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Schweine in der Wüste

28. März 2014

Es ist nicht erst seit heute so, dass ein Film plötzlich zur Trilogie wird – anfangs ist man ja schon froh, wenn DER eine Film überhaupt Erfolg hat. Dann denkt man vielleicht über eine Fortsetzung nach und wenn die dann auch noch gut ankommt, haut man den dritten Film einfach noch dazu… entweder aus Geldgründen (siehe „Der Pate 3“) oder weil man es einfach machen will (siehe „Hangover 3“) oder weil man vielleicht tatsächlich noch eine gute Idee hat, die man vorher noch nicht erzählt hatte (im Fall von „Zurück in die Zukunft“ war so eine weite Reise in die Vergangenheit ja einfach mal Pflicht).

Im Endeffekt kann man alles als Trilogie verkaufen, solange ein bestimmtes Thema (siehe „Oldboy“ und Co.) oder eine bestimmte Person immer wieder auftaucht. Irgendwie so entstand dann auch die „Mad Max“-Trilogie. Teil 1 war ein Überraschungserfolg, Teil 2 war ein richtiger Erfolg und festigte den Kultstatus von Mel Gibson als Max Rockatansky (ich find den Namen immer noch saugut).

In „Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“ taucht Max nun schon zum dritten Mal auf. Max (Mel Gibson) kommt in der Stadt Bartertown an und gerät an die Anführerin Aunty Entity (Tina Turner). Aunty hat nämlich ein Problem, bei dem ihr Max helfen soll: Er soll für sie den Master (Angelo Rossitto) aus dem Weg räumen, denn der kontrolliert die Energie in Bartertown und damit ist ER eigentlich der Herr über die Stadt. Im Kampf gegen Masters Gehilfen Blaster (Paul Larson) in der Donnerkuppel soll Max als Sieger hervorgehen und Auntys Herrschaft festigen… doch natürlich ist es nie so einfach, wie anfangs abgemacht.

„Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“ ist wohl der Film der Reihe, der sich am weitestens von seinen Vorgängern unterscheidet. Was vor allem daran liegt, dass es a) sehr viel weniger gewalttätig zugeht und b) Autos und die ewige Suche nach Benzin eigentlich keine sonderlich große Rolle mehr spielen. Viel mehr wird’s… naja… fast schon mystisch. Denn irgendwo in der Wüste haust so eine „Peter Pan-Lost Boys“-Kindergruppe und erzählt sich Geschichten von einem Mann, der sie mal alle retten wird. Und dieser Mann soll ausgerechnet Max sein.

Gerade dieser Kinder-Teil in „Mad Max 3“ ist ein bisschen sehr verworren und passt wirklich so gar nicht ins Konzept. Wenn die ihm dann am Ende noch helfen, sich wieder in Bartertown reinzuschleichen, hat man schon so ein bisschen das Gefühl, als sollte „Mad Max“ auf einmal Kinderunterhaltung sein. Vom kultigen Kämpfer ist hier nicht mehr wirklich was zu erkennen.

Kinderunterhaltung trifft es dann auch, wenn man mal Action und Brutalität von „Jenseits der Donnerkuppel“ mit seinen Vorgängern vergleicht. Interessant ist der Kampf zwischen Max und Blaster in der Kuppel schon, aber mehr als ein Gladiatorenkampf an Gummi-Seilen ist das auch nicht. Dazu kommt eine Tina Turner, die als böse Dame mich nicht so wirklich überzeugen konnte.

Ein drittes Mysterium an „Jenseits der Donnerkuppel“ ist die Story an sich… vom ersten bis zum dritten Teil müssen eigentlich Jahrhunderte vergangen sein… zumindest wenn man die Legenden der Kinder nimmt, die sich weiter ausbreitende Wüste und die zerbombten Städte nimmt, die vom Sand verschluckt werden. So viel Sci-Fi-Fantasy gab’s vorher noch nie in „Mad Max“.

Aber ganz ehrlich: Irgendwie mochte ich „Jenseits der Donnerkuppel“ trotzdem. Vielleicht lag’s gerade daran, dass die Legenden der Kinder so ein bisschen Hoffnung darauf machten, dass sich eine noch größere Geschichte offenbaren könnte. Vielleicht war’s aber auch einfach nur die Tatsache, dass die Story wirklich so unglaublich anders ist als alles, was man von einem „Mad Max“ erwartet. Ich kann’s nicht sagen…

„Jenseits der Donnerkuppel“ ist der merkwürdigste „Mad Max“-Film, aber er gehört einfach mit dazu. Und er kann sich wirklich sehen lassen… immerhin gibt’s zum Ende ja auch das, was „Mad Max“ so bekannt gemacht hat: Es wird gefahren. Gleichzeitig endet „Jenseits der Donnerkuppel“ auch mit einem hochspannenden offenen Ende, nach dem man sich nur zu gerne einen vierten Teil herbeisehnt. Der kam allerdings nie und so mussten wir lange Zeit davon ausgehen, dass wir „Mad Max“ wirklich zum letzten Mal gesehen haben.

Aber Hollywood lässt uns natürlich nicht im Stich… alte Klassiker brauchen ja immer ein Reboot (auch wenn sie keins brauchen). Was mich an dem für 2015 geplanten „Mad Max: Fury Road“ jedoch ein kleines bisschen Hoffnung macht, ist die Tatsache, dass auch hier wieder George Miller als Regisseur fungiert. Sein Baby lässt er nicht los. Allerdings wird Max dieses Mal von Tom Hardy gespielt… bleibt nur zu hoffen, dass der gute Mel wenigstens einen Cameo bekommt 😉

Wertung: 7 von 10 Punkten (Mad Max ist wirklich ein bisschen verrückt geworden, aber was soll’s???)

5 Kommentare leave one →
  1. 28. März 2014 08:33

    Hört sich nach einem „Guilty-Pleasure“-Film für dich an. 🙂 Ich konnte diesem Teil ja am wenigstens abgewinnen, aber das ist wohl bekannt. 😀 So viel ich weiß war der Film mal als eigenständiges Werk eben über die Kindergruppe in der Wüste in einer post-apokalyptischen Welt gedacht, bis jemand auf die Idee kam: „This idea needs more Mad Max“. Und schon hatte man einen dritten Teil… 😀

    • donpozuelo permalink*
      28. März 2014 09:28

      Ehrlich gesagt, stimmt das. Könnte aber auch daran liegen, dass das der erste Mad-Max-Film gewesen ist, den ich gesehen habe… und das noch in einem Alter, wo mich die ganze Mystik- und Kinder-Geschichte doch sehr angesprochen hat 😉

      • 28. März 2014 10:26

        Mir gehts ähnlich mit „Die Muppets erobern Manhattan“. Bei vielen Fans nicht so der Hit, ich mag ihn aber dank multipler Sichtungen als Kind sehr gern. 😀

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