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Die Rote Hochzeit

11. April 2014

Ich weiß noch ganz genau, wie ich das erste Mal von der Roten Hochzeit erfuhr. Ich hatte nach der ersten Staffel von „Game of Thrones“ angefangen, die Bücher zu verschlingen und war gerade so bei Band Zwei, als ich ein Interview mit George R.R. Martin las. Darin beschrieb er seine Art zu schreiben und wie es zu der Geschichte kam. Und irgendwann wurde er gefragt, wie er sich dabei fühlte, als er die Rote Hochzeit schrieb. Zu dem Zeitpunkt konnte ich damit nicht viel anfangen und zum Glück blieb das Interview in der Hinsicht auch recht wage. So verschwand die Rote Hochzeit schnell wieder aus meinen Gedanken… bis ich dann endlich das dritte Band „A Storm of Swords“ las… und schließlich zu dem kam, was man jetzt im Allgemeinen als die Rote Hochzeit bezeichnet.

Mittlerweile kennt ja jeder diese Bezeichnung, hat die youTube-Videos gesehen, in denen man die Reaktionen der Menschen sehen kann, die das Ganze zum ersten Mal sehen. In der Hinsicht war ich vorbereitet… denn in meinem Schock über dieses Ereignis habe ich das Kapitel darüber wahrscheinlich drei-, vier Mal gelesen – wohl in der Hoffnung, es wäre alles nicht wirklich passiert. Aber es ist wirklich passiert – und so bewies Martin einmal mehr, dass im Spiel der Throne wirklich niemand sicher ist.

Und zum Glück hat sich auch die Serie dieser Devise nie verweigert. Staffel Eins konnte mich da, was den Tod angeht, noch ordentlich schocken. Jetzt bei der dritten Staffel war ich einfach nur gespannt, ob sie die Schreckensvision auch „gut“ umsetzen würden. Ich kann nur sagen: Ja, sie haben es getan. Sie haben nicht ausgelassen, nichts beschönigt. „Game of Thrones“ wird sich selbst und dem Buch wieder einmal gerecht und beweist sich auch in Staffel 3 als grandios und gelungene Umsetzung der Romane.

Die Handlung jetzt hier noch einmal wieder zu geben, wäre ein langwieriges Unterfangen. Es sei einfach so viel gesagt, dass es da weitermacht, wo die zweite Staffel aufhörte. Stannis Baratheon (Stephen Dillane) verkriecht sich mit seiner Roten Priesterin nach der Schlacht auf Blackwater, die Lannisters übernehmen King’s Landing und Robb Stark (Richard Madden) versucht als König aus dem Norden dagegen zu halten. In Essos wandert Daenerys (Emilia Clarke) weiterhin mit ihren Drachen durchs Land, immer auf der Suche nach einer Armee, um Westeros zu erobern. Und Jon Snow (Kit Harrington) bekommt’s hinter der Mauer mit den Wildlingen zu tun.

Mit ihr an seiner Seite wird der Winter sehr viel angenehmer.

Ich muss sagen, dass ich mittlerweile sehr, sehr froh darüber bin, dass ich doch die Bücher gelesen habe. Auch wenn das schon eine ganze Weile zurückliegt, hilft es mir doch enorm, bei all den Figuren und Nebensträngen die Übersicht zu behalten. „Game of Thrones“ ist in der dritten Staffel definitiv nichts mehr für Neueinsteiger… die muss man an den Anfang schicken, sonst gehen sie in diesem clever konstruierten Chaos aus Intrigen und Ränkespielen gnadenlos unter.

Die dritte Staffel gibt gleich von Anfang an ordentlich Gas, doch – wie gesagt – wer von Anfang an dabei ist, wird sich sofort wohlfühlen. Endlich wird auch der Fantasy-Anteil ein bisschen erhöht – schließlich wird Bran Stark (Isaac Hempstead-Wright) in seinen Fähigkeiten, die Körper anderer Wesen zu besetzen, immer besser. Die Drachen von Daenerys werden größer und stärker, und die Gefahr aus dem Norden wird ebenfalls immer präsenter. Dazu gibt’s die üblichen Intrigen am Hof des Königs – allerdings gibt’s dieses Mal weniger Arschloch-König Joffrey (Jack Gleeson) und ein bisschen mehr Tyrion (Peter Dinklage). Besonders gut gefallen hat mir auch die Story-Line zwischen Jamie Lannister (Nikolaj Coster-Waldau) und Brienne von Tart (Gwendoine Christie). Fand ich schon in den Bücher sehr interessant und wurde auch in der dritten Staffel ziemlich gut umgesetzt.

Ich muss sowieso gestehen, dass mich die dritte Staffel wieder richtig gefesselt hat. Zum Teil lag’s wahrscheinlich daran, dass ich mir selber beweisen wollte, wie viel ich von den Büchern behalten hatte und deswegen schon vor irgendeiner Namensnennung erraten wollte, wer wer ist und wo es gerade langgeht. Zum Teil liegt’s aber auch einfach an der Tatsache, dass „Game of Thrones“ einfach nur verdammt gut geschrieben und in Szene gesetzt ist. Auch ohne die Bücher muss man das neidlos anerkennen. Dank großartiger Darsteller und einer Story, die den Zuschauer gekonnt bei Laune hält, fiebert man einfach immer weiter mit. Schließlich kopiert die Serie gekonnt, die episodenhafte Erzählung und springt innerhalb einer Folge immer wieder von Figur zu Figur.

Und schließlich bewegt sich alles unaufhaltsam auf diese eine Hochzeit zu, die Rote Hochzeit… wenn es dann soweit ist, dann fällt euch die Kinnlade runter. Der gesamte Spannungsaufbau entlädt sich in einem fiesen Gemetzel… und man weiß, dass diese Serie nicht mehr enttäuschen kann.

Wertung: 10 von 10 Punkten (jetzt schon ein echtes Highlight der Serie, weil hier wirklich alles zusammenkommt, was „Game of Thrones“ so grandios macht)

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15 Kommentare leave one →
  1. 11. April 2014 13:46

    Haha 😀 ich seh schon – 10 von 10. Bran, den hab ich in meiner Review total vergessen zu erwähnen. Finde es auch großartig, dass seine Fähigkeit thematisiert wird und er etwas von der Opferrolle wegkommt. Was mich etwas geschmerzt hat, ist dass er und Jon zwischenzeitlich so nah beieinander sind. Ich warte so sehr darauf, dass wenigstens mal ein paar Familienmitglieder sich wiedersehen … aber es soll wohl nicht sein. Wie eindrucksvoll bewiesen wurde.
    Ich beneide dich etwas darum, dass du die Bücher gelesen hast. Mich erschlägt ein wenig die Wucht und Gewalt der Seitenzahl … ich müsste jetzt fix die ersten 3 lesen … ufff … u_u

    • donpozuelo permalink*
      11. April 2014 13:53

      Dass mit Bran und Jon war aber auch in den Büchern schon nervenaufreibend. Da hatte ich schon die Hoffnung, dass wenigstens zwei Starks sich wieder treffen. Aber es ist halt alles nicht so einfach in Westeros 😉

      Die Gewalt der Seitenzahl ist schon beängstigend, aber Martin schreibt so gut, dass man das schnell hinter sich lässt und die Dinger einfach nur noch verschlingt. Ich kann’s dir nur empfehlen… und zu dem Zeitpunkt, an dem du fertig bist, hat Martin vielleicht auch endlich das vorletzte Buch veröffentlicht 😀

  2. olivesunshine91 permalink
    11. April 2014 16:40

    Ja, die „Red Wedding“ war in jedem Fall eine der spannendsten Szenen der ganzen Serie. Meines Erachtens ist es in der Serie sogar noch ein wenig brutaler dargestellt, während im Buch eher darauf eingegangen wird, wie sehr Catelyn bei der ganzen Sache ihren Verstand verliert.

    Ich bin auch unheimlich gespannt, wie sie die Hochzeit von Joffrey und Margaery umsetzen!

    • donpozuelo permalink*
      11. April 2014 17:09

      Im Buch fand ich es gerade deswegen so brutal… aber das sind halt so die Unterschiede zwischen Buch und Film. Da muss man solche Sachen halt auf eine andere Art und Weise zeigen. Auf jeden Fall war es beide Male ziemlich krass.

      Und ja, auf die Hochzeit bin ich auch schon sehr, sehr gespannt 😉

      • olivesunshine91 permalink
        11. April 2014 21:16

        Ja, es war auf eine andere Art brutal, aber mir hat das im Buch deshalb auch minimal besser gefallen. Ich fand’s wirklich interessant, welche Halluzinationen sie dann plötzlich bekommt und wie sie schließlich völlig den Verstand verliert.

        Hast du denn schon in die erste Episode reingeschaut?

        • donpozuelo permalink*
          12. April 2014 10:56

          Klar, mir hat auch die Version im Buch besser gefallen… das steht ja außer Frage 😉

          In die erste Episode habe ich noch nicht geschaut… ich versuche immer so lange wie möglich zu warten, um dann am besten alles am Stück gucken zu können 😀

  3. 11. April 2014 19:34

    Oh, das schürt die Vorfreude auf Staffel 3, die bei mir inzwischen auch schon im Regal steht. Vielleicht fande ich heute noch damit an. Die Handlung kenne ich ja auch schon aus den Büchern, doch bin ich sehr auf die Umsetzung gespannt!

    • donpozuelo permalink*
      12. April 2014 10:55

      Mach das! Die dritte Staffel ist wirklich verdammt gut!

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