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Hello and Goodbye, Mother!

4. April 2014

Diese Zeilen stecken voller Spoiler. Ernsthaft! Allein die Überschrift ist eigentlich schon ein Spoiler. Und das sage ich jetzt wirklich gleich zu Beginn, um niemanden zu verärgern. Wer das Finale von „How I Met Your Mother“ noch nicht gesehen hat, der möge jetzt seine Augen abwenden. Denn ich will/ muss hier einfach mal meinen Senf dazu abgeben.

Es ist also endlich vorbei. Nach neun Staffeln kennen wir nun endlich die Mutter von Teds (Josh Radnor) Kindern. Lange, lange haben wir mit ihm und seinen vier Freunden gefeiert und gelitten. Und anfangs war ich sogar sehr glücklich über diese ewig andauernde Suche nach der Mutter. Da störte es mich nicht, dass ich immer nur mal hier einen gelben Regenschirm, da einen Fuß oder dort den Hinweis bekam, dass sie Bass spielen würde. Die Mutter rückte eigentlich immer ein bisschen in den Hintergrund… waren doch alle anderen Figuren und ihre Konstellationen so viel interessanter.

Der notorische Barney (Neil Patrick Harris), das Über-Pärchen Lily (Alyson Hannigan) und Marshall (Jason Segel) sowie Reporterin/ Teds wahre große Liebe Robin (Cobie Smolders). Und das Robin Teds große Liebe war, wussten wir ja alle schon seit der ersten Folge. Und immer wieder schwang mit, dass sie die Eine ist. Jede, die sonst kam, war nur ein Stellvertreter… ein Ersatz, der uns mal mehr und mal weniger wichtig verkauft wurde.

Vom Regen in Traufe… das muss man leider fast wörtlich nehmen.

Schließlich am Ende der achten Staffel durften wir einen Blick auf die Frau erhaschen, die es sein sollte… und doch dauerte es bis zum Finale der neunten Staffel bis auch Ted sie sehen durfte. Irgendwie alles ein bisschen plump… was durch das Finale nur noch getoppt wird – irgendwie in einem leicht negativen Sinn.

Dass Barney und Robin heiraten, fand ich schon von Anfang an ein bisschen verkehrt. Dass man sie dann aber in einer Folge heiraten und sich mehr oder weniger gleich wieder scheiden lässt, das war einfach nur albern. Das erinnerte mich so ein bisschen an die „Joey-liebt-Rachel“-Story bei „Friends“ – man macht es halt einfach mal, um die Gemüter ein bisschen zum Kochen zu bringen. Zu mehr hat es dann bei „HIMYM“ auch nicht gereicht, und das, obwohl sie es über sehr viel mehr Folgen gestreckt haben.

Tja, Finale und endlich ist die Mutter da – ihr Name ist Tracey, gespielt wird sie von Christin Milioti. Sie hat das Vergnügen, die am meisten erwartete Frau der TV-Geschichte zu sein (möglicherweise). Und dann taucht sie hier und da mal auf… und schwupps, ist sie auch schon wieder weg. Ein paar Montagen einer glücklichen Ehe, dann wird Mama auf einmal krank und aus und vorbei. Die Kids durchschauen schließlich, dass das Ganze nur als Bitte gedacht war, nach dem Tod der Mutter endlich mal mit Tante Robin ausgehen zu dürfen…

Ganz ehrlich, plumper und unspektakulärer hätte man es wohl nicht machen können. Klar, für alle Ted-und-Robin-Fans ist das gewollte Happy-End da. Aber so nach neun Jahren komme ich mir mit diesem Ende ein kleines bisschen verarscht vor. Nein, ziemlich verarscht sogar. Vor allem, wenn man überlegt, dass diese finale Szene mit den Kindern ja schon vor langer, langer Zeit aufgezeichnet wurde… da wußte einer ganz genau, wo es hingehen soll und findet keinen besseren Weg, damit es am Ende doch „Ted und Robin“ heißt? Für eine Serie, die so stark anfing, eine ziemliche Schande… aber gut, die Luft war wohl einfach raus und ich bin auch ganz froh, dass sie es nicht noch länger gestreckt haben.

Ich finde, man hätte Christin Milioti einfach ein bisschen mehr Zeit geben können. Ein bisschen mehr von der glücklichen Ehe hätte ich schon gern gesehen, bevor alles den Bach runter geht. Aber für viel Dramatik war wohl einfach kein Platz mehr.

Somit bleibt für mich das bisher versöhnlichste Finale einer Sitcom immer noch das von „Scrubs“. Ohne viele Worte und mit wunderbaren Bildern verabschiedete man sich dort würdevoll von seinen Fans – und versaute es sich dann mit der neunten Staffel. Vielleicht ist das Ganze also auch einfach nur der Fluch der Sitcoms… sie reiten zu lange auf der Erfolgswelle, bis sie versinken, ohne es wirklich selbst mitzubekommen.

So schließen wir das Kapitel „How I Met Your Mother“ mit einem stark weinenden und einem mäßig lachendem Auge. Die Serie war in ihren Anfängen ja ziemlich gut… also erinnern wir uns einfach daran. Auch wenn dieses Finale nicht gerade dabei hilft…

Wertung: 5 von 10 Punkten (legen… wait for it…. wait for it… wait for it… sorry, it ain’t coming…)

8 Kommentare leave one →
  1. 4. April 2014 08:53

    Ich hab die Serie ja Anfang der 8. Staffel wegen ihrer Orientierungslosigkeit abgebrochen, hier und da Episoden Summarys auf IGN gelesen und nun noch das Serienfinale angeschaut. Und fand es emotional eigentlich ganz gelungen. Die Ehe zwischen Robin und Barney war natürlich nur Mittel zum Zweck, wie es aber auch schon die ganze Prämisse der Serie war (wie lernte ich eure Mutter kennen, wie Robin und Barney heiraten, wie Lily und Marshall dies und das machen). Dass die Mutter nur so kurz in der 9. Staffel und im Finale auftauchte fand ich eher dahingehend schade, dass sich die Schauspielerin doch sehr gut eingefügt hatte. Eine ganze Staffel mit ihr als Full Cast Member wäre sicherlich vorzuziehen gewesen. Dennoch fand ich wie gesagt das Finale auf emotionaler Ebene überzeugend. DIe Szenen, in denen sich Robin von der Gruppe entfernte, waren sehr gut gespielt und meiner Erfahrung nach auch authentisch, was das langsames Auflösen von freundschaftlichen Geflechten über die Jahre hinweg angeht. Der Wehmut kam schon rüber. Dass die Serie jedoch mit ihrer Auflösung scheitern musste, war schon vor ein paar Jahren abzusehen, als sich bereits andeutete, dass es um alles ging in der Show, nur nicht darum, wie Ted die Mutter seiner Kinder kennenlernte. Ich will jedoch nicht ausschließen, dass die Verbitterung bei jemand, der auch die letzten beiden Staffeln gesehen hat, da größer sein mag.

    • donpozuelo permalink*
      7. April 2014 00:02

      Gut, ich habe die Serie von Anfang an komplett verfolgt… und wie gesagt, wenn eine ganze Staffel lang nichts anderes gemacht wird, als diese Hochzeit zwischen Barney und Robin vorzubereiten, dann ist es schon ein bisschen merkwürdig, dass sie sie innerhalb von 10 Minuten wieder „zerstören“. Dann hätten sie statt der langen Hochzeitsstaffel doch ein bisschen mehr auf die Mutter verwenden können, die auch einfach zu kurz kommt. Klar geht’s im Endeffekt nicht wirklich um die Mutter, aber wie du schon sagst, hat sie sich gut eingefügt und hätte ein bisschen mehr Screen-Time verdient 😉

      Naja… nach so langer Zeit und der echt schwachen neunten Staffel kam dieses Ende halt einfach nicht gut rüber. Es ist nett und okay, aber ich finde halt, man hätte ein bisschen mehr draus machen können.

  2. 4. April 2014 11:03

    Ich habe vor fast zwei Jahren mit HIMYM aufgehört. Die sechste Staffel fand ich schon schwach, die siebte war zum größten Teil grausam – man mag auch FRIENDS seine Schwächen und Längen ankreiden, aber so tief fiel die in meinen Augen beste Sitcom aus den USA nie.
    Nun höre ich von allen um mich herum eigentlich nur eine Brise Wut und vor allem viel Enttäuschung. Vielen wurde die Serie durch das Finale gar ganz kaputt gemacht (ich denke mal, dass das gerade emotionale Übertreibungen sind, aber nun ja…).
    HIMYM war eine anfangs lustige, teils originelle Serie, die sich aber auch enorm an offensichtlichen Vorbildern hier und da die Story-Fäden zusammenklaute; das einzig gute: Die Serie ist jetzt endlich vorbei, keiner wird mehr meckern – und ich fühle mich seltsam bestätigt darin, die Serie schon vor Jahren „ad acta“ gelegt zu haben.

    • donpozuelo permalink*
      7. April 2014 00:04

      Ja, da hast du irgendwie Recht. Man hätte mit HIMYM wirklich früher aufhören können, aber ich war dann halt doch neugierig 😉

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