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Heisenberg says „Relax“!

25. April 2014

Wie man an der Überschrift schon unschwer erkennen kann, habe ich mich endlich jener Serie zugewandt, die mir so ziemlich jede zweite Person empfiehlt. Eigentlich empfiehlt sie mir jeder… bislang kenne ich nur eine Person, die eher unbeeindruckt vom großen Hype „Breaking Bad“ war (aber ich nenne hier jetzt keine Namen 😉 ). Aber darum geht’s ja jetzt auch nicht, sondern nur um mich und Walter White und Jesse Pinkman und um Krebs und Drogen, um Familie und Lügen und um irgendwie alles.

Es ist mit „Breaking Bad“ ein bisschen wie mit „Oldboy“. Wenn man anderen erzählt, worum es geht, erwähnt man eigentlich nur eine Sache: Es geht um einen Chemie-Lehrer namens Walter White, der gespielt wird von dem Typen, der bei „Malcolm Mittendrin“ den Vater gespielt hat (also Bryan Cranston!!!!). Und dieser Chemie-Lehrer bekommt Krebs. Um seiner Familie ein bisschen Kohle da zu lassen, wenn es ihn mal nicht mehr geben sollte, fängt er an Meth zu kochen… und zwar mit Jesse Pinkman, einem Typen, der immer „Yo“ und „Bitch“ sagt und von Aaron Paul gespielt wird.

Sonnenbrillen und Kopfbedeckungen… jetzt wieder in!!!

Wenn man sich „Breaking Bad“ so anhört, dann möchte man meinen, dass die ersten sieben Folgen der ersten Staffel ausreichen würden, um die ganze Geschichte zu erzählen. Aber, um mal beim „Oldboy“-Beispiel zu bleiben, steckt ja doch noch ein bisschen mehr hinter „Breaking Bad“… und bereits in der ersten, recht kurzen Staffel bekommt man einen guten Ausblick darauf, wohin das Ganze gehen wird.

Klar im Vordergrund steht Walter White, Chemie-Lehrer, Ehemann, Vater, Drogen-Koch. Die Reihenfolge dieser Positionen ist in der ersten Staffel noch nicht so extrem durcheinander gewürfelt. Hier wird nicht sofort ein braver Mann zum eiskalten Drogenbaron. Schließlich ist „Breaking Bad“ nicht „Scarface“ als Serie. Zwar gebe ich gerne zu, dass die Entscheidung zum Drogenkochen wirklich weit hergeholt und ziemlich zusammen konstruiert wirkt, aber es ist eine schnell getroffene… und letztendlich geht es auch nicht um die Entscheidung selbst, sondern um die Auswirkungen.

Mit Bryan Cranston haben die Macher der Serie zum Glück auch jemanden gefunden, der diese Auswirkungen perfekt darstellen kann. Cranston erinnerte mich vor allem durch seine Brille an Michael Douglas aus „Falling Down“ – wo ja auch ein Normalo auf die schiefe Bahn gerät. Aber anders als Douglas geht Cranston damit sehr viel vorsichtiger um. Walter White kann nicht von heute auf morgen seinen illegalen Tätigkeiten nachgehen. Der Mann baut sich ein wackeliges Gerüst aus Lügen auf und wir dürfen nun erleben, wie er versucht, alles am Laufen zu halten. Somit geht es in der ersten Staffel nicht nur ums Drogenkochen.

Im Gegenteil, nach der ersten Folge ist damit erst einmal Schluss. Stattdessen kämpft Walter mit seiner Familie und mit toten und noch nicht ganz so toten Drogendealern. Auf teilweise recht amüsante Weise wird uns dabei das ungleiche Duo Walter und Jesse vorgestellt. Wo man ja sonst gerne sagt, der eine ist das Hirn, der andere die Muskeln, wird das bei Jesse und Walt schon schwieriger. Walt ist das Hirn und Jesse ist… Jesse halt. Aaron Paul präsentiert uns einen Typen, den man nur zu gerne und manchmal viel zu leicht als blöden Junkie-Möchtegern-Hip Hopper abstempeln könnte.

Aber abstempeln kann man von diesen Beiden wirklich keinen. Walt und Jesse sind toll ausgearbeitete Charaktere, die weder Schwarz noch Weiß sind, sondern in allen Grautönen erstrahlen, die man sich nur denken kann. Keiner von ihnen ist ein ausgemachter Killer, ein knallharter Drogendealer oder ein eiskaltes Monster. Schwierige Entscheidungen bleiben schwierige und vor allem schwer wiegende Entscheidungen. Todesfälle steckt keiner von den beiden leicht weg… nur hat Jesse im Gegensatz zu Walt nicht die großen Familien-Probleme.

Familie ist hier auch ein gutes Stichwort dafür, dass man einige Personen dann doch ziemlich schnell verurteilt. So war mir Walts Frau Skyler von Anfang an extrem unsympathisch und sie sorgt auch in dieser ersten Staffel nicht wirklich dafür, dass man sie etwas mehr mag. Dafür ist Dean Norris als Walters Schwager Hank eine echte Bereicherung. Der Typ fetzt einfach nur und dürfte als Agent des Drogendezernats sicherlich noch für ein bisschen Aufregung in Walts Leben sorgen.

„Breaking Bad“ beweist in der ersten Staffel, dass man mehr aus der Story des Lehrers, der Drogen kocht, machen kann. Zugegebenermaßen ziehen sich einige der „Familien“-Folgen ein bisschen sehr in die Länge, doch spätestens wenn es heißt „Wanna cook?“ wird’s wieder spannend. Die Mischung aus Drama, Komödie und Drogen-Thriller wird durch die verschiedenen Charaktere gut verarbeitet.

Die erste Staffel lässt mich noch etwas unbefriedigt zurück, aber bei sieben Folgen ist das auch etwas schwer. Warten wir also, was Staffel 2 so bringt.

Wertung: 8 von 10 Punkten (die Geburtstunde einer Drogen-Legende kann sich sehen lassen)

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33 Kommentare leave one →
  1. 25. April 2014 08:00

    Hm, so wie Du es beschreibst, klingt es fast sehenswert.

    • donpozuelo permalink*
      25. April 2014 08:45

      😀 Ja, kann man sich fast angucken!

  2. 25. April 2014 17:07

    Ich bin nicht so der Breaking Bad-Fan (Nein, immer noch nicht, obwohl ich inzwischen in Staffel 4 bin), finde deine Beschreibung von Staffel 1 aber sehr gelungen. V.a. Jesse als Typ zu beschreiben, der immer „Yo“ und „Bitch“ sagt, trifft den Nagel auf den Kopf. 😀 Skyler kann ich auch nicht leiden, Hank ist ganz okay und ja – die Ausgangssituation ist mehr als konstruiert, was mich nach wie vor extrem stört. Man muss aber eingestehen (wie du ja auch schreibst), dass es tatsächlich mehr um die Folgen dieser Situation geht, so dass das eigentlich schon in Ordnung ist.
    Das ganze Familiengedöns war mir auch zu viel in Staffel 1 und ich war ebenfalls ziemlich unbefriedigt (man könnte auch enttäuscht sagen) nach den sieben Folgen. Bin gespannt, wie du die weiteren Staffeln siehst!

    • donpozuelo permalink*
      27. April 2014 08:22

      Danke. Ich muss auch sagen, dass ich nicht wirklich ein „Breaking Bad“-Fan geworden bin und ich habe jetzt alle Staffeln durch. Es ist eine coole und interessante Serie, aber richtig gefesselt hat sie mich nie. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass wir uns nach dem großen Hype erst damit beschäftigen 😉

      • 27. April 2014 19:20

        Ach so, du bist schon durch mit der Serie! Da hat der Beitrag ein falsches Bild vermittelt. 😉
        Ich bin jetzt fast am Ende von Staffel 4 und fand die Staffel bis jetzt am besten und wirklich spannend. Dennoch kann ich nach wie vor nicht begreifen, warum BB jetzt so viel besser sein soll als andere Serien. Ich glaube tatsächlich, dass der Hype sich verselbstständigt hat nach einiger Zeit und irgendwann alle allein schon bei der Erwähnung der Serie in Freudenschreie ausgebrochen sind. Aber nur weil’s vermeintlich alle lieben, muss es noch lange nicht in einer eigenen Liga spielen…
        Bin gespannt, wie das Ganze endet und werde mich – wenn ich durch bin mit Staffel 5 – auch mal ausführlicher dem Phänomen BB widmen. Bis dahin gucke ich mal, was du noch so zu den weiteren Staffeln schreibst. 😀

        • donpozuelo permalink*
          28. April 2014 08:36

          Ich bin zwar durch, habe aber jede Staffel immer direkt danach rezensiert… und dann gewartet, bis mal ein guter Zeitpunkt zum Veröffentlichen war 😉

          Ja, das mit dem Hypen ist natürlich so eine Sache. Kann mal gut und mal schlecht sein. Ich verstehe es bei „Breaking Bad“ jetzt auch nicht unbedingt, aber gut… andere Leute verstehen ja auch nicht, warum ich so auf „LOST“ stehe 😀

        • 28. April 2014 18:22

          Man, das sollte ich auch mal so machen, gucken und direkt schreiben. Wenn ich dann soweit bin, dass ich was schreiben will, bin ich meistens schon mitten in der nächsten Staffel! 🙂
          Ich finde es aber unglaublich erleichternd, dass du auch nicht so richtig nachvollziehen kannst, was jetzt an Breaking Bad so besonders sein soll. Langsam hatte ich echt angefangen zu zweifeln, ob mit mir was nicht stimmt. 😀
          Bei deiner Lost-Obsession gehe ich aber direkt mit – „Don’t tell me, waht I can’t do!“ Das waren noch Zeiten! 😀

        • donpozuelo permalink*
          29. April 2014 08:10

          😀 So ging’s mir auch die ganze Zeit. Ich dachte immer: „Ja, der große Hammer kommt noch und das bist du ein echter Breaking-Bad-Fan, rennst rum und nennst alle Bitch und so“. Aber das ist nie gekommen… naja…

          „LOST“ waren wirklich noch Zeiten 😀 Ich glaube, ich werde das demnächst noch einmal gucken müssen… jetzt habe ich wieder richtig Lust bekommen.

        • 29. April 2014 17:04

          Lost kann man immer gucken, das wird nie langweilig! Und da könnte ich auch ziemlich genau und gut beschreiben, was daran so toll ist (was ich jetzt nicht tue, weil das sonst wieder ausufert hier mit mir… :-D). Das kann ich bei Breaking Bad z.B. nicht…da kann ich immer nur sagen, was ich nicht so toll finde. Mal abwarten, ich hab ja noch eine Staffel vor mir, vielleich kommt der große Moment der Erkenntnis ja noch…ich glaub’s eher nicht, aber man kann ja auch mal eine Minderheitenmeinung vertreten! Auf jeden Fall viel Spaß mit Lost! 🙂

        • donpozuelo permalink*
          29. April 2014 17:40

          So geht’s mir mit „Breaking Bad“ aber ehrlich gesagt auch. Naja… aber ich glaube, bevor ich „LOST“ anfange, will ich mir noch mal ein paar Nostalgie-Stunden mit „Akte X“ gönnen 😀

        • 30. April 2014 16:48

          Uhh, zu Akte X kann ich gar nichts sagen, das habe ich peinlicherweise noch nie geguckt. Es steht aber auf meiner Bald-mal-anschauen-Liste…wenn mal mehr Zeit ist…irgendwann. 😀
          Dir trotzdem viel Spaß auf der Nostalgiewelle!

        • donpozuelo permalink*
          30. April 2014 16:49

          Ich lerne in letzter Zeit zu viele Leute kennen, die Akte X nicht gesehen haben… langsam mache ich mir Sorgen 😀

        • 30. April 2014 16:53

          Das hat aber nichts mit der Serie an sich zu tun, glaube ich. Die Serie hat ja schon ein paar Jahre auf dem Buckel und ich war einfach noch ein bisschen zu jung dafür, als das damals im TV lief… 😀

        • donpozuelo permalink*
          1. Mai 2014 21:11

          Ich war damals auch noch viel zu jung für meine allererste Folge 😉 Hat mich ganz schön hart getroffen… war aber trotzdem gut.

  3. 26. April 2014 09:29

    Kann ich gut nachvollziehen. Fand die erste Staffel auch gut, aber eben noch nicht so genial, wie man von der Serie oft hörte. Viel Spaß mit dem Rest 🙂

    • donpozuelo permalink*
      27. April 2014 08:20

      Ich hab schon alles gesehen 😉 Ich veröffentliche jetzt nach und nach jede Staffel… Spaß hatte ich zwar, aber auch nicht den erwarteten.

      • 27. April 2014 19:11

        Das ist ja interessant, dass du das so machst. Ich würde mir glaube ich schwer tun über die erste Staffel zu schreiben, wenn ich schon alle kennen würde. 😉 Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt was da noch kommt und wie du das Ganze am Ende beurteilen wirst. Da gibts doch sehr unterschiedliche Meinungen was das Beste an der Serie war. Für mich kam der Höhepunkt nicht erst am Ende …

        • donpozuelo permalink*
          28. April 2014 08:35

          Da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt. Ich habe zwar alle Staffeln schon durch, aber die Rezensionen jeweils immer direkt nach der jeweiligen Staffel geschrieben. Hab’s mir halt nur einfach lange aufgehoben, bis ich einen guten freien Platz für alles hatte. Jede Kritik bezieht sich immer nur auf den Wissensstand der jeweilgen Staffel 😉

        • 28. April 2014 10:23

          Aaaaah. Das ist dann was anderes. 😉

        • donpozuelo permalink*
          28. April 2014 10:51

          Puhh.. Glück gehabt 😀 Aber so mache ich das eigentlich immer… auch wenn ich Reihen habe… ich gucke die einzelnen Filme, schreibe die Rezensionen und hebe mir alles auf, damit ich es so in einem Stück veröffentlichen kann. Oder halt wöchentlich… habe ich so schon mit den James-Bond-Filmen gemacht und werde ich wohl demnächst auch mit den Disney-Filmen machen.

  4. 28. April 2014 23:19

    Hui, wie praktisch, dass ich die Serie noch nicht kenne, das endlich mal nachholen wollte und mir vor 2 Wochen die erste Staffel gekauft habe. Die liegt jetzt hier neben mir und wird demnächst geguckt. Jetzt erst recht.

    • donpozuelo permalink*
      29. April 2014 08:12

      Dann bin ich ja mal gespannt, ob dich das „Breaking Bad“-Fieber eher packen wird…

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