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Gefangen im All

31. Januar 2014

Luc Besson macht eigentlich kaum noch Filme und macht trotzdem zu viele Filme. WTF??? Einen Namen hat er sich mit Filmen wie „Leon, der Profi“, „Nikita“ und „Das Fünfte Element“ gemacht. Als Regisseur wohlgemerkt. Seitdem hat Besson nicht mehr so viel selbst gemacht. Stattdessen nutzt er seinen guten Namen, um ihn auf Filmplakate drucken zu lassen… um so unschuldigen Menschen gute Unterhaltung zu versprechen. Manchmal haut das sogar hin: Man nehme nur den ersten „Taken“ („96 Hours“), die „Taxi“-Reihe, „Unleashed“ und noch viele mehr. Es ist erstaunlich, wo Besson überall seine Finger drin hatte. Nur wer sooo viel macht, der kann nicht immer nur Gutes zutage führen. Ein eher trauriges Beispiel für einen Film auf dem Bessons Name drauf steht, ist „Lockout“.

In „Lockout“ wird Guy Pearce als CIA-Agent in ein Gefängnis im All geschickt. Dort soll er eigentlich eine Strafe absitzen – für ein Verbrechen, das er nicht begangen hat, es aber nicht beweisen kann. Zum Glück für ihn bricht in dem ach so tollen Weltraum-Gefängnis eine Revolte aus… und mitten drin steckt die Tochter des Präsidenten, Emilie (Maggie Grace). Snow wird nun hochgeschickt, um Maggie zu befreien.

Klingt das irgendwie vertraut? Ein riesiges, von Insassen beherrschtes Gefängnis… etwas präsidiales, das dort gefangen ist… und ein einziger Typ, der es da rausholen soll. Allein schon beim ersten Trailer zu „Lockout“ klingelte es wild in meinen Ohren. Dieser Film schreit von vornherein John Carpenters „Die Klapperschlange“. Und Drehbuchautor Luc Besson gibt sich nicht einmal die Mühe, es groß zu verstecken. Wahrscheinlich hat er sich gedacht, er will mit dem Film eine Generation ansprechen, die mit Carpenters Klassiker nichts mehr anzufangen weiß. Deswegen gibt’s halt eine Light-Version von „Die Klapperschlange“.

Dabei funktioniert bei diesem Film wirklich nichts so richtig. Die Idee mit dem Knast im Weltall ist ganz nett, wird aber so gut wie gar nicht ausgenutzt. Das ganze Geschehen bleibt im Inneren… Weltraum-Spaziergänge oder Weltraum-Fights sind eher unerwünscht (es gibt zwar ein bisschen was, aber das ist mies). Im Gefängnis selbst versucht sich Snow dann als John McClane, der plötzlich in Ridley Scotts „Alien“ gefangen ist. Da kriecht man durch ein paar Lüftungsschächte, lässt ein paar Türen explodieren oder rennt durch lange Gänge. Zwischendurch wird geballert, dann muss Emilie mal wieder etwas launisch angequatscht werden und das ist eigentlich auch schon die ganze Handlung.

Dazu kommt ein ziemlich blasser Bösewicht, der weniger bedrohlich wirkt als sein vollkommen durchgeknallter Bruder. Alles in allem nutzt „Lockout“ keine seiner Möglichkeiten voll aus und muss sich leider damit abfinden, dass man innerhalb weniger Sekunden herausfindet, welcher Film für welche Sequenz Pate stand… und es viel, viel besser machte.

Einziger Lichtpunkt in diesem dunklen, bösen Knast im All ist Guy Pearce. Der Typ ist für mich der Mann aus „Memento“… irgendwie ein Charakter-Darsteller. Aber am wenigstens hätte ich mir Pearce als Action-Held vorstellen können. Dafür macht der Gute seine Sache aber ziemlich gut. Bereits in der ersten Szene, in der er ständig eins auf die Fresse bekommt, liefert Pearce seine blöden Sprüche mit einer gekonnten Lässigkeit ab. Als hätte er jahrelang nichts anderes gemacht. Und das lässt zum Glück im ganzen Film nicht nach.

Maggie Grace, die sich an seiner Seite durch den Knast kämpfen muss, macht ihre Sache auch nicht schlecht. Erst dachte ich, sie würde nerven (so wie Ashley im Spiel „Resident Evil 4“)… aber sie ist zu ertragen.

Ansonsten hat „Lockout“ nicht wirklich viel spannendes zu bieten. Der Film ist halt einfach nur ein Sammelsurium an zusammengeklauten Ideen, von denen keine wirklich gut genutzt wird. Dann doch lieber „Die Klapperschlange“! Snake Plissken war wenigstens wirklich eine richtig coole Sau.

Wertung: 4 von 10 Punkten (Pearce ist super, das war’s dann aber auch…)

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3 Kommentare leave one →
  1. 31. Januar 2014 22:37

    Sehe ich eigentlich ähnlich, war bei den Punkten aber doch ein wenig gnädiger. Pearce war einfach verdammt klasse! Leider konnte das Drehbuch nicht mithalten…

    • donpozuelo permalink*
      2. Februar 2014 19:46

      Das stimmt. Pearce war wirklich super!!!

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  1. Filmforum Bremen » Das Bloggen der Anderen (03-02-14)

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