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Der Kriegerdruide

26. Februar 2014

Das klingt jetzt vielleicht zu sehr wie etwas aus einem Fantasy-Rollenspiel und wäre wohl definitiv eine Klasse, mit der ich mich anfreunden könnte. Schließlich klingt das nach einer guten Mischung aus Magie und Haudrauf-Action. Aber in diesem Falle entspringt dieser Begriff des Kriegerdruiden einem Film, der nach „Terminator“ nun wohl „Star Wars“ imitieren wollte. Denn im Endeffekt könnte man die Kriegerdruiden auch Jedi-Ritter nennen, denn so was ähnliches sind die nämlich. Mit dem Unterschied, dass die Kriegerdruiden nicht im Weltall gemeinsam mit den Rebellen gegen das Böse kämpfen.

Stattdessen wandeln die Kriegerdruiden in „Warlock – Der Sohn des Satans kehrt zurück“ auf Erden und versuchen jedes Mal bei einer Mondfinsternis zu verhindern, dass Satan zurück auf die Erde kommt. Dabei behelfen sie sich mit fünf magischen Steinen. Im Mittelalter hat das gut funktioniert, doch in der Gegenwart ist von dem Kult der Kriegerdruiden kaum noch etwas übrig. Und so braucht Warlock (Julian Sands) eigentlich nur die fünf Steine zu sammeln, um Satan zu befreien und an seiner Seite herrschen zu dürfen. Dafür muss er nur die fünf Steine der Kriegerdruiden sammeln, die vor Ewigkeiten im Land verteilt wurden. Ein Stein wird in einem kleinen amerikanischen Städtchen von den letzten Druiden bewacht. Hier müssen Kenny (Chris Young) und Samantha (Paula Marshall) lernen, dass sie die beiden letzten Kriegerdruiden und somit die letzte Hoffnung für die Menschheit sind.

Der deutsche Titel ist wieder einmal so irreführend wie nur möglich, denn „Der Sohn Satans kehrt zurück“ klingt wie eine direkte Fortsetzung zu „Warlock – Satans Sohn“. Doch der wurde im ersten Teil ordentlich zu Asche und Staub verarbeitet. Nun ist es ja im Horror-Genre nicht unüblich, dass Totgeglaubte wieder auferstehen. In diesem Fall macht man sich da aber erst gar keine Mühe. Dieser zweite Film ist vollkommen losgelöst vom ersten, erzählt eine eigenständige Geschichte und bedarf keines Vorwissens. Einzig und allein Julian Sands verbindet beide Filme miteinander. Und dafür muss man ihn sehr danken. Denn nur wegen ihm rechtfertigt sich ein Blick auf „Warlock 2“…

Wie schon im ersten Teil zeigt sich Sands von seiner besten bösen Seite und spielt hier als Schurke alle an die Wand. Im ersten Teil hatte er dafür auch noch gute Kontrahenten, sodass der Film ausgeglichen war und bestens funktionierte. Alles, was jetzt zwischen Sands und seinem Ziel steht, sind ein nettes Teenie-Pärchen, die eher unspektakulär daher kommen. Und sich leider viel zu oft als Jedi-Ritter versuchen. Das ist dann so offensichtlich, dass es wehtut. In einer Mischung aus Luke Skywalker und „Karate Kid“ Daniel LaRusso muss Chris Young als Kenny seine Fähigkeiten als Kriegerdruide erlernen. Dabei geht es unter anderem darum, einen Baseball fliegen zu lassen… was dann zu sehr an die Stelle aus „Krieg der Sterne“ erinnert, an der Luke an Bord des Millennium Falcon mit diesem kleinen fliegenden Ball trainiert. Dazu reden die Kriegerdruiden dann noch mit Tieren und Bäumen, ohne sich eingestehen zu wollen, dass sie eigentlich nur verkappte Hippies sind.

Was Charakterdarstellung angeht, hinkt „Warlock 2“ weit hinter seinem Vorgänger zurück. Gleiches gilt auch für die Story, die sich nicht groß vom ersten Teil unterscheidet. Statt drei Teilen eines Zauberbuches werden jetzt fünf Steine gesucht. Nicht besonders innovativ. Dazu kommt noch, dass sich dieses Mal niemand Warlock in den Weg stellt. Während der erste Teil vor allem wegen dieser „Schatzsuche“ und dem Katz-und-Maus-Spiel so interessant war, wartet man in Teil 2 einfach nur ab. Die Handlung verläuft dabei parallel: Auf der einen Seite sehen wir Warlock, der auf blutig-eklige Weise in Besitz der verschiedenen Steine gerät. Auf der anderen Seite sehen wir Kenny und Co., die brav trainieren und darauf warten, dass Warlock kommt, um den letzten Stein zu holen. Dazu gibt’s so etwas wie eine Teenie-Liebesgeschichte, die brav alle Klischees erfüllt und nicht wirklich glaubhaft rüberkommt.

Spannend ist „Warlock 2“ somit wirklich nicht. Man merkt zwar, dass für Effekte deutlich mehr Geld zur Verfügung stand. Leider wurde dafür an einer guten Story gespart… und das obwohl David Twohy, der schon das Drehbuch zum ersten Teil lieferte, wieder mit an Bord war. Aber man kann ja nicht alles haben und wer weiß, vielleicht steht Twohys Name auch nur da, weil Warlock quasi sein „Baby“ ist. Aber mit dem echten „Warlock“ hat das hier nur noch wenig zu tun. Wenn Julian Sands nicht noch einmal mitgespielt hätte, dann könnte man diesen Film komplett ignorieren. Halt so wie Sands (und ich auch) es mit dem dritten Teil der Warlock-Reihe gemacht hat.

Wertung: 4 von 10 Punkten (langweiliger „Star Wars“-Abklatsch mit Splatter-Effekten… aber wenigstens einmal noch mit Julian Sands)

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