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Der Sci-Fi-Western-Horror-Priester

9. Juni 2014

Lange bevor ich anfing, meine Comic-Sammlung aufzubauen, brachte mich ein guter Freund dazu, mich mit Mangas zu beschäftigen. So lernte ich das erste Mal „Akira“ kennen, aber auch Hayao Myazaki und seine „Nausicäa“ (die mir in Buchform noch sehr viel besser gefällt als im Film). Richtig gehalten hat das allerdings nicht (nur meine Liebe zu Animes hat die Zeit überdauert). Doch an einen Manga musste ich jetzt wieder denken… allerdings war das gar kein Manga, sondern ein Manhwa – also ein Manga aus Korea.

In seinem Manhwa „Priest“ lässt Hyung Min-woo einen Priester gegen das Ende der Welt kämpfen. Dafür muss er verhindern, dass 12 gefallene Engel diese zerstören. Ich habe zwar nur die ersten Bände gelesen, aber ich mochte „Priest“ wirklich sehr… denn neben diesem ganzen Fantasy- und Engel-Zeugs spielte das Ganze mitten im Wilden Westen. Und als dann vor Jahren der Film dazu rauskam, freute ich mich erst… doch die Freude währte nicht lange: Erstens war „Priest“ leider keine asiatische Verfilmung und zweitens war sie nicht sonderlich buchgetreu. Stattdessen vermurkst Regisseur Scott Stewart das Ganze so ziemlich ordentlich… und schafft es trotzdem irgendwie einen halbwegs unterhaltsamen Film zu drehen.

Nach seiner Zusammenarbeit mit Paul Bettany in „Legion“ darf der dieses Mal auch wieder ran und diesen Super-Priester spielen, der in der Filmfassung allerdings ganz schnöde nur gegen irgendwelche Vampire und einen Ex-Priester (Karl Urban) antreten muss. Allein dafür, dass Stewart hier „nur“ Vampire wählt, gehört er geschlagen. Vampire sind doch so ausgelutscht und langweilig… dazu sehen die Viecher in „Priest“ auch einfach nur verdammt scheiße aus. Es sind langweilige Retorten-CGI-Viecher. Wahrscheinlich so „designt“, weil es so am schnellsten und günstigsten war. Die hauen wirklich niemanden aus dem Hocker.

Das kommt davon, wenn man dem Schaffner aus dem Weg gehen will…

Immerhin versucht Stewart dem Western-Aspekt des Comcis ein kleines bisschen treu zu bleiben. Mit Pferden reitet deswegen trotzdem niemand durch diesen Film. Stattdessen erinnerte mich „Priest“ vielmehr an den alten Judge-Dredd-Film, ihr wisst schon, das Ding mit Stallone. In „Priest“ verstecken sich die Menschen in riesigen Städten, die von der unendlichen Wüste umgeben sind – dem „Wasteland“. Und durch das rast der Priester dann mit seinem ziemlich cool aussehenden Motorrad, killt hier und da ein paar Vampire und kommt einer großen Sache auf die Spur…. Alles ausgelutschter Kram, den man schon in zig anderen Filmen besser gesehen hat.

Wenigstens gibt sich Stewart dann bei zwei Sachen doch ein bisschen Mühe: Die Charaktere sind recht interessant. Paul Bettany passt ganz gut als Priester, aber der Rang wird ihm abgelaufen von Karl Urban als ziemlicher cooler Sau und hervorragendem Bösewicht. Zweite Sache, die halbwegs gut geworden ist, ist die Action sieht eigentlich auch ziemlich cool aus… wenn man diesen Drang nach zu viel Nachfragen zu unterdrücken weiß. Dann wundert man sich auch nicht, warum diese Priester eigentlich sowas wie Superkräfte haben und die verrücktesten Sachen machen können. Dann hinterfragt man auch nicht die Gesetze der Physik, wenn mal zwei in die Luft geworfene Steine perfekt dazu dienen, im Sprung als Stufen zu dienen… je mehr man über „Priest“ nachdenkt, desto mehr erkennt man, dass man es nicht tun sollte.

Style geht in „Priest“ vor Story, die – wie schon gesagt – ziemlich ausgelutscht ist. Es ist echt schade, wenn man bedenkt, was die Vorlage eigentlich so zu bieten hat (wobei mir jetzt einfällt, dass ich „Priest“ dann demnächst unbedingt mal zu Ende lesen müsste – der Manhwa war nämlich wirklich nicht schlecht). Stewart hätte sich allerdings auch überlegen können, das Einzige, was an seinem Film wirklich richtig geil war, komplett durchzuziehen: Der Vorspann, in dem uns die Geschichte der Priester und Vampire erklärt wird, ist nämlich ein ziemlich blutrünstiger Zeichentrickfilm… „Priest“ so zu sehen, hätte sicherlich richtig Laune gemacht!!! So ist’s maximal nette Unterhaltung, wenn man wirklich gar nichts besseres zu tun hat.

Wertung: 5 von 10 Punkten (lest lieber den Comic!)

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