Skip to content

Fliegendes Ratespiel

31. März 2014

Ich gebe ja zu, dass ich als Kind einen ziemlich merkwürdigen Filmgeschmack hatte: Nachdem ich durch die ganzen „Godzilla“-Filme angefixt war, entwickelte ich eine echte Vorliebe für Katastrophenfilme. Egal was, Hauptsache, es ging irgendwas ordentlich schief und irgendwas dabei ordentlich kaputt. Dabei habe ich dann tatsächlich am liebsten die Filme geguckt, die im Flugzeug spielen… und von denen gibt’s ja eine ganze Menge. Im Nachhinein wundert es mich schon, dass ich nach diesen Film nie wirklich Angst vorm Fliegen hatte…

Deswegen, und irgendwie auch wegen der Tatsache, dass Liam Neeson ja scheinbar der neue Bruce Willis geworden ist, habe ich mir „Non-Stop“ angeguckt… und habe es dann bitter bereut. In „Non-Stop“ wird Liam Neeson als Air Marshall Bill Marks von einem Unbekannten im Flugzeug von New York nach London bedroht: Entweder der Unbekannte bekommt 150 Millionen Dollar oder er tötet alle 20 Minuten einen Passagier. Marks versucht den Fall aufzuklären… blöd nur, dass nach den ersten zwanzig Minuten alles dafür spricht, dass Marks selbst der Täter ist. Ein wirres Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem das „Akte X“-Motto zum Tragen kommt: „Vertraue niemandem!!!“

Ich wollte nur einen Fensterplatz… und jetzt das!

Ein Film über mehrere Menschen, die auf engem Raum eingeschlossen sind und unter sich einen Mörder vermuten… klingt eher nach etwas für Miss Marple, soll in diesem Fall aber doch Liam Neeson lösen. Für gewöhnlich ist so eine Ausgangssituation aber schon sehr vielversprechend, wenn sie gut gemacht wird. Was bei „Non-Stop“ leider so gar nicht der Fall ist. Regisseur Jaume Collet-Serra liefert uns zwar ein paar angeblich böse Buben aus den Reihen der Passagiere… doch hält er deren wahre Identitäten nicht lange geheim und macht sich so selbst das Rätsel-Raten ziemlich schnell kaputt… und kann sich leider auch nicht verkneifen, eine arabisch aussehende Person präsent ins Bild zu setzen, auch wenn die sich dann schnell als hilfreicher Doktor enttarnt (so kann wenigstens niemand über billige Stereotype kreischen… billig ist das trotzdem).

Ich muss ganz ehrlich sagen, die Story ist langweilig. Das Rätsel-Raten macht einfach keinen Spaß. Und gerade diese Art von Film basiert doch darauf, den Zuschauer bis zu einem gewissen Grad mit einzubeziehen. Doch dazu müsste man dem Zuschauer die einzelnen Spieler näher bringen… und das hätte bedeutet, man hätte den Fokus des Films nicht so sehr auf den großen Star Liam Neeson gehabt. Und genau das macht alles zugrunde:

Neeson spielt hier wirklich nicht besonders: Der Air Marshall mit trauriger Vergangenheit und Alkohol-Problem ist eine nette Figur, aber mehr auch nicht. Wenigstens wird Neeson in „Non-Stop“ nicht so sehr zum Action-Held geprügelt wie in „Taken“ und Co. Aber wie schon gesagt, Neeson allein trägt den Film nicht. So dürfen wir nicht miträtseln, sondern nur Neeson dabei zu sehen, wie er versucht, einem nach den anderen als Täter außer Frage zu stellen. Und das ist einfach nur langweilig.

Collet-Serra hätte sich in „Non-Stop“ viel mehr Zeit für die anderen Charaktere nehmen müssen. So ein Film macht doch wirklich nur Spaß, wenn man selbst Detektiv spielen kann… und dafür muss man ein bisschen mehr wissen. Einfach nur Liam Neeson bei seinen merkwürdigen Aktionen zu beobachten… das ist stinklangweilig.

Wertung: 2 von 10 Punkten (ein wahres Schnarchfest von einem Film… mit der dämlichsten, wirklich der dämlichsten Auflösung, die man sich nur vorstellen kann)

Advertisements
13 Kommentare leave one →
  1. 31. März 2014 09:01

    2/10? lol 😀

    Und was ist mit der IMDb 7,3/10? 😀

    • donpozuelo permalink*
      31. März 2014 10:12

      IMdB ist IMdB. Ist ja kein Indikator für persönliche Meinung, oder? 😀 Ich fand den Film einschläfernd, da helfen auch die 7,3 nicht viel weiter 😉

  2. 31. März 2014 09:23

    Eine noch dämmlichere Auflösung als bei „Flightplan“?

    • donpozuelo permalink*
      31. März 2014 10:13

      Ich möchte fast sagen: „Ja!“ 😉

      • 31. März 2014 11:56

        Um Himmels Willen!!
        Ich befürchte fast, ich werde ihn trotzdem sehen, wenn er auf DVD rauskommt. Und sei es nur als Futter für die Flop-Liste am Jahresende… :-p

        • donpozuelo permalink*
          31. März 2014 12:00

          Ja, „Non-Stop“ eignet sich in meinen Augen sehr gut für die Flop-Listen am Jahresende. Naja… mal sehen, wie er dir so „gefallen“ wird. 😉

  3. 31. März 2014 10:57

    … wenn jemand dämliche Auflösung sagt, bekomme ich plötzlich total Lust den Film zu schauen 😉
    Nee, im ernst. Schon beim Trailer war ich sehr misstrauisch, weil ich finde, dass die einfach viel zu viel zu viel verraten haben. Da hatte ich das Gefühl den ganzen Film bereits geschaut zu haben und deine Kritik und schlechte Wertung überrascht mich gar nicht so wirklich. Und die Sache mit dem Araber der schon wieder Mal verdächtigt wird, gab es doch auch schon bei Flightplan mit Jodie Foster oder? Nich so neu … Oh je.

    • donpozuelo permalink*
      31. März 2014 11:33

      Genau das dachte ich über den Trailer auch, aber überraschenderwesise führt einen der Trailer auf eine ganz falsche Fährte. Das ist okay… aber der Film an sich ist halt echt nichts besonderes. Vor einem Gang ins Kino würde ich absolut abraten!!!

  4. Iwo permalink
    31. März 2014 17:16

    Du bist ja echt ein „Eiskalter-Kerl“ 😀

    • donpozuelo permalink*
      31. März 2014 17:42

      Ich sage nur meine ehrliche Meinung 😀

  5. 1. April 2014 09:57

    Och, ich fand den Film ja schon einigermaßen spannend – allerdings bin ich auch nicht gerade mit froher Erwartung in die Pressevorführung gestürmt, sondern wollte mich einfach mal auf das Geschehen einlassen. Und meiner Meinung nach hat das Katz-und-Maus-Spiel gerade in der ersten Hälfte ziemlich gut funktioniert; vielleicht wäre es tatsächlich noch eine bessere Wahl gewesen, den Zuschauer an Neesons Charakter zweifeln zu lassen, bei der gewählten Erzählperspektive war das aber kaum möglich.

    Das Finale würde ich allerdings auch monieren. Die Auflösung geht noch in Ordnung, wenn es um die Drahtzieher geht. Sobald jedoch deren Motive ausgesprochen werden, wirkt das wie ein sehr bemühtes zeitgenössisches politisches Statement. Nun ja. Unterhaltsame Action für mich, aber nix besonderes.

    • donpozuelo permalink*
      1. April 2014 15:07

      Ich hatte auch kaum Erwartungen, außer dass der Film ja eigentlich recht gute Kritiken hatte. Aber das Katz-und-Maus-Spiel hat mich überhaupt nicht mitgerissen. Nicht nur hätte man an Neeson mehr zweifeln müssen, man hätte auch ein paar andere Charakter näher beleuchten müssen, damit man wirklich seine eigenen Schlüße und Verdachte ziehen kann. Das fehlte mir halt komplett. Und die Auflösung… reden wir da nicht weiter drüber.

      So richtig Action war ja auch nicht mit dabei… also für mich war das wirklich einfach nur ein Reinfall.

Trackbacks

  1. Die Schöne, die Möwe und der Hai | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: