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S.H.I.E.L.D in Gefahr

26. März 2014

Film-Reihen am Laufen zu halten ist wirklich keine einfache Angelegenheit… das hat man bei „James Bond“ immer wieder mal sehr schön gesehen. Da gibt’s echte Perlen, aber auch echten Rotz. Viel schwieriger muss es da wohl sein, mehrere Reihen zu planen, die eigentlich parallel UND eigentlich auch gleichzeitig ablaufen und wirklich nur einen gemeinsamen Knotenpunkt haben. Klar, die Rede ist von Marvels filmischen Helden-Universum… allerdings haben die sich das ja ganz gut ausgedacht und ignorieren weitestgehend größere Plotlöcher, was das große Ganze angeht: so wird in jedem Solo-Abenteuer „The Avengers“ nur mal kurz erwähnt. Fragen, warum und wieso die anderen Rächer nicht dabei sind, müssen ignoriert werden. Die haben halt gerade zu tun… oder man sieht halt alle Filme als parallel und gleichzeitig ablaufend an… dann macht das vielleicht auch alles Sinn.

Aber ehrlich gesagt: Ich kann das gut ausblenden. Schließlich will ich mich von den Marvel-Filmen einfach nur unterhalten lassen. Und nachdem Phase 2 mit „Iron Man 3“ und „Thor 2“ eingeläutet wurde, ist nun „Captain America“ dran: Nach den Ereignissen in New York kehrt der gute Captain einfach erst einmal zu seinem Alltag als S.H.I.E.L.D.-Botenjunge zurück und erledigt Nick Furys Aufträge. Doch dann wird von einem Unbekannten ein Attentat auf Fury (Samuel L. Jackson) begangen und Alexander Pierce (Robert Redford) übernimmt die Leitung der Organisation. Unter Pierce kommen allerdings Fragen auf, Verräter werden in der eigenen Organisation vermutet und plötzlich gerät Captain America selbst in Schußfeld. Gemeinsam mit Busenkumpelin Natasha a.k.a Black Widow (Scarlett Johansson) muss Cap nun die große S.H.I.E.L.D.-Verschwörung aufklären.

Ich muss ja ganz ehrlich sagen, Marvel beweist sich wieder einmal als großartiger Entertainer. Allerdings liefern sie mit „Captain America: The Winter Soldier“ einen gänzlich anderen Film als ich erwartet hätte. Die Schwierigkeit mit „Captain America“ besteht ja immer so ein bisschen darin, wie erzählt man da eine wirklich gute Story… Iron Man hat sein ganzes Technik-Gedöhns und Thor ordentlich viel Fantasy. Da sind die Möglichkeiten unendlich. Captain America ist eigentlich nur ein Typ auf Super-Steroiden… da muss man sich schon was einfallen lassen.

Und so wird aus „Captain America: The Winter Soldier“ ein fast normaler Thriller… ein Polit-Thriller inklusive Verschwörung, der in Zeiten von NSA gekonnt und ganz nebenbei Themen wie ständige Überwachung und Kontrolle durch den Staat aufgreift. „Captain America 2“ präsentiert sich über weite Strecken weniger als Superhelden-Film, sondern als Agenten-Thriller. Genauso gut hätte die Story zu einem James Bond gepasst. Statt Muskeln muss der gute Cap sein Hirn spielen lassen, um dahinter zu steigen, was eigentlich wirklich los ist.

Jetzt darf man hier natürlich auch keine zu komplexe Story erwarten… zumal der große Twist, die große Überraschung auch zur Mitte des Films offenbart wird. Trotzdem bleibt „Captain America 2“ spannend und dynamisch. Denn nur weil man weiß, was los ist, ist das Problem ja noch lange nicht beseitigt.

Mir hat’s echt gut gefallen, dass der Film einen sehr viel ernsteren Ton angeschlagen hat. Komiker und Witzbolde hat Marvel ja schließlich schon genug. Und einer muss ja so ein bisschen als „Spaßbremse“ fungieren. Obwohl das jetzt auch wieder ein bisschen blöd klingt: „Captain America 2“ ist jetzt auch nicht super-ernst. Es ist immer noch eine Comic-Verfilmung und vor allem ein Action-Blockbuster… und dementsprechend geht’s auch hier wieder ordentlich zur Sache. Und auch hier gefiel mir, dass die Action nicht so abgedreht ist wie bei den Kollegen Thor und Iron Man. Der Captain muss selbst ran und sich hier und da auch mal richtig die Hände schmutzig machen. Die Kämpfe machen richtig Spaß, die Action ist Marvel-gerecht bombastisch… so will ich das sehen.

Schauspielerisch ist auch nicht wirklich was zu meckern. Chris Evans geht in der Rolle gut auf, Scarlett Johansson ist agil und auch ein bisschen schelmisch. Gemeinsam könnten die beiden auch ein Black Widow/ Captain America-Slapstick-Special drehen. Große Sorgen hatte ich ja bei Neuzugang Anthony Mackie, der den neuen Sidekick Falcon liefert… aber: Entwarnung. Ich fand Mackie sympathisch und eine wirklich gelungene Neueinführung.

Kompliziert wird’s ja auch immer bei den Schurken im Marvel-Universum. Gerade bei „Iron Man 3“ und „Thor 2“ waren das ja eher Lachnummern. Der Titel gebende Winter Soldier, gespielt von Sebastian Stan, ist dem Captain aber endlich mal würdig. Ein Mann, der uns lange ein Mysterium bleibt und erst im Laufe der Zeit offenbart wie komplex und interessant die Figur doch tatsächlich ist. Endlich mal ein Schurke, der wirklich gut ist.

Mir hat „Captain America: The Winter Soldier“ echt gut gefallen. Ich höre vielleicht schon einige meckern, dass das jetzt vielleicht schon wieder zu ernsthaft ist, aber hey… muss doch auch mal sein. Und ganz ehrlich, Spaß macht der Film immer noch. Jeder Superheld ist halt verschieden und so muss auch jeder Film anders sein. Wenn’s irgendwann alles nur noch Lachnummern sind, wird’s ja auch langweilig (und fürs Lachen werden ja hoffentlich in diesem Jahr noch die „Guardians of the Galaxy“ zuständig sein).

Wertung: 9 von 10 Punkten (der Captain ist reifer und erwachsener als seine Kollegen, hat ja aber auch mehr durchgemacht… eine gelungene Fortführung und momentan echt mein Lieblingsfilm der zweiten Phase)

P.S.: Marvel Deutschland, macht euch doch mal langsam wirklich Gedanken darüber, wie ihr mit den Filmtitel umgeht. Erst wird aus „Thor: The Dark World“ „Thor: The Dark Kingdom“ und jetzt auch „Captain America: The Winter Soldier“ „The Return of the First Avenger“. Muss das jemand verstehen???????

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15 Kommentare leave one →
  1. 26. März 2014 22:56

    Ich bin überrascht – 9/10 Punkten. Sollte ich mir ernsthaft überlegen den doch anzuschauen??? Eigentlich bin ich alles andere als ein Captain America Fan, weil mir dieser ausgelebte Patriotismus zuviel ist. Und wie hast du so schön gesagt „nur ein Typ auf Super-Steroiden“ 🙂 Sehr treffend finde ich.
    Und das mit den Titeln der deutschen Filme finde ich extrem affig. V.A. bei Thor entzieht sich mir extrem die Logik. Die trauen den deutschen Zuschauern wahrscheinlich NICHTS zu. Die Besprechung lief wahrscheinlich ungefähr so: „…und Captain America kennen die meisten schon gleich gar nicht … aber die Avengers … lass uns ‚Avenger‘ irgendwo im Titel unterbringen“

    • donpozuelo permalink*
      27. März 2014 13:36

      Aber ein bisschen ausgelebter Patriotismus gehört nun mal zur Figur… vor allem wenn man bedenkt, wann und wie Captain America entstanden ist. Und ganz ehrlich, bis jetzt hat sich Marvel da in den Film noch echt gut zurückgehalten, wie ich finde. Der Film ist wirklich gut geworden… sollte man auf jeden Fall gucken, wenn man sich für die Marvel-Filme interessiert.

      Das mit den Titeln ist wohl wahr. Hauptsache, Avenger rein, damit das America aus dem Titel kommt… das könnte ja sonst auch noch Leute abschrecken. Total bescheuert. Dann hätten sie ihn auch für den deutschen Markt gleich ganz umbenennen können. Statt Captain America Colonel Stars and Stripes oder sowas 😉

      • 27. März 2014 21:10

        …. haha, genau. Und dann bei Kick-Ass 2, wenn Colonel Stars und Stripes auftritt, denkt die Zuschauerschaft nur „Kommt mir irgendwie bekannt vor“ 😉

        • donpozuelo permalink*
          28. März 2014 09:27

          So sieht’s aus… 😉

  2. 29. März 2014 12:06

    Er war tatsächlich ernster als die bisherigen MCU Filme, aber das wie du ja sagst überhaupt nicht, da der erste CA Film ja auch schon ernstere Töne Anschlug und so steht die ganze Story auch sinnbildlich für Caps Position im MCU, er ist halt der Typ fürs grobe und bleibt stets auf dem Boden (sprichwörtlich)

    • donpozuelo permalink*
      30. März 2014 17:35

      Eben! Danke!!! Ich höre viele, die den Film gerade wegen der Ernsthaftigkeit verurteilen, aber das sind dann für mich auch diejenigen, die Captain America an sich nicht richtig verstehen. Fürs Rumblödeln gibt’s andere, Cap ist – wie du schon sagst – auf dem Boden der Tatsachen geblieben… und da gehört er auch hin, der kleine Ruhepol 😉

  3. 30. März 2014 00:11

    Ich stimme dir eigentlich zu – ausser, dass der Film zu ernst ist. Ich fand den Humor echt „stark“. Im wahrsten Sinne des schlechten Wortspiels, quasi. Nein, im Ernst: Ich fand, der Film hatte bei den Gags starke (Mist!) Iron Man-Anleihen. Etwa Nick Furys trockener Autocomputer. Oder die Wortwechsel zwischen Cap, Falcon, Scarlett und Fury. Ich spürte hier deutlich, dass die Community-Hirne am Werk waren…

    Hat mir rundum gefallen, der Film.

    • donpozuelo permalink*
      30. März 2014 17:37

      Es war mir ja auch nicht zu ernst ernst! Ich wollte damit nur deutlich machen, dass Captain America halt nicht so der extreme Sprüchklopfer ist. Klar, der Humor im Film ist trotzdem spitze… ich kenne nur halte viele, die den Film wegen der Seriösität etwas verurteilen. Aber so ist halt Captain America… kann ja nicht nur Tony-Stark-Blödeleien geben 😀

      Mir hat der Film auch rundum gut gefallen.

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