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Mähdrescher vs. Aliens

8. Januar 2014

Ich habe einen sehr guten Freund, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, mir ein paar recht trashige Filme vorzuschlagen. Filme, die man vielleicht nicht unbedingt in jeder gut sortierten Filmsammlung finden würde, die sich aber dennoch lohnen könnten, sie mal zu sehen. Zumindest hat er mir das so ganz gut verkauft. Leichtgläubig habe ich mich drauf eingelassen…

Den ersten Film, den er mir brachte, war einer namens „Evil Aliens“. Der Titel ist mehr oder weniger Programm: Auf einer kleinen Insel vor Wales attackieren böse Aliens ein Pärchen, töten den Typen und pflanzen der Frau ein Alienbaby ein. Diese Geschichte erreicht die Moderatorin Michelle Fox (Emily Booth), die in ihrer Sendung „Weird Worlde“ über mysteriöse Dinge berichtet. Gemeinsam mit Kameramann Ricky (Sam Butler), UFO-Experte Gavin (Jamie Honeybourne) und zwei Schauspielern, die für das Nachspielen der Szenen mitkommen, macht sich Michelle auf nach Wales… und trifft tatsächlich die „Evil Aliens“.

Dieser Film kam zu mir mit einer kleinen Vorwarnung und die möchte ich auch gerne weitergeben, denn sie hat sich sehr bewahrheitet: Man muss diesem Film gerade zu Beginn eine Chance geben. Denn in den ersten 40-45 Minuten passiert nicht sonderlich viel. Regisseur, Autor und Cutter Jake West versucht hier so etwas wie eine Charakterdarstellung der einzelnen Personen. Einziges Problem: Das funktioniert so gar nicht. Emily Booth und Jodie Shaw, die die Schauspielerin Candy Vixen spielt, spiegeln wieder, wo nach „Evil Alien“ aussieht – nach billigem Porno. Dümmliche Dialoge reihen sich aneinander und man wartet irgendwie nur darauf, dass sich jeden Augenblick alle ausziehen und anfangen, miteinander Sex zu haben. Dazu kommt dann noch, dass die werten Damen und Herren Schauspieler nicht wirklich schauspielern. Die ganze Truppe wirkt wie eine Gruppe Laiendarsteller, die sich mal eben auf irgendeiner Farm zusammengefunden haben, um einen billigen Amateur-Film zu drehen. „Evil Aliens“ gelingt wirklich kein guter Start. Denn so richtig will nichts zueinander passen. Deswegen noch einmal: Wenn ihr euch den Film anschauen solltet (was ich nur empfehlen kann), dann spult einfach vor. Wirklich. Einfach die ersten 40 Minuten weglassen…

Warum? Nun, dann erwartet euch ein ziemlich absurdes und verdammt lustiges Splatter-Fest. Spätestens wenn die drei Hillybillys von der Insel zu schöner Western-Duell-Musik auf drei Aliens treffen, erahnt man, dass „Evil Aliens“ vielleicht doch noch was taugt. Bewaffnet mit Schrot-Flinte, Ketten-Säge und Machete soll es hier den Viecher an den Kragen gehen. Natürlich sind die nicht so einfach zu schlagen, weswegen man sich im Laufe des Films auch mit Mähdrescher oder Gartentrimmern behilft, um die Blutfontänen über die Kamera-Linse spritzen zu lassen. „Evil Aliens“ bietet nach 40 Minuten Flaute abgetrennte Arme, Beine, Köpfe und andere unschöne Sachen am Fließband. Und ganz ehrlich: Die Szene mit dem Mähdrescher ist absolut großartig… zum Totlachen!!!

Auch wenn die Effekte hier und da nicht besonders realistisch aussehen, macht das Ganze für den, der sowas mag, verdammt viel Spaß. Was nicht zuletzt daran liegt, dass Jake West sich und seinen Film zum Glück nicht wirklich ernst nimmt… das Ganze soll so absurd und bescheuert und krank wie möglich aussehen. Und als echter Filmfan kann West es auch nicht lassen, ständig irgendwelche Filme zu zitieren. Von „Braindead“ über „Evil Dead“ und „Cannibal Holocaust“ oder auch mal „Der Weiße Hai“ oder die drei-busige Dame aus „Total Recall“ holt West alles raus, was irgendwo vielleicht hinpassen könnte. Die Aliens sind so eine Art Mischung aus „The X-Files meet Predator“… und selbst das ist noch zu gütig, denn furchterregend sehen die nun wirklich nicht aus.

Aber wie schon gesagt, Scheiß drauf. Wenn „Evil Aliens“ erst einmal in Fahrt kommt, dann stört man sich da nicht mehr dran. Splatter-Fans werden an dem Ding schon ihren Spaß haben… vorausgesetzt man überspringt die ersten 40 Minuten. Eine wirklich relevante Story gibt es eh nicht… böse Aliens werden platt gemacht. Reicht doch aus…

Wertung: 7 von 10 Punkten (launiges Splatter-Fest mit langem und peinlichem Anfang)

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2 Kommentare leave one →
  1. 12. Januar 2014 00:03

    Es ist aber sehr oft der Fall, dass i den ersten paar Minuten kaum etwas passiert! ^^
    Daran sollte man sich generell gewöhnen.

    • donpozuelo permalink*
      12. Januar 2014 20:37

      Das in den ersten paar Minuten kaum was passiert, ist ja auch vollkommen in Ordnung. Aber wenn in den ersten 40 von 85 Minuten nichts passiert, ist das schon grenzwertig 😀

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