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Better Call Saul!

2. Mai 2014

Ohne große Einleitung oder langes Um-den-Brei-Herum-Reden geht es weiter mit meiner Sichtung von „Breaking Bad“. Heute mit Staffel 2… und tja, was soll ich sagen: So langsam beginne ich den Hype dann doch zu verstehen. Mit der zweiten Staffel bekommen die Macher endlich mehr Folgen. Und 13 Folgen sind cooler als nur sieben. Und was ist noch cooler als 13 Folgen? Dem Zuschauer ab und zu mal eine lange Nase drehen… was hier immer wieder sehr schön gemacht wird durch einen merkwürdigen lila Teddy, der einäugig in Walts Pool liegt. Und immer mal wieder sieht man Dinge, die in Beweis-Tüten gepackt werden… oh mein Gott, oh mein Gott. Walt wurde erwischt!!!! Denkt man sich zumindest die ganze Zeit und bekommt erst zum Schluss eine Antwort.

Vorher geht das Drama „Breaking Bad“ grandios gut weiter. Walt, der mittlerweile als Heisenberg für ordentlich Furore im Drogengeschäft sorgt, will seine Verkäufe vergrößern. Expansion ist das große Stichwort und so wird sich mit Jesses Hilfe und dessen Freunden ein kleines „Syndikat“ aufgebaut. Und nebenbei wird die Situation für Walt immer schwieriger und schwieriger.

I want you… to be my client!!!

Ich muss jetzt an dieser Stelle meinen Unmut über Walts Frau Skyler einfach mal kundtun. Die Frau nervte mich ja schon in der ersten Staffel so ein bisschen, aber in Staffel Zwei treibt sie es mir persönlich viel zu weit. Die Frau nervt und nervt und nervt einfach nur. Und da muss man Skyler-Darstellerin Anna Gunn echt mal loben: Denn die nervtötende Ehefrau, die eingeschnappte Leberwurst spielt und gern mal Gleiches mit Gleichem bekämpft und dabei schön egoistisch nur an sich denkt – die spielt sie wirklich perfekt. Klar ist sie schwanger und klar hat sie auch ein Anrecht, ein bisschen angenervt zu sein, aber schließlich ist ihr Mann derjenige, der bald sterben könnte. Die soll sich doch verdammt noch mal entspannen. Aber sie entspannt sich leider überhaupt nicht und steigt in meiner persönlichen Unbeliebtheitsskala sogar noch über die nervige Reporterin aus „Hannibal“. Aber wie gesagt, Hut ab vor Anna Gunn!

Weniger nervend, sondern einfach nur grandios gut ist dagegen ein Neuzugang, der das Duo Heisenberg-Jesse perfekt erweitert: Anwalt Saul Goodman. Bob Odenkirk ist schmieriger Anwalt und Schutzengel der bösen Buben in einer Person und bringt bei all den dramatischen Ereignissen das Schmunzeln in „Breaking Bad“ zurück. Sein Saul ist eine der besten Neuerungen in der zweiten Staffel. Wer sich selbst mit „Der Pate“ in Verbindung bringt und sich selbst für schäbige TV-Werbung nicht zu schade ist, der muss ein Ego für Drei haben. Saul Goodman ist der King!!!

Insgesamt erleben wir also eine wunderbare Steigerung. Alle Darsteller legen noch mal einen drauf. Dean Norris wird mir immer sympathischer, Aaron Paul verfeinert den verletzlichen Jesse (zum Beispiel in der Folge „Peekaboo“, wo er bei einem Junkie-Pärchen für Respekt sorgen will und sich mehr um deren Kind kümmert) und Bryan Cranston schwankt immer mehr und mehr zwischen Walter White und Heisenberg. Das Lügengerüst wird immer höher und immer wackeliger, der arme Walt kommt immer mehr ins Schwitzen und wir mit ihm. Manchmal rettet ihn und sein Unternehmen einfach nur pures Glück, manchmal halt Saul.

Auf jeden Fall wird auch das Tempo in der zweiten Staffel erhöht, es wird wesentlich spannender. Der Name Heisenberg wird mehr und mehr wie eine Art Urban Myth, von der keiner (außer uns und Walt) wirklich weiß, ob es ihn nun gibt oder nicht. Gekonnt werden mehrere Handlungen parallel gefahren, in der jede Figur ihre Zeit bekommt, sich weiterentwickeln zu können und die Geschichte auf ihre ganz eigene Weise anzutreiben.

Dabei zeigt Staffel 2 auch, dass man den Frauen in „Breaking Bad“ wirklich kein Stück trauen darf. Über Skyler habe ich mich ja schon ausgekotzt, aber selbst Jesses Freundin Jane wird ein Klotz am Bein und Hanks Frau Marie zeigt sich auch nicht von ihrer besten Seite.

Es gibt eigentlich nicht wirklich viel zu meckern an Staffel 2. Man kann wirklich nur die Macher, die Autoren und die Darsteller loben, die hier wirklich hochklassige und spannende Unterhaltung bieten, die zum Glück auch weit darüber hinaus geht, dass hier einfach nur einer Drogen kocht.

Wertung: 9 von 10 Punkten (you better call Saul, if you don’t like this!)

16 Kommentare leave one →
  1. 2. Mai 2014 08:08

    Gleich weiter schauen! Mich hatte damals die dritte Staffel endgültig überzeugt

  2. kulii permalink
    2. Mai 2014 10:59

    Oh ja Skyler ist schon so ein knackpunkt in der Serie. Obwohl ich ja Marie noch ein klein bisschen schlimmer finde, weil sie die Handlung sogut wie gar nicht voranbringt und einfach NUR nervig ist. Rund um Skyler wird es später noch richtig interessant und deswegen kann ich ihre nervige Art noch gerade so ertragen, aber da bin ich wahrscheinlich auch nur eine von wenigen.

    • donpozuelo permalink*
      2. Mai 2014 12:26

      Ja, Marie war auch nicht gerade einfach. Das stimmt 😀 Aber irgendwie gehören sie dennoch alle dazu und haben ihre Berechtigung… und sei es nur, um uns zu nerven.

  3. 2. Mai 2014 12:41

    Auch mich hatte die Serie ab der zweiten Staffel mehr gepackt – und konnte sich bis zum Finale noch weiter steigern. Wirklich tolle Serienunterhaltung, wenngleich sie auch nie in absolute Lieblingsserien-Regionen vorgestoßen ist.

    • donpozuelo permalink*
      2. Mai 2014 23:07

      Ja, ging mir genauso… obwohl ich ab jetzt keine große Steigerung mehr feststellen konnte… ich glaube, Staffel 2 wird mein Favorit bleiben.

  4. 2. Mai 2014 18:12

    Sehr schön, da ist ja schon Staffel 2! 😀
    Saul finde ich auch einfach nur großartig (obwohl es den Typ „schmieriger Anwalt“ ja in vielen Serien gibt, neu ist das also nicht…), dennoch ist er eine wichtige Figur, die etwas Humor hineinbringt. „Peekaboo“ fand ich auch eine der besten (und schockierendsten) Folgen, da kann ich dir nur zustimmen. Genauso bei Skyler und Marie – die sind beide so unfassbar nervtötend und einer der Gründe, warum es BB nie auf meine Lieblingsserienliste schaffen wird. Wie kann man den Zuschauer nur so zu Tode nerven? Teilweise konnte ich die beiden wirklich nur schwer ertragen…

    • donpozuelo permalink*
      2. Mai 2014 23:09

      Marie ging für mich erstaunlicherweise noch, aber Skyler ging mir ja schon in der ersten Staffel ordentlich auf den Sack 😉 Dafür ist Saul eine absolute Bereicherung und auch großartig von Odenkirk dargestellt. Die Spin-Off-Serie, die sie mit ihm machen wollen, gewinnt dadurch schon wieder ein bisschen an Reiz für mich 😀

      • 4. Mai 2014 12:26

        Naja, also ob ich mir das Spin-Off angucken werde…höchst fraglich bislang. Auch wenn Saul definitiv eine der besseren BB-Figuren ist, reicht das nicht für einen Begeisterungsschrei meinerseits…

        • donpozuelo permalink*
          5. Mai 2014 08:54

          Ich glaube auch nicht unbedingt daran, dass ich es gucken werde. Aber abwarten… die erste Folge mit Sicherheit und daran wird dann alles andere abgewogen 😀

  5. olivesunshine91 permalink
    4. Mai 2014 23:37

    Jap, Skyler nervt richtig… die Frau ist sooooo unsymapthisch!

    Aber gut, dass du bis Staffel 2 durchgehalten hast 🙂 Die erste geht wirklich etwas träge los, ich hatte da auch so meine Probleme. Aber danach wird’s immer besser!

    • donpozuelo permalink*
      5. Mai 2014 08:55

      Ja, gut.. Staffel 1 hatte ja nun auch wirklich nur wenige Folgen, von daher muss man da einfach mal durchhalten. Wäre ja sonst auch irgendwie nicht fair 😉

  6. 9. Mai 2014 13:18

    Moment mal: Walt darf Arschloch, unsympathisch, egoistisch sein, aber Skyler nicht? Ich fand ihr Verhalten immer verständlich und sogar sehr durchdacht, schließlich ist sie diesem Psychopathen ausgeliefert und muss Wege finden, sich ihm zu erwehren und ihn in die Schranken zu weisen. Ich erinnere mich nicht mehr genau an die einzelnen Staffeln, aber ihre Entwicklung, ihre Anpassung an die veränderten Umstände fand ich letztendlich mit am spannendsten und faszinierendsten an der Serie. Gerne mehr so schwierige und, ja, auch anstrengende Frauenrollen, bitte.

    • donpozuelo permalink*
      9. Mai 2014 14:56

      Ja, im Verlauf der Serie konnte ich mich auch sehr viel mehr mit ihr anfreunden bzw. mit ihren Stimmungen, aber gerade zu Beginn hat sie nur genervt. Da war sie mir persönlich viel zu sehr ich-bezogen, während der gute arme Walt gegen seinen Krebs kämpft. Das war mir alles viel zu viel Drama von ihr aus. Später, wenn sie mehr von Walt erfährt, da finde ich es nicht so schlimm. Da ist es teilweise vielleicht auch gerechtfertigt, aber im Moment… nervte sie mich in den ersten beiden Staffeln extrem. Allerdings beziehe ich das nur auf die Figur Skyler… ich habe sehr großen Respekt vor Anna Gunn, die sie spielt. Das ist einfach nur großartig.

      • 9. Mai 2014 22:35

        Ich erinnere mich leider wirklich nicht mehr an Details, aber genervt hat sie mich persönlich einfach nie. Auch ichbezogen erschien sie mir nicht, schließlich hat sie selbst mit genug Problemen zu kämpfen. Ich habe aber auch nie den Standpunkt der Serie übernommen und mich auf Walts Seite gestellt. Man darf nämlich nicht vergessen: ER ist der Böse und lügt und verheimlicht, nicht Skyler. Dass man das anders wahrnimmt, ist dann nur perfide Manipulation.

        • donpozuelo permalink*
          12. Mai 2014 09:19

          Naja, ob er wirklich DER Böse ist, ist ja auch ein bisschen schwammig… und das ist ja eigentlich auch das Interessante an ihm. Klar ist er böse, aber in Anbetracht seiner Lage und auch der Gründe, warum er die Dinge tut, die er tut, ist er nicht ganz so böse. Er verliert sich nur halt irgendwann in der Macht, die er erlangt und wird dadurch irgendwann immer schlimmer.

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