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Blutige See

5. März 2014

Ich habe früher immer gern „God of War“ gespielt… es war kein anspruchsvolles Spiel, aber es haut saumäßig viel Spaß gemacht. Für alle, die das Spiel nicht kennen: Kratos geht einen Pakt mit Kriegsgott Ares ein, der ihn daraufhin zum perfekten Krieger werden lässt. In seiner Kampfwut tötet Kratos aber seine eigene Familie und schwört bittere Rache. Die führt man dann als Spieler selbst durch und metzelt sich in ziemlich blutiger Manier durch das Spiel. Auf einmal wird griechische Mythologie interessant 😉

Gleiches dachten sich wohl auch Frank Miller, Zack Snyder und Co. und bieten uns jetzt eine weitere Geschichtsstunde in Sachen Perserkriege ein. Mit „300“ wurde uns auf sehr graphische Art und Weise die Schlacht bei den Thermophylen näher gebracht – 300 Spartaner kämpfen gegen das Herr von Perser-König Xerxes! Doch damit sind die Perserkriege ja noch nicht vorbei und jeder, der den Film gesehen hat oder die Geschichte kennt, weiß, dass die 300 Krieger alle mausetot sind.

Deswegen gibt’s jetzt „300: Rise of an Empire“ – eine Art Sidequel-Sequel zu „300“. Hier lernen wir den großen griechischen Herrführer Themistokles ( Sullivan Stapleton) kennen. Er ist quasi mit dafür verantwortlich, dass aus Xerxes der brutale Gottkönig wird, der er ist. Themistokles’ größeres Problem heißt aber Artemisia (Eva Green), Anführerin der persischen Flotte. Die beiden liefern sich erbitterte Schlachten auf See.

Warum ich „God of War“ zu Beginn erwähne, hat einen Grund: „Rise of an Empire“ fühlt sich an (und sieht oft auch so aus) wie ein Computer-Spiel. Die Action-Sequenzen sind grandios inszeniert und gerade die Tatsache, dass wir uns auf dem Meer befindet gibt dem ganzen Szenario noch einen zusätzlichen Kick. Die Seeschlachten sehen schon ziemlich beeindruckend aus. Allein von der Warte her ist „Rise of an Empire“ schon eine gute Steigerung… hier ist tatsächlich alles noch ein bisschen größer. Wenn hier Schiff auf Schiff donnert und irgendwann das Meer brennt, dann möchte man fast mit den Spartanern an den Thermophylen teilen.

Allerdings nur fast, denn in „Rise of an Empire“ wird auch Mann gegen Mann gekämpft und auch hier kommt dieser Video-Spiel-Aspekt durch. Die Fights sind sehr ausgefeilt und nahezu perfekt in Szene gesetzt. Da springen die Griechen gekonnt von Klippen direkt auf ihre Feinde, werfen ihre Speere, treten und prügeln sich gekonnt durch die Reihen, dass das CGI-Blut nur so spritzt… aber Moment… sind wir hier noch richtig???

Sind das die gleichen Griechen, die in „300“ eigentlich nur Waschlappen waren? Die Dichter und Denker, die Philosophen und Politiker, die den Spartanern nicht das Wasser reichen konnten? Irgendwie ist hier doch was falsch… aber zum Nachdenken soll nicht viel Zeit bleiben. Es wird einfach weiter gemetztelt. Trotzdem fand ich das ein bisschen merkwürdig…

Was mich aber an „Rise of an Empire“ viel mehr gestört hat, waren zwei andere Sachen: Zum einen versucht Regisseur Noam Murro ein bisschen zu verzweifelt, Zack Snyder zu kopieren. Und so muss man sich der Ästhetik der Zeitlupe öfter hingeben als einem lieb sein mag. Versteht mich nicht falsch, Murro entwirft so eindrucksvolle Bilder und ziemlich coole Kampfszenen, aber zuviel des Guten ist auch nicht hilfreich. Wenn man nur die Hälfte der Slow-Motion-Szenen in normaler Zeit ablaufen lassen würde, dann wäre der Film wahrscheinliche eine halbe Stunde kürzer und ein bisschen flotter. Zu viel Zeitlupen (egal, wie cool sie aussehen) stören den Erzählfluss.

Aber auf der anderen Seite: Von welchem Erzählfluss reden wir hier eigentlich??? Story ist hier Nebensache und deswegen hilft es auch nicht wirklich, wenn Murro da versucht irgendwelche langweiligen und unausgereiften Vater-Sohn-Geschichten einzubauen. Ich muss tatsächlich gestehen, dass mir da „300“ wieder einmal etwas besser gefallen hat. Auch von den Darstellern…

Eva Green ist die einzige nennenswerte Person im ganzen Film. Nicht nur weil sie sich sehr freizügig zeigt, sondern weil sie ihrer Artemisia schon etwas Geheimnisvolles verleiht. Ihre Figur ist interessant und macht neugierig. Ganz anders als Sullivan Stapleton. Der versucht die ganze Zeit irgendwie ernst zu gucken, aber den großen Strategen und Kämpfer habe ich ihm keine Sekunde lang abgekauft… darstellerisch hatte „300“ da wirklich mehr zu bieten. Die Spartaner waren einfach sehr viel cooler!

Wo stehen wir also mit „300: Rise of an Empire“??? Als ich aus dem Kino gekommen bin, war ich froh, dass das Ding vorbei war. Er war zwar unterhaltsam in seinen Action-Szenen, aber auch ziemlich anstrengend – durch die Zeitlupen, die Schauspieler und die ewigen CGI-Blutfontänen. Es ist halt wie bei einem Video-Spiel… so richtig Spaß macht das nur, wenn man selbst spielen darf.

Wertung: 5 von 10 Punkten (kann man gucken, muss man aber nicht – immerhin: das 3D ist super!!!)

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6 Kommentare leave one →
  1. 6. März 2014 11:39

    Ich hab nur den Trailer gesehen und wusste gleich, es lohnt sich nicht anzusehen. Es sei denn, es reicht einem, nur Blut und Kampf zu sehen…

    • donpozuelo permalink*
      6. März 2014 12:02

      Ja, der lohnt sich wirklich nur sehr, sehr bedingt. Es ist halt echt wie ein Video-Spiel, ohne das man mitspielen darf und dann gibt’s wirklich nur Blut und Kampf… aber mehr darf man bei „300“ nicht erwarten. 😀

      • 6. März 2014 12:28

        Um ehrlich zu sein, ich hatte 300 nach 15 Minuten ausgemacht. Hat mich nicht umgehauen. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass diese Sage zu sehr ausgeschlachtet wurde.

        • donpozuelo permalink*
          6. März 2014 12:32

          Anfangs gefiel mir „300“ auch gar nicht. Mittlerweile find ich den ganz witzig!!! 😉

    • 6. März 2014 12:37

      Ich hab den nie wieder angemacht 😉

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  1. A Film To Wait For? | Going To The Movies

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