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I love Motorroller

2. Juni 2014

Motorroller-Fahren sieht aus, als könnte es eine Menge Spaß machen. Vor allem in der Großstadt. Es ist schneller als ein Fahrrad und günstiger als Autofahren. Solange es nicht regnet, ist es wahrscheinlich auch angenehmer als in vollgestopften Bussen oder Bahnen zu hocken. Und im Gegensatz zum Auto kommt man damit sicherlich bequemer durch Staus. Aber das wichtigste ist voll der Kostenfaktor. Denn wer kein teures Geld für Sprit aus dem Fenster schmeißen will, der fährt mit den Öffentlichen oder benutzt etwas, dass so wenig Sprit wie möglich braucht.

Der arme Larry Crowne (Tom Hanks) muss auch so eine Entscheidung treffen. Nachdem er seinen Job verliert, weil er keinen Uni-Abschluss hat, muss sich Crowne von so einigen Annehmlichkeiten des Lebens verabschieden. So auch von seiner riesigen Benzin-Schleuder namens SUV. Und so sattelt er auf einen Motorroller um, schließlich will Larry mobil bleiben. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, will er seinen Uni-Abschluss nachholen. An der Uni besucht er dazu einen Wirtschaftskurs bei George Takei… äh, ich meine George Takei spielt einen merkwürdigen Professor namens Matsutani. Gleichzeitig ist Larry auch in dem Kurs „Freies Sprechen“ bei Professorin Mercedes Tainot (Julia Roberts) eingeschrieben… die ist gefrustet – von diesem Kurs voller Deppen, von ihrem Ehemann (Bryan Cranston) und ihrem Leben. Doch dem Charme von Larry kann auch sie scheinbar nicht widerstehen.

Wir lernen fürs Leben…

„Larry Crowne“ ist Tom Hanks’ Versuch, mal wieder eine sympathische Liebeskomödie ins Kino zu bringen. Leider bleibt es bei einem Versuch, denn „Larry Crowne“ ist leider Gottes von Minute Eins vorhersehbar ohne Ende. Dabei fängt das Ganze noch ganz interessant an. Immerhin spiegelt Larrys Schicksal sicherlich das von vielen Menschen wider, die aufgrund der schlechten Wirtschaftslage oder ihren eigenen „ungünstigen“ Voraussetzungen ihren Job verlieren. Gerade auch die Tatsache, dass Larry eigentlich schon seit Jahren erfolgreich in seinem Job ist und trotzdem „nur“ wegen dem fehlenden Abschluss gefeuert wird, erscheint ungerecht und unlogisch. Wo es doch immer heißt, Praxis schlägt Theorie…

Aber… naja! Statt darauf eine spannende und komische Story aufzubauen, benutzt Hanks das lediglich als Sprungbrett in eine recht langweilige Romantik-Komödie. Dabei spielt Hanks das, was er am besten kann: Den charmanten und liebenswerten Normalo, der sich überall und fast sofort integriert und alle zum Freund hat. Und natürlich ist Tom Hanks’ Larry auch einer, der sich nur zu gerne von Wildfremden das Haus umdekorieren lässt… es passte wahrscheinlich einfach gerade gut in die Story. Immerhin wird so eine Beziehung zu einer jüngeren Studentin aufgebaut, bei der jedoch nur böse Schelme denken, dass der gute Larry was mit ihr anfangen will.

Nein, nein… es ist schon klar, dass Larry mit der guten Dozentin zusammenkommen muss. Nur wie für Liebeskomödien üblich, braucht es ein paar Hindernisse, bevor die Gute erkennt, was sie an Larry hat. Da darf Julia Roberts also versuchen, eine vom Leben geplagte Frau zu spielen… Problem ist nur, dass man ihr das nie so richtig abkauft. Denn für Julia Roberts hat man sich alle Klischees rausgesucht, die man nur finden konnte: vom arbeitslosen Mann, der sich Pornos anschaut bis hin zur Intellektuellen, die sich zu fein ist für ihre „primitiven“ Schüler.

Der einzige Lichtpunkt in diesem Film ist ein herrlicher George Takei, der hier wenigstens für einen Running Gag herhalten darf und sich gerade wegen seiner schrulligen Art in die Herzen der Zuschauer spielt.

Tom Hanks macht mit „Larry Crowne“ nichts besonderes. Aber wozu auch? Man hat sich bei diesem Film sicherlich einfach nur gesagt: „Hey, wir haben Tom Hanks und Julia Roberts in einem Film. Da werden schon genug Leute kommen.“ Das mag ja auch sein, nur die gehen dann ziemlich enttäuscht nach Hause. „Larry Crowne“ ist eine gerade mal durchschnittliche Komödie, die eigentlich nicht mal wirklich lustig ist. Aber der Charme eines Tom Hanks’ kann ja so einiges retten… aber auch nicht alles.

Wertung: 4 von 10 Punkten (Liebe in Zeiten der Univorlesung… hätte man mit einem besseren Drehbuch sicherlich besser machen können)

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2 Kommentare leave one →
  1. 2. Juni 2014 19:23

    Schade. Nenn mich naiv, aber ich denke die Combo Hanks + Roberts hätte gut werden können. Wenn man es gut macht.

    • donpozuelo permalink*
      3. Juni 2014 16:50

      Hätte auf jeden Fall gut werden können. Zumal die beiden ja auch noch nie so richtig was zusammengemacht haben.

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