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Eine Niere, bitte!

13. November 2013

Ich bin Organspender. So!!! Das wollte ich jetzt mal gesagt haben, auch wenn es so nicht ganz stimmt. Ich habe bis jetzt noch alle Nieren, die Leber und mein Herz. Aber immerhin bin ich ein guter Junge und trage meinen Organspende-Ausweis im Portemonnaie. Sollte also irgendwann mal was passieren, werde ich fröhlich ausgeschlachtet. Bei all den Organspende-Skandalen, die dann und wann mal durch die Nachrichten gehen, mag man die Entscheidung zum Spenden vielleicht überdenken.

Zum Glück gibt es in der Zukunft nicht mehr das Problem! Da werden die notwendigen Organe einfach im Labor hergestellt und verkauft. Leider ist so ein künstliches Organ sauteuer, weswegen Patienten einen Kredit aufnehmen oder in Raten zahlen müssen. Sollten sie allerdings nicht pünktlich zahlen, dann haben sie nur noch eine begrenzte Frist. Läuft die auch ab, dann stehen die Patienten auf der Abschussliste der „Repo Men“. Die kommen rein, betäuben, schneiden auf und nehmen mit, was nicht mehr bezahlt werden kann. Ob der kleine Mann überlebt oder nicht, ist in diesem Fall egal. Hauptsache, die Kasse stimmt wieder. So ein eiskalter Repo Man ist auch Remy (Jude Law), einer der Besten in seinem Job. Nur als er plötzlich selbst ein künstliches Herz bekommt und irgendwann selbst auf der Abschussliste steht, wehrt sich Remy.

Ein Science-Fiction-Film mit Köpfchen… das dachte ich zumindest. Die Grundidee von „Repo Men“ ist so makaber und abartig, dass sie schon wieder extrem glaubwürdig wirkt. Schließlich regiert Geld die Welt und wer nicht zahlen kann, tja, der muss auf eine andere Art und Weise für seine Schulden aufkommen. In diesem Fall blutet das System seine Opfer im wahrsten Sinne des Wortes aus – ein Leben, ein Schicksal, eine Familie zählt nicht. Und das obwohl genau das Gegenteil m Verkaufsgespräch immer wieder betont wird: „Sie tun dies für ihre Familie. Sie tun dies für sich.“ Und wer würde nicht lieber leben… nur Überleben wird in „Repo Men“ zu einem Privileg der Reichen. Wer es sich wirklich leisten kann, der überlebt, der lebt vielleicht sogar ewig. Wer es sich nicht leisten kann, der geht irgendwann drauf. Da gibt es keinen Ausweg.

Eine bittere Pille, die man uns in „Repo Men“ schlucken lässt. Etwas zum Nachdenken. Wie gesagt, ein Film mit Köpfchen… Nur leider verschwindet das Köpfchen in diesem Film beinah genauso schnell wie Remy Organe bei säumigen Kunden entfernt. Der Twist, das Remy Opfer seines eigenen Handwerks wird, wird ziemlich einfach so dahin geworfen. Man muss das hinnehmen, auch wenn man meinen könnte, dass einer der Besten irgendwelche kostengünstige Erstattungen bekommen würde.

„Repo Men“ verlässt, wie schon gesagt, den Köpfchen-Weg und wird zum reinen Action-08/15-Gedöhns. Der Film bemüht sich zwar, die Action hoch zu halten und schockt in einigen Szenen sogar mit ziemlich heftigen Slasher-Szenen (immerhin muss so ein geliehenes Organ ja irgendwie raus). Endgültig versaut sich Regisseur Miguel Sapochnik den Film durch eine „unerwartete Wendung“ am Ende des Films, die a) für den aufmerksamen Zuschauer ziemlich schnell deutlich wird und b) die ganze Story noch wirrer und unüberlegter erscheinen lässt. Ich weiß zwar nicht, wie, aber die ganze Erlöser-Story mit dem „bekehrten“ Jude Law hätte nicht sein müssen. Dazu kam dann noch mein Problem mit Jude Law als Action-Hero gehabt hätte. Als Liebhaber, als Gigolo-Roboter oder als gehörnter Ehemann kann ich Law gut leiden. Als Action-Hero fehlt ihm in meinen Augen die Glaubwürdigkeit. Aber das mag ja mein eigenes Problem sein.

Da muss man ja mal ganz ehrlich sein und sagen, dass ein Michael Bay diese ganze Organ-Thematik mit seinem „The Island“ wesentlich spannender inszeniert hat. Somit sollte man dann um die „Repo Men“ einen großen Bogen machen.

Wertung: 4 von 10 Punkten (die Ansatzpunkte sind super, der Rest ist es nicht)

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7 Kommentare leave one →
  1. 14. November 2013 16:54

    Solltest du es mit deiner ausführlichen Erklärung bis zum Ende noch nicht geschafft haben solltest, dann dürfte der Bay-Vergleich wohl wirklich jeden von diesem Film Abstand nehmen lassen. – Ich denke mal, für einen lustigen Filmabend zum Abschalten wird der Film sich schon noch eignen, aber da gibt es wohl auch noch einige bessere Vertreter dieser Zunft.

    • donpozuelo permalink*
      14. November 2013 21:07

      Was habt ihr nur alle gegen Bay??? „Die Insel“ finde ich tatsächlich nicht sooo schlecht.;)

      Selbst für einen lustigen Filmabend wird man hoffentlich noch ein paar bessere Filme finden als den hier.

  2. 15. November 2013 07:48

    An den Film selber kan nich mich kaum erinnern (was ja auch schon was darüber aussagt).
    Aber: „Die Insel“ finde ich persönlich auch ganz gut. Vielleicht, weil er mich an „Logans Run“ erinnert.

    • donpozuelo permalink*
      15. November 2013 09:04

      Danke. „Die Insel“ ist echt nicht soo schlecht, obwohl es mittlerweile auch ewig her ist, dass ich den gesehen habe. Könnte man ja mal wieder nachholen… wer weiß, vielleicht fällt mir jetzt was Schlimmes dabei auf 😉

  3. 19. November 2013 12:06

    Ach ja, die Insel. Erschien mir dann irgendwie, wie von Bay selbst nicht richtig ernst genommen, nachdem er Szenen eins zu eins (!!!!) in dem ihm wohl mehr am herzen liegenden Transformers verwurstet hat. 😀

    • donpozuelo permalink*
      19. November 2013 20:52

      Das stimmt wohl… aber ich glaube, ich mag den Film trotzdem noch. Immer noch besser als „Transformers“ 😀 Vielleicht werde ich mir den wirklich mal demnächst anschauen. „Die Insel“, nicht „Transformers“…

      • 20. November 2013 12:07

        Nun ja, ich bin ja ein Verfechter von Transformers 😀 Es ist Trass bis zum geht nicht mehr, aber auch da steckt irgendwie eine Kunst drin. Als Trass schon wieder so rund der Film, dass ich ihn mir gerne angucke. Der appelliert irgendwie an den Jungen in mir… 😀

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