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Latin MacGyver

18. Dezember 2013

Diese Kritik kommt mit einer wichtigen Warnung: Der Verfasser dieses Textes möchte mitteilen, dass alles, was jetzt folgt, wirklich nicht ernst genommen werden kann und der Verfasser auch für wirklich keine der Aussagen angegriffen oder kritisiert werden kann. Schließlich befand sich der Autor beim Zeitpunkt des Schauens des nun zu besprechenden Films in eine Art Schockzustand. Dieser Schockzustand äußerte sich im Versagen jeglicher Gedächtnisfunktionen, was zur Folge hatte, dass der Autor nicht mehr klar denken konnte. Dies wiederum führte dazu, dass das Gesehene ohne zu hinterfragen aufgenommen wurde. Rationalität, Menschenverstand oder ein klarer Kopf existierten nicht. Und es könnte der Fall sein, dass einige Menschen ähnliche Zustände beim Schauen dieses Films erleben könnten… was in diesem Fall aber auch dringend vonnöten ist, denn sonst hat man wirklich keinen Spaß daran. Professoren, Philosophen und die großen Dichter und Denker dieser Welt sollten daher bitte, bitte, bitte einen großen Bogen um diesen Film machen. Alle anderen könnten – vorausgesetzt der klare Kopf wird vorher ausgeschaltet – bei diesem Film sehr viel Spaß haben.

Tja, und worum geht’s? Natürlich um den wohl merkwürdigsten Typen dieser Welt. Er ist Killer, Womanizer und Einzeilen-König unserer Generation. Wir erzittern davor, wenn Menschen seinen wohl klingenden Namen zu deutsch aussprechen, denn er ist Mexikos Antwort auf James Bond. Er ist MACHETE. Und in „Machete Kills“ wird Machete vom Präsidenten der Vereinigten Staaten (Carlos Estevez a.k.a. Charlie „Tiger Blood“ Sheen) beauftragt, eine Bedrohung (in Form von Mel Gibson) zu beseitigen. Doch nichts in Machetes Leben ist einfach… und so wird er nebenbei auch noch von der durchgeknallten Puffmutter Desdemona (Sofia Vergara) und dem gefürchteten Killer Camaléon (u.a. Lady Gaga, Antonio Banderas und Cuba Gooding Jr.) gejagt.

Ich gebe ja zu, dass ich mit dem ersten „Machete“-Film damals nicht viel anfangen konnte. Das lag aber wohl zum größten Teil daran, dass ich zu viel erwartet hatte. Jetzt wusste ich genau, dass mich platte Sprüche, heiße Babes und komplett absurde Action erwarten würde… und was soll man sagen, Robert Rodriguez und Danny Trejo enttäuschen nicht. Im Gegenteil… „Machete Kills“ macht alles genau so wie es der erste Teil macht… nur wird hier die Absurdität, das komplett Verrückte einfach mal gedoppelt.

Danny Trejo muss auch in diesem Teil nicht viel mehr tun als einfach nur da zu sein und irgendwann im richtigen Moment möglichst trocken und belanglos seine legendären Machete-Sprüche loslassen. Die sind ja meistens von ihm in der dritten Person und erklären uns, was Machete alles so macht oder nicht macht. Aus „Machete don’t text“ wird jetzt „Machete don’t tweet“… und fertig ist der Lack. Statt an den Gedärmen seiner Feinde durch Fenster zu springen, benutzt Machete die jetzt, um sie an Hubschraubern zu zersäbeln. Wie üblich entwickelt sich Trejos Machete, was das Töten angeht, zu einem Latino-MacGyver. Was man gerade so findet, wird zum Töten verwendet. Es ist ja schließlich egal, wie die bösen Buben sterben. Hauptsache, sie sterben… möglichst mit viel Blut, Gedärmen und abgetrennten Gliedmaßen oder Köpfen.

Mit „Machete“ hat Rodriguez ausgelotet, wie weit er gehen kann… und mit „Machete Kills“ geht er dann halt noch ein Stück weiter. So blöd kann man manchmal gar nicht denken, aber es ist auch einfach irgendwie nur saukomisch. „Machete Kills“ fühlt sich an, wie der Fiebertraum eines Jungen, der seine wildesten Kampf-Fantasien einfach mal ausleben durfte. Grenzen des guten Geschmacks gibt es nicht. Physik ignoriert man und Logik sowieso. Hier soll das Verrückte leben… mehr nicht.

Das merkt man auch einfach daran, dass sich der Film selbst nicht ernst nimmt und die Darsteller es auch nicht tun. Die haben einfach nur sichtlich Spaß daran, mal komplett verrückt zu spielen… was für Mel Gibson und Charlie Sheen wahrscheinlich kein großen Unterschied zum normalen Alltag darstellen dürfte. Die Damen des Films – allen voran Amber Heard, Sofia Vergara, Lady Gaga und Michelle Rodrigeuz – geizen nicht mit dem, was Gott oder ein Schönheitschirurg ihnen geschenkt hat. Allerdings haben die Damen es auch fast immer faustdick hinter den Ohren… und nur als Hinweis: Wer so eine komische Grün-Rot-3D-Brille hat, sollte die mitnehmen. Vielleicht erkennt man dann in einer Sexszene irgendwo Amber Heard etwas besser.

Richtig gut gefallen hat mir dann auch Auftragskiller Camaléon, der ganz nach „Mission: Impossible“-Art durch Masken immer wieder seine Identität wechselt, was halt durch verschiedene Darsteller gezeigt wird…

Was bleibt also noch übrig, was man zu „Machete Kills“ sagen könnte??? Eigentlich nichts. Dieser Film ist halt einfach so wie er ist. Entweder man mag’s oder man mag’s nicht. Es ist Trash hoch eine Million hoch eine Million. Bescheuerter geht’s eigentlich kaum noch… aber wer weiß, demnächst killt Machete ja dann vielleicht in space…

Wertung – ohne gesunden Menschenverstand: 9 von 10 Punkten (Hirn abschalten, abfeiern, fertig!!!)

Wertung – mit gesundem Menschenverstand: 3 von 10 Punkten (ein paar nette Ideen, ansonsten Trash der übelsten Sorte)

Durchschnittswertung: 6 von 10 (es ist halt, wie es ist – Machete don’t judge!)

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4 Kommentare leave one →
  1. 24. März 2014 10:07

    Bei mir gab’s vor kurzem die Wertung ohne Menschenverstand. Also, nicht aufm Blog, aber persönlich. Ich habe beim Ansehen nur noch gelacht. Top Movie! 😀

    • donpozuelo permalink*
      25. März 2014 09:07

      Ich habe eigentlich auch nur gefeiert. Herrlich doof, der Film… 😉

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