10 Punkten (für mich eine positive Offenbarung… vor allem, was Robert De Niro angeht)

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11 Kommentare leave one →
  1. oldboyrap permalink
    16. Juni 2014 06:24

    „Crazy Stupid Love“ fand ich ebenfalls gut, aber „Silver Linings“ war echt nichts für mich, würde wenn ich Punkte geben würde, wahrscheinlich 3 oder 4 von 10 geben.

    • donpozuelo permalink*
      16. Juni 2014 08:09

      Womit wir wieder beim Thema wären, wie unterschiedlich dieser Film doch betrachtet wird 😀

  2. 16. Juni 2014 12:55

    Silver Linings fand ich auch verdammt gut. Und De Niro hat da auch endlich mal wieder gezeigt, was er kann. Seine Rollenauswahl lässt ja mittlerweile eher zu wünschen übrig, aber hier hat er sich mal wieder richtig entschieden.
    Außerdem war Led Zeppelin im Soundtrack vertreten. Damit kann ein Film nur gewinnen.

    • donpozuelo permalink*
      16. Juni 2014 16:21

      Danke! Richtig! Und stimmt, Led Zeppelin hätte ich eigentlich noch erwähnen müssen 😉

      • 16. Juni 2014 20:29

        Led Zeppelin muss man schon deshalb erwähnen, weil es nur alle 20 Jahre mal nen Film gibt, wo deren Musik benutzt werden darf.

        • donpozuelo permalink*
          17. Juni 2014 08:02

          Auf jeden Fall. Weswegen ja auch „School of Rock“ nach wie vor Hoch im Kurs bei mir steht… zumal Jack Black da ja das geilste Video aller Zeite zu gemacht hat, in dem er Led Zeppelin bittet, einen ihrer Songs verwenden zu dürfen.

        • 17. Juni 2014 12:27

          Jack Black ist eben purer Rock n Roll.

        • donpozuelo permalink*
          17. Juni 2014 13:42

          Auf jeden Fall!!! 😀

  3. 16. Juni 2014 20:08

    Ja, ja und ja. Den fand ich auch großartig. Dachte ja erst zuviel Hype, doch dann war er tatsächlich einfach nur schön 🙂

    • donpozuelo permalink*
      17. Juni 2014 08:00

      Ja, davor hatte ich auch ein bisschen Angst, war ja aber zum Glück unbegründet 😀

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