Skip to content

Verhext in der Zukunft

24. Februar 2014

Was braucht ein echter Hexenmeister zum Fliegen? Bei einer Hexe ist die Antwort relativ einfach: Die haben ihre Besen, ihre Zaubersprüche, was auch immer… und in Nullkommanichts fliegen die „zauberhaften“ Damen durch die Luft. Aber was ist denn nun mit männlichen Hexen? Nennt man die dann eigentlich Zauberer oder doch Hexenmeister? Und wie zur Hölle fliegen die? So ein Besen ist jetzt nicht unbedingt ein männliches Fortbewegungsmittel und da könnte ja auch was ganz bestimmtes weh tun (und nein, ich mache da jetzt keinen Zauberstab-Witz draus). Zum Glück weiß ein Mann Rat. Und zwar einer, von dem ich es irgendwie am wenigsten erwartet hätte. „Riddick“-Schöpfer David Twohy gibt uns die Antwort in seinem Drehbuch zum Fantasy-Film „Warlock – Satans Sohn“.

Hexenmeister Warlock (Julian Sands) kann im Jahr 1691 seinem Prozess durch einen Wirbelsturm entfliehen und landet plötzlich in unserer Gegenwart (also nach Erscheinungsjahr des Films im Jahr 1989). Hier soll er die drei Teile des Grand Grimoire zusammensetzen, um damit für Satan das Tor zur Hölle aufzubrechen. Und um in unserer Welt leichter reisen zu können, muss Warlock fliegen. Dafür reicht ihm das Fett eines ungetauften Jungen. Das macht er sich überm Feuer warm, trinkt es und schon kann das Fliegen und vor allem die Suche beginnen. Doch Warlock ist nicht allein in unsere Gegenwart gekommen: Ihm gefolgt ist Hexenjäger Redferne (Richard E. Grant). Gemeinsam mit der jungen Kassandra (Lori Singer), die von Warlock verflucht wurde, versucht Redferne Warlock zu schnappen.

Ich bin ja im Moment so ein wenig auf einem Nostalgie-Trip und schaue mir nach und nach die Filme an, die meine Jugend irgendwie geprägt haben. „Warlock – Sohn des Satans“ gehört da zweifelsohne mit dazu. Damals fand ich den schon recht gruselig und auch ziemlich brutal: Besonders Warlock geht ja nicht gerade zimperlich mit den Menschen um und nimmt sich auch schon mal gerne deren Augen. Mittlerweile hat „Warlock“ seinen Brutalitätsfaktor ein wenig eingebüßt. Aber das halte ich dem Film nicht vor, denn ich finde ihn auch heute noch recht unterhaltsam. Man könnte sagen, dass „Warlock – Satans Sohn“ ganz gut gealtert ist.

Das liegt vor allem an den Darstellern… allen voran Julian Sands. Um es mal ganz einfach zu sagen: Wenn Tim Curry in „Legende“ den besten Teufel abgibt, dann darf man sagen, dass Julian Sands den besten Hexenmeister abgibt, den ich bis jetzt so erleben durfte. Sands ist herrlich bösartig und dabei immer so erbarmungslos konsequent. Dazu hat er den perfekten bösen Blick, um den fiesen Hexenmeister perfekt zu spielen. Richard E. Grant und Lori Singer bieten für seine Boshaftigkeit das Gegenstück. Bei den beiden merkt man dann doch schon sehr, dass man sich hier noch in den 80er Jahren befindet. Das liegt nicht nur an Singers Outfit, sondern vielleicht am ehesten daran, dass Redferne ohne Probleme mit einem umfunktionierten Speer ohne Probleme ein Flugzeug besteigen kann. Ansonsten überzeugen Grant und Singer durch ihr gutes Zusammenspiel… vor allem dann, wenn sie ihm die Neuzeit zu erklären versucht, während er immer noch mit Hexenkompass und Fellmantel durch die Gegend zieht.

„Warlock – Satans Sohn“ ist unterhaltsames Popcorn-Kino. Man möchte Twohy bei seinem Drehbuch fast schon unterstellen, er hätte bei James Camerons „Terminator“ abgeschrieben, denn die Grundlagen sind sich gar nicht mal so verschieden. Warlock wäre in diesem Fall der Terminator – nur halt mit Magie. Statt krassen Ballereien gibt’s halt Zaubersprüche. Dazu kommt der Schatzsuch-Anteil der Story, wenn es um die Suche nach den drei Teilen des Grand Grimoire geht. So wird aus dem Ganzen eine spannende Jagd quer durch die USA. Somit hat der Film alles, was man so zu guter Unterhaltung braucht: einen guten Schurken, eine spannende Story und ein sympathisches Helden-Duo.

„Warlock – Satans Sohn“ hat mir damals gut gefallen und er gefällt mir heute immer noch verdammt gut. Er funktioniert wunderbar und man muss wohl den Göttern danken, dass bis jetzt noch niemand auf die Idee gekommen ist, daraus ein Remake zu machen. Aber wieso sollte man auch??? Außer um einen Haufen Kohle zu verdienen… oh, ja… um einen Haufen Kohle zu verdienen. Doch dann würde ich echt weinen. Denn „Warlock – Satans Sohn“ ist so wie er ist absolut perfekt.

Wertung: 10 von 10 Punkten (Julian Sands ist ein verdammt guter Bösewicht und der Rest ist auch einfach nur verdammt gut)

Advertisements
5 Kommentare leave one →
  1. 24. Februar 2014 10:44

    Haha, sogar 10 Punkte wow! Ich liebe diesen Streifen auch 🙂
    Ist ja ein Klassiker und unter „uns“ Mädels – waren wir in den Achtzigern ja alle schwer verliebt in Sands und da durfte er dann auch gerne mal den ganz Bösen spielen 😉

    • donpozuelo permalink*
      24. Februar 2014 11:04

      Klar, der Warlock bekommt die volle Punktzahl!!! Sands ist schon eine coole Sau, allerdings kenne ich ihn tatsächlich nur aus den Warlock-Filmen.

      • 24. Februar 2014 13:43

        Leider spielte er ja hauptsächlich Nebenrollen, zuweilen auch in seltsamen Filmen, aber ein Romantikklassiker ist natürlich „Zimmer mit Aussicht“ mit der großartigen Helena Bonham Carter und Maggie Smith. Feiner Film.

        • donpozuelo permalink*
          24. Februar 2014 14:07

          Okay. Den Hexenmeister mal ohne Magie… vielleicht versuch ich’s irgendwann mal 😉

Trackbacks

  1. Der Kriegerdruide | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: