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Krieg den Nachbarn!

14. Mai 2014

Mit den lieben Nachbarn ist es immer so eine Sache: Ich habe bei mir im Haus jede Art von Nachbar vertreten, die man sich nur wünschen könnte (oder manchmal auch nicht). Da wäre die nette Oma im Erdgeschoß, die immer meine Pakete entgegen nimmt, da ist aber auch die leicht verrückte Dame, die scheinbar immer am Spion darauf lauert, das jemand vorbei kommt. An ihrer Tür sprinte ich immer sehr schnell vorbei. Und dann gibt’s da noch meine freundlichen Nachbarn direkt unter mir, die gefühlt jede Stunde ihre dicken Joints rauchen. Aber egal, wie, irgendwie lebt man mit ihnen… man will es sich ja auch nicht verscherzen.

Mac (Seth Rogen) und Kelly (Rose Byrne) haben in „Bad Neighbors“ allerdings die größte Arschkarte von allen gezogen: Denn direkt neben ihnen zieht die Studentenverbindung „Delta Psi“ ein. Deren Präsident Teddy (Zac Efron) und sein Vize Pete (Dave Franco) versprechen den frisch gebackenen Eltern, ruhig zu sein. Doch so eine Verbindung ist nie ruhig… und als Mac dann tatsächlich die Cops ruft, ist alle Freundschaft vergessen. Ein böser Krieg, der viele Opfer fordert… und unsere Lachmuskeln gut fordert.

Ich bin wirklich der Typ aus "High School Musical"

Ich bin wirklich der Typ aus „High School Musical“

„Bad Neighbors“ ist die perfekte Art von Unterhaltung, wenn man einfach mal seinen Kopf ausschalten und über nichts im Besonderen nachdenken will. Und das Gute ist: Man hat wirklich noch nicht alles gesehen, wenn man den Trailer kennt. Regisseur Nicholas Stoller gelingt es, in diesem kleinen Häuserkampf noch die ein oder andere Gemeinheit einzubauen, über die man sich immer wunderbar beeiern kann. Gleichzeitig geht ihm dabei auch nie die Puste aus… „Bad Neighbors“ bleibt auf einem konstant guten Niveau. Was vor allem auch daran liegt, dass es halt ein wunderbarer Schlagabtausch ist. Der Film wechselt halt immer wieder von Mac und Kelly zu Teddy und seinen Leuten, Hauptpersonen sind hingegen doch immer die „Alten“.

Dadurch wird man gerade von den Aktionen der Verbindungsjungs überrascht, während man sich bei der Planung der „Alten“ nur darüber totlachen kann, mit welchen Kniffen die Versuchen, den Jungs nebenan das Leben zur Hölle zu machen. Das Motto „Bros before hos“ wird hier in einer „Ocean’s Eleven“-mäßigen Mission untergraben und zum Vorteil für die Alteingesessenen genutzt.

Neben all der manchmal auch recht rabiaten Komik ist „Bad Neighbors“ aber auch irgendwie ein Film darüber, wie man mit dem Altern, dem Erwachsen-Werden und dem Verantwortung-Übernehmen umgeht. Ganz ehrlich, so viel „Tiefsinn“ hätte ich nicht erwartet, aber gerade Seth Rogen und Rose Byrne stehen halt für die Art von Eltern, die ihre Jugendlichkeit noch nicht aufgeben wollen, aber Party mit Baby funktioniert halt einfach nicht. „Bad Neighbors“ verpackt diese Thematik nett und ohne mit dem Zeigefinger zu wedeln und trotzdem, glaube ich, kann man sich gut damit identifizieren. Gerade weil das so ein Thema ist, mit dem man sich früher oder später eh beschäftigen muss.

Dazu kommt natürlich auch so eine Art Clash der Generationen, die nicht unbedingt weit von einander entfernt sind und die doch nicht mehr zusammenpassen. Am lustigsten ist das immer dann, wenn Mac versucht, auf cool zu machen und so eigentlich nur zeigt, wie weit er von Teddy entfernt ist. Am besten schlägt sich das in der Diskussion wieder, wer denn der bessere Batman ist: Michael Keaton oder Christian Bale (zum Glück hat hier niemand nach George Clooney und seinen Bat-Nippeln gefragt).

So richtig gut wird „Bad Neighbors“ aber erst durch seine Darsteller. Seth Rogen und Rose Byrne funktionieren perfekt als junges altes Ehepaar, die sich ständig gegenseitig bestätigen müssen, dass sie noch nicht alt und spießig geworden sind. Zac Efron besticht zwar die meiste Zeit durch seinen freien Oberkörper, aber das lenkt nicht davon ab, dass er auch tatsächlich gut ist. Höhepunkt des Films ist aber Baby Stella, die hier von einem der süßesten Zwillingspärchen überhaupt dargestellt wird!

„Bad Neighbors“ macht einfach nur Spaß, mehr will der Film nicht und mehr macht er auch nicht. Das ist wirklich amüsante Unterhaltung, die man nicht viel hinterfragen, sondern einfach nur genießen muss.

Wertung: 9 von 10 Punkten (solche Nachbarn sind zumindest im Kino ein echtes Erlebnis)

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6 Kommentare leave one →
  1. 14. Mai 2014 21:49

    Ich fand den Trailer voll scheiße und bin gerade über die 9/10 etwas entsetzt. Hatte dir der Trailer vorher gefallen?

    • donpozuelo permalink*
      15. Mai 2014 09:06

      Ich fand den Trailer vorher eigentlich schon ganz witzig. Ich hatte halt nur Angst, dass man da schon alles gesehen hat… was zum Glück nicht der Fall war.

  2. 15. Mai 2014 13:10

    Ich vertraue deinem Urteil ja grundsätzlich schon, aber dass du ihm 9 Punkte gibst überrascht mich schon sein bisschen. Ich kenne den Film zwar noch nicht, aber mir gehts da ein bisschen wie Dominik … Ich fand den Trailer auch eher halblustig. Ich bin jetzt auf jeden Fall sehr gespannt auf den Film, aber für einen Kinobesuch reicht es leider trotzdem nicht. 😉

    • donpozuelo permalink*
      15. Mai 2014 14:24

      Naja, Humor ist ja auch immer so eine Sache. Entweder man findet was lustig oder nicht. Wenn euch beiden schon der Trailer nicht zugesagt hat, dann sind meine 9 Punkte sicherlich viel zu hoch gegriffen. Ich mochte den Trailer und habe mich auch beim Film sehr gut amüsiert. Von daher… 😉

      • 15. Mai 2014 14:29

        Ja das stimmt. Beim Humor scheiden sich die Gester am meisten. Wir schauen einfach mal.

        • donpozuelo permalink*
          15. Mai 2014 15:04

          Ja, wenn dir der Trailer schon nicht zusagt, würde ich da definitiv kein Geld für ausgeben. Aber wer weiß, vielleicht würde er dir auch gefallen… schwierige Angelegenheit 😉

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