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Vamanos Pest

23. Mai 2014

Twilight“ hat es getan, „Harry Potter“ auch und die nächsten, die es tun werden sind „Die Tribute von Panem“. Sie alle haben ihre Fans ein bisschen länger hingehalten (oder werden es noch tun), in dem sie ihr großes Finale einfach in der Mitte zerhackt haben. „Aus eins mach’ zwei“ lautet das Motto – so wird aus einer Trilogie ein bisschen mehr. Nicht nur eine Quadrologie, sondern ein sicheres Geschäft dafür, dass sich das auch wirklich alle anschauen. „Breaking Bad“ steht dem großen Hype ums Teilen des Finales in nichts nach und machte aus der fünften Staffel kurzer Hand zwei Mini-Staffeln á 8 Folgen.

Allerdings habe ich mich ja schon nach der vierten Season gefragt, wie es wohl weiter gehen soll. Und es geht erst einmal weiter wie bisher: Nachdem sich Walter (Bryan Cranston) Gus Frings entledigt hat, will er nun sein eigenes Imperium aufbauen… was aber mit Höhen und Tiefen… und noch sehr viel mehr Tiefen verbunden ist. Besonders als Hank (Dean Norris) eine heiße Spur hat, die ihn zur wahren Identität von Drogen-Mythos Heisenberg führt.

It ends now, bitch…

Man kann es ganz schlicht und einfach sagen: Staffel 5 hätte wirklich nicht sein müssen. Der erste Teil mit dem Versuch, sich ein eigenes Imperium aufzubauen, wirkt furchtbar aufgesetzt. Es passt nicht so ganz in das Bild von diesem Ex-Chemielehrer, den wir über vier Staffeln lang kennengelernt haben. Der wollte nur in Ruhe sein Meth kochen, um Geld zu sammeln. Gut, das Finale von Staffel 4 lässt einen krassen Sinneswandel vermuten und die Gier nach Macht kann schon so manchem Menschen den Kopf verdrehen, allerdings (und ich wiederhole mich da gerne) wirkte mir das zu aufgesetzt. Zu sehr schien mir das Ganze nach einem verzweifelten Greifen nach dem Strohhalm – machen wir, was wir bisher so noch nicht hatten, um die fünfte Staffel zu füllen.

Der zweite Teil (und damit das Ende) fängt sich dann – jetzt geht es für alle bergab. Wer hoch will, der fällt tief! Und Walt und Jesse fallen richtig, richtig tief. Endlich zeigt das Finale das, was wir schon so lange sehen wollten: Eine wirklich ernst zu nehmende Bedrohung für Walts Dasein als Meth-Koch. Endlich wird die Familien-Dynamik so richtig über den Kopf gehauen, endlich kommt alles ans Licht. Wie bei einer großen Explosion, die alles offenbart, was so lange verborgen blieb. Und alles was bleibt, sind die „Überlebenden“, die mit diesem Trümmerhaufen zurecht kommen müssen.

Mit dem zweiten Teil wird vielleicht auch ein bisschen deutlicher, warum es den Macher so wichtig schien, diese Geschichte so zu beenden. Vielleicht lehne ich mich jetzt zu weit aus dem Fenster, aber vielleicht ist es einfach dieser Zwang, dass der Böse nicht gewinnen darf. Auch wenn er eine tödliche Krankheit hat, von der wir alle wissen, müssen wir mit eigenen Augen sehen, wie er zugrunde geht. Unserer eigenen Fantasie darf man das nicht überlassen – nachher stellen wir uns noch vor, dass Walt den Krebs besiegt, der Über-Meth-Lord wird und mit seinen schmutzigen Drogen die ganze Welt verunreinigt.

Vielleicht musste diese fünfte Staffel also wirklich sein, um einen deutlichen, sauberen Schlussstrich zu ziehen. Deswegen zeigt uns der erste Teil einen weiteren raketenartigen Aufstieg, nur damit wir im zweiten Teil zusehen müssen, wie alles den Bach runtergeht. Für den zweiten Teil müssen sich die Macher von „Game of Thrones“ inspiriert haben: hier ist nämlich wirklich niemand mehr sicher – und es gibt ein paar mehr Tote als erwartet.

Es ist auf jeden Fall ein würdiges Ende für eine Serie, die ich mit gemischten Gefühlen hinter mir lasse. Sie wird mir nicht so sehr im Gedächtnis bleiben wie ich zu Beginn vermutet hätte. Ich glaube, der große Hype und meine lange andauernde Immunität haben meine Erwartungen nur noch größer werden lassen – eine Tatsache, die mir und „Breaking Bad“ am Ende vielleicht geschadet hat.

Die Darsteller waren top, die Story war es auch… nur hätte man es auch in vier Staffel erzählen können… und einfach ein paar Durststrecken auslassen können (böse Fliegen-Folge). Alles in allem aber ist „Breaking Bad“ durchaus eine Serie, die man sich anschauen kann… aber wirklich nicht muss.

Wertung: 8 von 10 (ein sauberer Schlussstrich, der wirklich keine Fragen offen lässt, aber auch ein bisschen erzwungen wirkt)

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5 Kommentare leave one →
  1. 23. Mai 2014 09:51

    Ich glaube, das Problem war einfach, dass man zu spät wusste, dass man noch eine letzte Staffel dranhängt. Was mich nämlich am meisten stört, ist, dass die Nazigang für mich nicht unbedingt der richtige „Endgegner“ war. Das wäre einfach Gus gewesen. Oder alternativ Hank, was aber wohl schwierig umzusetzen gewesen wäre, denn nach allem was passiert ist, war Walt die Familie ja immer noch wichtig, was dann ja auch in der Wüstenszene klar wird, in der er versucht Hank zu retten. Nebenbei eine der besten Folgen, die ich jemals in einer Serie gesehen habe. Und ich gucke viele Serien. Trotzdem hat man noch das Beste draus gemacht.

    Ich würde nebenbei nicht mal unbedingt sagen, dass Walt hier verloren hat. Am Ende kann er seine Rache nehmen, sorgt dafür, dass das Geld doch noch an seine Kids geht (worum es ja immer ging) und rettet Jesse, der wohl genung gelitten hat. Er hatte den Tod sowieso vor Augen, also warum nicht mit einem Knall abtreten.
    Mit Sicherheit nicht das beste Serienfinale ever (unerreicht bleibt Six Feet Under), aber ein gutes auf jeden Fall.

    • donpozuelo permalink*
      23. Mai 2014 10:26

      Ja, die Gang fand ich jetzt auch nicht wirklich gekonnt eingesetzt… Gus Fring wäre da definitiv die bessere Wahl gewesen. Hank wäre sicherlich die mutigere Wahl gewesen, denn da hätte man wirklich noch mal was draus machen können.

      Six Feet Under wird wohl bei mir als nächstes anstehen… denn die habe ich auch noch nicht gesehen und die loben ja auch durchweg alle, die ich kenne 😉

  2. 24. Mai 2014 20:54

    Ich fand die letzte Staffel doch noch einen Tick besser, als die vierte. Eben auch die von Schrotti (sorry :D) angesprochene Episode.

    Viel Spaß übrigens mit „Six Feet Under“, die übrigens insgesamt deutlich besser ist als „Breaking Bad“ – aber was weiß schon ich… 😉

    • donpozuelo permalink*
      27. Mai 2014 11:01

      Den Spaß werde ich hoffentlich haben 😀

Trackbacks

  1. Eine zweite Chance | Going To The Movies

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