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Sterben im Wilden Westen

13. Juni 2014

Ich habe früher immer sehr viele Western mit meinem Opa geguckt… nicht unbedingt weil ich es so wollte, sondern weil er es so wollte und kein Mitspracherecht hatte. Aber irgendwann sind mir die Filme dann doch ans Herz gewachsen. War ja auch cool, der ganze blutige „Spaß“, wenn Cowboys und Indianer sich gegenseitig abmetzeln. Brutaler ging’s damals noch nicht und von daher war ich da irgendwie schon ziemlich fixiert. Allerdings habe ich mich damals – in meiner kindlichen Naivität – auch immer gefragt, wie es sein kann, dass so viele Pferde und Menschen sterben müssen, um so einen Film zu machen. Ja, ja… damals… als ich noch glaubte, dass Menschen für Filme wirklich sterben… nach der Rechnung hätte Hollywood in die Annalen der unschönen Geschichte als einer der schlimmsten Mörder überhaupt eingehen müssen. Allerdings weiß ich es ja mittlerweile besser…

Warum ich vom Sterben und Western rede? Nun, es passt zu Seth MacFarlanes neuem Film „A Million Ways To Die In The West“. Darin spielt MacFarlane erstmals so richtig mit und versteckt sich nicht hinter animierten Figuren. Stattdessen ist er Albert, ein Schafshirte, der seine Freundin Louise (Amanda Seyfried) an den beschnäuzten Foy (Neil Patrick Harris) verliert und davon tief getroffen ist. Doch dann taucht die fremde Schönheit namens Anna (Charlize Theron) auf, die Albert dabei hilft, Louise zurückzugewinnen. Doch Anna hat ein Geheimnis, dass noch für viel Ärger sorgen wird…

Oh no, you didn’t…

Nachdem er mit seinem fluchenden Teddy Ted einen wirklichen Überraschungshit landete, muss natürlich Nachschub her. Und der kommt jetzt halt in Form eines Westerns. Von dem ich, ehrlich gesagt, immer noch nicht so ganz weiß, ob er mir jetzt wirklich gefallen hat.

Obwohl… eigentlich schon! Denn man bekommt mit „A Million Ways To Die In The West“ genau das geboten, was man erwartet: Seth-MacFarlane-Witze am laufenden Band. Und der Film hat wirklich eine ziemlich hohe Gagdichte. Zwar wirken viele davon ein bisschen sehr losgelöst von der Handlung, lachen muss man bei den meisten aber dennoch. Dabei überzeugt auch „A Million Ways…“ mit dem typischen McFarlane-Humor, Furz-Witze natürlich mit inbegriffen. Zugegebenermaßen fand ich die ganze Story mit Giovanni Ribisi und Sarah Silverman nach dem zweiten Witz über ihr Leben als Prostituierte, die mit ihrem Freund enthaltsam sein möchte, nicht mehr wirklich witzig… aber das gehört halt dazu. Seth MacFarlane hat immer den ein oder anderen Witz dabei, der einem irgendwann zu viel wird.

Dafür gibt’s mit „A Million Ways…“ mal eine richtige Neuerung bei MacFarlane. Dieses Mal steht der gute Mann nämlich wirklich vor der Kamera. Da gibt es kein Verstecken mehr. Hier muss der Gute selbst ran. Und tja, was soll man sagen: Er hätte es vielleicht besser jemand anderem überlassen. Ich mag Farlane und seine vielen Stimmen ja echt gern, aber als „richtiger“ Schauspieler konnte er mich hier von allen am wenigstens überzeugen. Zwar passt seine unbeholfene Art irgendwie auch wieder gut zum schüchternen und ängstlichen Schafshirten, aber teilweise hatte ich schon das Gefühl, dass er sich da vor der Kamera nicht richtig wohl fühlt. Vielleicht hat er das alles auch nur gemacht, um sowohl mit Amanda Seyfried als auch mit Charlize Theron rummachen zu dürfen. Wer weiß…

Charlize Theron hat mir dann von den anderen Darstellern noch am besten gefallen. Liam Neeson, Neil Patrick Harris oder halt Amanda Seyfried werden mit einfach gehaltenen und recht kurzweiligen Auftritten beehrt und das war’s. Dabei hätte ich gerade von Harris sehr viel mehr sehen wollen.

„A Million Ways…“ ist ganz klar ein Film wirklich nur für all diejenigen, die wissen, wer Seth MacFarlane ist UND die ihn auch mögen. Die Story ist nicht sonderlich ausgefeilt, dient aber als gute Gag-Grundlage. Die Gags sind witzig, gehen gerne mal unter die Gürtellinie, aber sitzen eigentlich fast immer. Von daher… es ist sicherlich kein Meisterwerk und ich hätte lieber den fluchenden Teddy wieder, aber so für zwischendurch ist „A Million Ways…“ schon zu gebrauchen.

Wertung: 7 von 10 Punkten (Seth MacFarlane kann gut sprechen, aber nicht gut schauspielern)

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