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Elektroschocker

16. April 2014

Es gab ja 2012 nicht wenige, die böse geflucht haben, dass sich Sony so schnell nach dem „Spider-Man 3“-Desaster auf ein Reboot einstellte. Zwar wäre ein neuer Weg nach dem Venom-Sandman-Goblin-Fiasko sehr wünschenswert gewesen, doch ein kompletter Neuanfang nach so kurzer Zeit… aber gut, Sam Raimi wollte nicht mehr, Tobey Maguire auch nicht und Rechte-Probleme gab’s auch… und schwupss war „The Amazing Spider-Man“ von Marc Webb da, den wir wohl alle etwas argwöhnisch beäugten. Mir gefiel der trotz der gleichen Story recht gut… und ich hoffte einfach darauf, dass sie mit Teil 2 wirklich neue Wege gehen würden.

Doch dann die Schreckensnachricht: In „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ würden auch wieder drei Schurken auftauchen. Da dachte man schon: „Oh mein Gott, haben die nichts aus dem letzten dritten Teil gelernt?“ Und ich darf mit Stolz verkünden: „Haben sie!“ Ich kann euch beruhigen, es ist kein „Spider-Man 3“-Fiasko, sondern ein wirklich fast perfekter „Spider-Man“-Film!

In „Rise of Electro“ schlägt sich Peter Parker (Andrew Garfield) mit Gewissensbissen rum. Schließlich hatte er doch im letzten Teil Papa Stacy versprochen, sich von Gwen (Emma Stone) fernzuhalten. Aber die Liebe ist nun einmal ein seltsames Spiel.. und wer würde schon die Finger von einer Emma Stone lassen wollen? 😉 Doch dann kriegt es Peter erst mit Electro (Jamie Foxx) und anschließend mit seinem alten Freund Harry Osborn (Dane DeHaan) zu tun.

Dude, seriously… try Fielmann!!!

Allein die ersten Minuten, in denen man einfach nur Spidey durch New York schwingen sieht, beweisen, dass Marc Webb seine Spidey-Sinne extrem geschärft hat. Der neue Spidey schwingt höher, schneller und weiter und blödelt dabei so sympathisch rum, dass man sich das Lachen einfach nicht verkneifen kann. Wer spätestens jetzt nicht ein Andrew-Garfield-Fan ist, der wird mit dem neuen Spidey nichts mehr anfangen können. Webb und Garfield sind ein gut eingespieltes Team und liefern mit dem zweiten Teil genau das, was ich hier mir erhofft hatte: Einen Spider-Man-Film, der sich nicht vor der Raimi-Reihe verstecken muss.

Besonders gut gelungen ist tatsächlich die Nummer mit den drei Ganoven: Ich will hier nichts verraten, deswegen müsst ihr mir einfach vertrauen: Es funktioniert ziemlich gut. Gut, ich gebe zu, dass Jamie Foxx als Elektro eine etwas merkwürdige Origin-Story bekommt und dass sein vorheriges Ich Max Dillon ein bisschen sehr klischeehaft gezeichnet ist… aber was soll’s? Wenn Foxx als Elektro loslegt, ist das schon ziemlich cool. Auch Dane DeHaan funktioniert als Harry ziemlich gut, der perfekte Freund/ Feind. Ein bisschen schmierig und ein bisschen sehr undurchschaubar. DeHaan ist wirklich ein wahrer Glücksgriff, der sich hier als einer der besten Marvel-Schurken etablieren könnte. Aber auch Paul Giamatti geht in seiner Rolle als Rhino gut auf. Endlich mal wieder ein Marvel-Film also, in dem die Schurken gut funktionieren… aber eigentlich hatte Spidey damit sowieso nie sooo große Probleme.

Natürlich funktionier „The Amazing Spider-Man 2“ auch auf der Beziehungsebene perfekt. Andrew Garfield und Emma Stone passen einfach wie Arsch auf Auge, wenn ich das mal so sagen darf. Ob’s nun daran liegt, dass die beiden eh schon zusammen, will ich jetzt gar nicht mutmaßen… wahrscheinlich wäre es auch ohne diese Tatsache perfekt. Die beiden liefern ihre Dialoge so natürlich, so charmant, so perfekt ab… da sieht man wirklich ein schönes Leinwand-Pärchen.

Allerdings ist nicht unbedingt alles super-perfekt am neuen Spider-Man: Obwohl die Story spannend inszeniert ist, gibt es immer wieder ein paar kleine Hacker. Und das sind die Rückblenden zu Peters Eltern und seine Nachforschungen zu dem Thema. Ganz ehrlich: Es ist eine nette Idee, mehr aber auch nicht. Es trägt nicht wirklich zur Gesamtstory bei und hat mich ehrlich gesagt, ein bisschen gelangweilt. Sowieso ist es schade, dass bei einigen Szenen ein bisschen die Emotionen fehlen… manchmal inszeniert Marc Webb Szenen zu perfekt, zu sauber, zu vorhersehbar… und dabei hätte das alles nicht sein müssen.

Trotzdem: „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ macht jede Menge Spaß. Und JA, er ist besser als der erste Teil. Alle Beteiligten hatten sichtlich Spaß an diesem wirklich unterhaltsamen Film, der Spider-Man mehr als nur gerecht wird: lustig, spannend und dramatisch (wenn auch manchmal etwas gestelzt). Als Spidey-Fan absolut Pflicht!!!

Wertung: 9 von 10 Punkten (Tobey wer??? Andrew Garfield festigt seinen Status als coolerer Spider-Man!!!)

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10 Kommentare leave one →
  1. 16. April 2014 13:41

    Freue mich schon sehr auf den Film – insbesondere den letzten Trailer fand ich großartig und als es hieß, dass Dane DeHaan Harry Osborn mimt, war ich sowieso schon überzeugt. Das kann nur gut werden 🙂

    • donpozuelo permalink*
      16. April 2014 15:22

      Dane DeHaan ist super. Wie gemacht für die Rolle als Harry!!! Und der Rest ist auch sehr, sehr unterhaltsam!!! Bin gespannt, wie er dir gefallen wird!

  2. 23. April 2014 07:47

    Fand ihn auch grossartig – und er wird endlich mal den Comics gerecht… Die Beziehungsgeschichte hat mich jedoch enorm gestört. Die kaufte ich den beiden zu keinem Zeitpunkt ab.

    • donpozuelo permalink*
      23. April 2014 08:56

      Absolut… ich finde auch, das ist mal wieder richtig gut gewesen. Aber wieso kaufst du denen die Beziehungsnummer nicht ab? Ich fand das echt gut und auch immer wieder nett, dass die Action nicht den ganzen Film dominiert, sondern hier und da von dieser Beziehungskiste unterbrochen wird.

  3. 30. April 2014 11:48

    Also, ich bin ja schockiert – wenn der Film 1. so ähnlich wird wie der erste Teil und 2. mit solchen Dialog-„Perlen“ wie in den übermäßig zahlreichen Trailern aufwartet, dann kriege ich schon jetzt das Kotzen.
    Ich habe mich ja schon oft genug über den grausigen CGI/Computerspiel-Look des Films in den Trailerschnipseln aufgeregt, dazu kommt, dass ich Stone und Garfield als Paar schon im ersten Teil eher peinlich, denn zueinander passend und miteinander harmonierend empfang und mir der irgendwie coole, aber trotzdem Loser Peter von Garfield einfach nicht gefällt.
    Ich verzichte, auf diesen Superhelden-Film einfach und tu so, als hätte ich nie davon erfahren 😀

    • donpozuelo permalink*
      30. April 2014 14:56

      Mmh… ich mag Stone & Garfield zusammen. Mir gefallen die beiden echt gut. Was die CGI-Geschichten aus den Trailern angeht, kann ich dich allerdings gut verstehen… das sah da wirklich schlimm aus. Aber im fertigen Film ist mir da nichts sauer aufgestoßen. Könnte aber auch einfach daran liegen, dass ich zu viel Saß mit dem Film hatte.

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